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Antigone

Land: D/F | Jahr: 1992
Genre: Avantgarde, Literaturverfilmung, Drama
Laufzeit: 100 min.
Regie: Daniele Huillet, Jean-Marie Straub
Darsteller: Astrid Ofner (Antigone), Ursula Ofner (Ismene), Libgart Schwarz (Botin), Werner Rehm (Kreon), Albert Hetterle (Tiresias)
Rating: 6.8 / 10

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Kamera: William Lubtchansky, Irina Lubtchansky, Nicolas Eprendre
Musik: Bernd Alois Zimmermann, dirigiert von Michael Gielen
Filmstart: 0000-00-00:00
Die «Antigone» des Sophokles nach der Hölderlinschen Übertragung für die Bühne bearbeitet von Brecht.
Die «Antigone» des Sophokles nach der Hölderlinschen Übertragung für die Bühne bearbeitet von Brecht. Von den Straubs in Berlin in Szene gesetzt und im antiken Theater von Segesta als Film erarbeitet. Das sind die Schichten eines Textes, der sich im Film von höchster Dringlichkeit und Gegenwärtigkeit erschließt. Im strahlenden Sonnenlicht vor den leeren Rängen des Amphitheaters eine Explosion an Chaos, Schönheit und Zerstörung. Im Sommer des ersten Angriffs der Amerikaner auf den Irak.

Kinonacht, Kinotiernacht
Straub/Huillet, für ein mehrheitliches Filmpublikum bedeutet dieses Namensduo wenn es überhaupt etwas bedeutet wahrscheinlich eine Abschreckung. Und auch jener nicht eben überwältigenden Minderheit, welche seit fast dreißig Jahren schon beständig sich angezogen fühlt von den Filmen Jean-Marie Straubs und dessen Frau Danièle Huillet (ich zähle mich, immer wieder überwältigt, dazu), sind die beiden, in vielfacher Weise, wohl ein schreckliches Paar.

Ein eher unguter, befremdender und verengender Schrekken, was manchmal die Nebenerscheinungen, rund um die Filme, betrifft: insbesondere durch die Erklärungen oder Verlautbarungen, womit die zwei in der Regel ihr wunderbares altes Kämpfertum, das in jeder Einstellung ihrer Kinosprache frei wirkt, einzusperren und zu stutzen suchen, in
einem Spruchrahmen veralteter Klassenkämpferei (noch in ihrem jüngsten Film, Antigone, von dem ich hier gern ein bißchen was erzählen will, sah ich mich am Ende der Geschichte, als diese schon neu und erweitert in mir anfing,
von einem moralisierend-prophetisierenden Brecht-Zitat im Nachspann eingesperrt in den Kleingeist expliziten Denkens, wo doch die Bilder und die Sprache des Films zuvor schon das ganze Denken und die Personen der Handlung einen völlig anderen Geist verkörpert hatten; ich habe mich freilich nicht einsperren lassen, auch dank der vorangegangenen großen Freiheit). ...(Peter Handke)

(Text: Viennale 2004)
film.at-ID: 4746621

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