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An diesen Abenden

Land: A | Jahr: 1951
Genre:
Laufzeit: 23 min.
Regie: Herbert Vesely
Darsteller: Mara Ghosta, Reinhard Halbich, Ferry Radax
Rating: / 10

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Kamera: Wilhelm E. Nassau, Hugo Holub
Musik: Gerhard Rühm
Autor: Herbert Vesely
Filmstart: 0000-00-00:00
Herbert Vesely war zwanzig, als er 1951 seinen ersten Film drehte. Und die Kinder spielen so gern Soldaten steht zusammen mit Der Rabe von Kurt Steinwendner aus dem gleichen Jahr am Beginn des österreichischen Avantgardefilms. Ein schwieriger Anfang, da bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Vorbilder aus der Zeit vor dem Krieg eine österreichische Filmleinwand erreicht hatten und künstlerische Anregungen im Spielfilm und in der Literatur gesucht werden mussten. Vesely machte 1948 Matura und studierte fünf Semester Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft an der Universität Wien. Durch den aus Dänemark stammenden Professor Boerge von der Theaterwissenschaft kam er mit dem Film in Berührung. Dreyers Vampyr hat wohl über diesen Weg in Veselys zweiten Film, An diesen Abenden, Eingang gefunden. Diente für den ersten Film Kafka als Ausgangspunkt, bildete für den zweiten ein Gedicht von Georg Trakl die Vorlage. Die Schicksalhaftigkeit, die beide Filme bestimmt, hat ihre Herkunft in einer unbestimmten Vergangenheit, gegen die sich die Gestalten der Filme - in dem ersten ist es ein Soldat - nicht wehren können. In einer verschlüsselten Form kommt in diesen Filmen das Thema des jungen Menschen, der seine Bedürfnisse und Rechte in einer als feindlich empfundenen Umwelt nicht erfüllt bekommt, zum Ausdruck. In den 60er Jahren sollte der Konflikt in verschiedenen Ausformungen im deutschen Spielfilm einen realen Hintergrund erhalten.

Unter den vielen Filmen über Außenseiter, die noch kommen sollten, ist An diesen Abenden insofern auffällig, als es sich um eine Frau handelt. Die Magd, die Liebe sucht und durch Neid und Engstirnigkeit der Bewohner eines Dorfes zu deren Opfer wird, ist selbst in ihrem Scheitern stark. Das wird umso deutlicher durch die Männer, die ärmliche Wichte sind, die sich verdrücken und beten, während die Frau ihre vermeintliche Schuld auf sich nimmt. (Ihr realistisches Pedant wird sie erst 1966 in der Figur der Anita G. in Alexander Kluges Abschied von gestern finden.) (Text: Viennale 2006)
film.at-ID: 6827819

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