| Buchtipp: Filmgespräche (Karin Schiefer)Article Karin Schiefer legt mit ihrem Interview-Band einen ausgesprochen beeindruckenden Querschnitt durch das österreichische Filmschaffen des letzten Jahrzehnts vor.  Ihr erstes Interview mit einem Regisseur führte Karin Schiefer 1997: damals sprach sie mit Nikolaus Geyrhalter über „Das Jahr nach Dayton“. In den Jahren nach Geyrhalter hat die für die ‚Austrian Film Commission‘ Tätige rund 150 weitere Gespräche folgen lassen und somit einen ausgesprochen beeindruckenden Querschnitt durch die heimische Filmlandschaft geboten. Aus dieser fast sprachlos machenden Fülle hat Frau Schiefer nun 27 repräsentative Interviews (zu 16 Spielfilmen, 10 Dokus + 1 Kurzfilm, die alle zwischen 2001 und 2011 entstandenen sind) ausgewählt und in einem umfangreichen Band versammelt.
Das Spektrum umfasst demnach das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends und reicht laut Inhaltsverzeichnis von Michael Haneke (S. 5 über „Das weiße Band“) bis Stefan Ruzowitzky (S. 205 über „Die Fälscher“) (d.h. vom größten Erfolg des Autorenfilms bis zum Triumph des österreichischen Mainstreamkinos); oder wie auf der Titelseite alphabetisch ausgedrückt: von Barbara Albert (S. 35 über „Böse Zellen“) bis Virgil Widrich (S. 49 über „Fast Film“). Auf welche Weise man die Lektüre auch aufnimmt – streng chronologisch, oder nach Lieblingsregisseuren gestaffelt -, unweigerlich wird man immer wieder über die immense Bandbreite des österreichischen Films staunen und nebenher beglückt kleine, bisweilen skurrile Details, zur Kenntnis nehmen.
Etwa die Geschichte über Karl Markovics‘ erstes Regieprojekt, das darin bestand, als Volkschüler Goethes „Zauberlehrling“ auf die Bühne zu bringen, was damals allerdings scheiterte; oder die Information, dass Regisseur Jonathan Demme („Das Schweigen der Lämmer“) erfolglos versucht hat, Wolfgang Murnbergers „Silentium“ bei einem amerikanischen Verleih unterzubringen; oder eine unvermutete Querverbindung zwischen Hanke und Andreas Prochaska, da letzterer in den 90er Jahren für ersteren als Cutter tätig gewesen ist.
In diesem Buch dominiert das gesprochene Wort und daher ist es nur konsequent, wenn an Stelle eines Nachworts ebenfalls ein Interview mit Karin Schiefer steht, in dem sie uns Aufschlüsse über ihre Art der Vorbereitung und Durchführung von Filmgesprächen gibt. Wir danken für diese Wortspenden!
franco schedl
BUCHINFO
Karin Schiefer
Filmgespräche zum österreichischen Kino
ISBN: 978-3-901644-46-7
Verlag: SYNEMA Gesellschaft für Film und Medien
224 Seiten; 250 mm x 190 mm; ; 30
Schwarzweiß-Fotos in hochqualitativem Duotone-Druckverfahren,
Erscheinungsdatum: 5.6. 2012
Preis: 28,00 EUR
Buchpräsentation am 12. Juni um 19h im Filmhaus am Spittelberg |
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