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Arena

Land: A/E | Jahr: 2009
Genre: Dokumentation
Laufzeit: 105 min.
Regie: Günter Schwaiger
Rating: 5.3 / 10

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Kamera: Günter Schwaiger
Musik: Uli Fussenegger, Werner Raditschnig
Verleih: Films Distribution
Autor: Günter Schwaiger
Filmstart: 05.03.2010
Günter Schwaiger wählt in seinem zweiten langen Film eine angesichts der aufgeladenen Thematik überraschende Herangehensweise, indem er zwei Toreros in den Mittelpunkt des Films stellt.
Stierkämpfe: ein Ritual und ein Blutsport, an dem sich seit Jahrzehnten ethische Diskussionen entzünden. Tierschützer machen mobil, Befürworter hingegen verteidigen die Corridas als kulturelle Tradition. Günter Schwaiger wählt in seinem zweiten langen Film eine angesichts der aufgeladenen Thematik überraschende Herangehensweise, indem er zwei Toreros in den Mittelpunkt des Films stellt: Juan Guerrero, der, nachdem er dem elterlichen Wunsch nachkam, einen «ordentlichen» Beruf auszuüben, nun sein Comeback als Torero anstrebt. Und den jungen, talentierten Kolumbianer Johann Duque, der während seiner Ausbildung in Spanien mit der Askese und Zurückgezogenheit eines Mönchs lebt, um ein Torero von Weltformat zu werden. Die Leidenschaft und Überzeugung dieser zwei Protagonisten öffnet zugleich den Weg in die Dialektik und Komplexität eines zutiefst okzidentalen Kulturphänomens, in dem Todessehnsucht und Tötungstrieb einander in der Inszenierung von Stierkämpfen ergänzen. Dieser irrationale und mystische Anteil findet lebhaften Widerspruch in der aufklärerischen Haltung, bei der Ethik und die Verantwortlichkeit des Menschen für das Tier vorangestellt werden.
Flankiert von Einblicken hinter die Kulissen der Stierkampf-Industrie und von Kommentaren unter anderem des Philosophen Francis Wolff, lässt sich Schwaiger auf ein grundlegendes Phänomen ein: Arena ist ein Film über die archetypische Zerrissenheit der patriarchalen europäischen Kultur zwischen Grausamkeit und ethischen Ansprüchen. (Verena Teissl)

Heutzutage führt der Hang zur Political Correctness oft zu dogmatischen und intoleranten Positionen. Indem sie das Verhalten einiger weniger zensuriert, fühlt sich die Mehrheit von ihren eigenen Sünden erlöst. Das geschieht auch mit der Welt des Stierkampfs. Es ist sehr leicht, sie anzugreifen, spielt sie doch mit offenen Karten und versteckt nicht, was die Gesellschaft gerne zu verbergen sucht. In jedem Fall ist der Stierkampf keine Zelebration des Leidens. Ganz im Gegenteil. Dazu ist vielleicht interessant, was Roland Barthes zum dem meinte, was in einem Stierkampf gefeiert wird: «Es ist nicht der Sieg des Menschen über das Tier, es ist der Sieg über die Unwissenheit, die Angst und die Notwendigkeit.» (Günter Schwaiger) (Text: Viennale 2009)
film.at-ID: 9995943

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