Hongkong: Wohnblocks aus Beton, von einem endlosen
Meer aus Glas überzogen. Ein junges Mädchen,
alleingelassen im Chaos ihres Zimmers. Ein japanischer
Tourist, vom Leben zu Tode gelangweilt, zeichnet
teilnahmslos den Sex und die Lügen seines Lebens mit
Videokameras auf. Das enttäuschte Mädchen und der
abgeklärte Heimatlose, getrennt durch die Sprache, geeint
in dem Wunsch, ihre Existenz verstehen zu lernen.
So ein
Idiot, sagt sie zu ihm irgendwann, in ihrer Sprache, und
sie lacht. Er versteht sie nicht. Sie werden bei der
Großmutter des Mädchens essen, deren Kochkunst mit
dem Bau einer Atombombe vergleichbar ist, und sie
werden in den industriell designten Sofas herumliegen,
zwischen gepackten Kisten und Koffern.
AUTUMN
MOON: Eine Meditation.
Text: Stefan Grissemann, www.diePresse.at>Die Presse