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Die Simpsons - Der Film

Film.at Feature
Die Simpsons machen wieder einmal alles falsch – und damit einmal mehr alles goldrichtig. Nach 18 Jahren im Kleinformat lässt Homer Simpson nun im großen Stil die Muskeln spielen und führt seine Familie leichten Herzens von einer Katastrophe in die nächste.
Über die Notwendigkeit, eine beliebte Fernsehserie ins Kino zu bringen, sollte man besser nicht zu viel nachdenken, sonst kommt einem womöglich der Gedanke, dass es sich dabei nur um einen von findigen Marketingstrategen induzierten Versuch handelt, das nach 400 Episoden langsam nachlassende Interesse an den Simpsons gerade noch rechtzeitig wieder anzustacheln und mit neuen Format und gigantischem Werbebudget die Liebe der Fans zu ihren gelben Helden, den immer lahmer werdenden Geschichten der letzten Folgen zum Trotz, neu zu entfachen.
Ein gewagtes Unterfangen, denn die Erwartungen der treuen Simpsons - Anhängerschaft sind enorm. Schließlich gibt es 8800 Serienminuten aus 18 Jahren mit unzähligen Höhepunkten, von denen jeder anständige Fan seine ganz persönliche Best of - Liste im Kopf hat. Und dann das Ganze noch so zu verpacken, dass sich auch eine neue Fangeneration angesprochen fühlt? Wie soll man all dem in nur 87 Minuten gerecht werden? Das Team um Simpsons Erfinder Matt Groening war sich dieser großen Herausforderung bewusst (Zitat Al Jean, ausführender Produzent der Serie: „Hätte ich noch mehr Druck verspürt, wäre ich jetzt ein Diamant“) und ging mit viel Respekt und Überlegung ans Werk. Die Produktionsarbeiten dauerten 4 Jahre und forderten ein ganzes Team von Zeichnern und Autoren, die von der Serie abgezogen wurden, um ausschließlich an diesem Film zu arbeiten. Wobei vermutlich nicht allzu viel Zeit an die Entwicklung der Geschichte verschwendet wurde, denn diese ist, wie auch in den meisten Simpsons Folgen, eher nebensächlich. Das derzeit medial allgegenwärtige Thema Umweltverschmutzung gibt den Aufhänger für die rasante Handlung, die sich, im Gegensatz zur Serie, von Anfang bis Ende durchgehend entwickelt und so die Matrix bildet, auf der sich das vertraute Simpson’sche Universum entfalten kann.

Dreh- und Angelpunkt ist einmal mehr Homer Simpson, der, gedankenlos und faul, eine heikle Situation erst so richtig aussichtslos macht und damit seine Familie und seine ganze Heimatstadt Springfield in eine veritable Katastrophe führt, die sogar die Aufmerksamkeit von US-Präsident Arnold Schwarzenegger weckt. Seine leidgeprüfte Frau Marge agiert wie so oft ausschließlich als Reaktion auf Homers toll-dreistes Verhalten, Tochter Lisa gibt die Umweltaktivistin im Stil Al Gores und auch die restliche lieb gewonnene Einwohnerschaft von Springfield mischt ihrem jeweiligen Charakter entsprechend ordentlich im Chaos mit. Eigentlich ist alles wie immer, und doch hat man das Gefühl, dass die Simpsons mit dem Sprung auf die große Leinwand erwachsener geworden sind. Homer verübt seine Dummheiten nicht mehr mit dem gleichen Selbstbewusstsein wie einst, fast plagt ihn ab und zu das schlechte Gewissen und Bart, der unverwüstliche Bart-Man früherer Jahre, scheint in einer, man kann es nicht anders nennen, pubertären Krise zu stecken. Erstmals ehrlich verletzt durch die ständige Brutalität und Wankelmütigkeit seines Vaters, sucht er ausgerechnet beim verhassten Nachbarn Ned Flanders Trost und Stabilität.
Am meisten zeichnet den Film, wie schon die Serie, natürlich die Fülle von Anspielungen und Zitaten aus, niemand wird verschont, seien es andere Katastrophenfilme, konkurrenzierende Sommer - Blockbuster oder auch die eigene Serievorlage. Sogar der amerikanischen Obsession auf große Brüste wird auf ganz eigene Art Rechnung getragen. Eine Menge selbstironischer Kommentare und perfekt platzierte Pointen machen klar, wieso den Simpsons nach wie vor keine andere Fernsehfamilie das Wasser reichen kann.
Viel Herzblut wurde auch in die Animation gesteckt, hier spielt sich alles in altbewährter schnörkelloser 2D- Graphik ab, auf aufwendigen technischen Firlefanz wurde verzichtet, schließlich sind die Simpsons die letzte Zeichentrickserie, die noch von Hand gezeichnet wird. Das erhöht den Wiedererkennungswert und hebt den Film von allen anderen Animationsfilmen der letzten Jahre ab. Insgesamt wirken die Figuren plastischer und menschlicher und die Farben scheinen um einiges greller als auf der häuslichen Mattscheibe. Zusätzlich gibt die große Leinwand den Zeichnern und Autoren extra viel Spielraum für Details, den sie auch großzügig ausnützen, so dass es für jeden Simpsons Fan sicherlich nötig sein wird, sich den Film mehr als einmal anzusehen, um immer weitere Neuigkeiten zu entdecken.

Fazit: Würde man den Film auf 22 Minuten zusammenschrumpfen, bekäme man ein absolutes Serienhighlight und auch in Spielfilmlänge verliert er nicht an Tempo und Esprit. Dazu noch die einmalige Filmmusik von Hans Zimmer und man kann das Projekt „Die Simpsons - Der Film“ wohl als gelungen bezeichnen.
In diesem Sinne: Auf zum Atem! – und viel Vergnügen.

Carina Wilfin

Siehe auch: 

User Comments 

ichwersonst | vor 2612 Tagen, 2 Stunden, 25 Minuten
exzellent
wunderbar und sicher nicht das letzte mal angeschaut :) ... antworten
ichwersonst | vor 2612 Tagen, 2 Stunden, 29 Minuten
exzellent!
wunderbar. 90 minuten dauerlachen, von primitiv bis hochintelligent. anschauen! ... antworten
page-ID: 7715094

Tipp 

Gemma Bovery

Gemma Bovery

Nach einer Graphic Novel von Posy Simmonds, basierend auf dem Roman-Klassiker von Gustave Flaubert.

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