| Ehren-Oscars für Godard, Wallach und BrownlowArticle, Film.at Feature Auch Francis Ford Coppola wird mit dem Irving G. Thalberg-Gedenkpreis geehrt.  Die Vorstandsmitglieder der Filmakademie in Beverly Hills haben nun entschieden, an welche Persönlichkeiten die nächsten Ehren-Oscars vergeben werden sollen.
In Jean-Luc GODARD, der am 3.12.2010 seinen 80. Geburtstag feiert, wird ein unermüdlicher und wagemutiger Filmemacher geehrte: seit seinem bahnbrechenden "Außer Atem" (1960) hat er neue Standards in der Filmwelt gesetzt und die Erzählsprache revolutioniert.
Er trug somit Wesentliches zu einem Kino der Moderne, dem Autorenfilm, sowie der Durchsetzung des Kinos als Kunst bei.
Der Mitbegründer der Nouvelle Vague genannten Strömung ging stets seine eigenen unkonventionellen Wege (zeitweise als überzeugter Maoist) und hat ein vielschichtiges - mitunter auch sehr anstrengendes - Werk vorzuweisen: u.a. „Alphaville“ (1965), "Masculin – Feminin" (1965), "Die Chinesin" (1967), "Eins plus Eins" (eine Rolling Stones-Doku von 1968), "Vorname Carmen" (1983), "Nouvelle Vague" (1990), "Notre Musique" (2004). Außerdem stellte er 1998 nach rund einem Jahrzehnt seine mehrteilige Reihe "Geschichte(n) des Kinos" fertig, in der er auf faszinierend geistvolle Weise eine sehr subjektive Film-Geschichte erzählt. Nach 6jähriger Schaffenspause ließ er in diesem Jahr den "Film Socialisme" folgen, der auch auf der heurigen Viennale zu sehen sein wird.
Eli WALLACH ist trotz seines hohen Alters (im Dezember wird er 95) nach wie vor als Schauspieler tätig und war zuletzt z.B. in "New York, I Love You" oder Polanskis "Ghostwriter" zu sehen. Auch in Oliver Stones Fortsetzung von "Wall Street" (Filmstart bei uns: 1.10.2010) hat er eine Rolle übernommen. Der gebürtige New Yorker erlangte vor allem durch seine Verkörperung des mexikanischen Banditen Tuco in Leones Italowestern "Zwei glorreiche Halunken" (1966) Bekanntheit.
Ebenfalls für sein Lebenswerk wird der britische Filmhistoriker Kevin BROWNLOW (72) geehrt: er gilt als herausragender Stummfilm-Experte und hat sich in der Filmdokumentation und -restauration einen Namen gemacht. U.a. ist seiner Initiative die Wiederherstellung des Filmklassikers "Napoléon" (1927) von Abel Gance in in der etwa 5stündigen Fassung zu danken.
Der Thalberg-Sonderpreis wird an wichtige Produzenten verliehen: eine Funktion, die der fünffache Oscar-Preisträger Francis Ford COPPOLA ("Pate"-Trilogie, „Apocalypse Now") durch sein „Zoetrope“-Studio in San Francisco erfüllt - seit den 70er Jahren hat er wichtige und berühmte Filme wie "American Graffiti", "Koyaanisqatsi", "Mishima", "Don Juan DeMarco", Kenneth Branagh's "Frankenstein", "Sleepy Hollow" oder "Kinsey" produziert; auch die Filme seiner Tochter Sofia ("The Virgin Suicides", "Lost in Translation", "Marie Antoinette") sind in dieser Liste enthalten.
Die ehrenvollen Auszeichnungen werden diesmal nicht im Rahmen des Oscar-Gala vergeben, sondern bereits am 13.11. beim traditionellen „Governors Awards Dinner“ in Los Angeles. Auch wenn die Zeremonie dadurch nicht so sehr im Rampenlicht über die Bühne geht, bleibt die große Frage, ob Godard persönlich anreisen wird, da er den Ruf hat, sich vor derartigen Anlässen zu drücken.
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