| Filmtricks im Wandel der ZeitArticle Angeregt durch das unmittelbar bevorstehende "Duell der Magier" wirft film.at einen Blick auf magische Film-Momente in der Geschichte des Kinos aus einer Zeit, als Spezialeffekte noch nicht aus dem Computer kamen.  In Tagen der Computer Generated Imagery (CGI) ist zwar alles noch so unmöglich Scheinende auf der Leinwand spielend leicht machbar geworden, doch Filmtricks sind so alt, wie das Medium selbst und fanden somit bereits am Ende des 19. Jahrhunderts Verwendung. Als erster große Film-Magier gilt der Franzose George MÉLIÈS – kein Wunder: immerhin war der Filmpionier ausgebildeter Zauberer und Direktor einer Varieté-Bühne. Und so experimentierte er für seine phantastischen Werke wie „Die Reise zum Mond“ oder „Der Mann mit dem Kautschuk-Kopf“ (beide von 1902) mit Doppel- und Mehrfachbelichtungen, Überblendungen und dem Stopptrick.
Betrachten wir einmal letzteren Trick etwas näher: angeblich kam er ursprünglich durch eine Panne zu Stande, weil während Dreharbeiten die Kamera für einige Zeit aussetzte; als Méliès das so entstandene Material dann sichtete, entdeckte er, dass wie durch Zauberhand Gegenstände von einem Bild zum nächsten plötzlich verschwunden bzw. gegen andere ausgetauscht worden waren.
Jahrzehnte später feierte die weiterentwickelte Stop-Motion Technik große Momente in „The Lost World“ (1925) und „King Kong und die weißte Frau“ (1933). Vor allem der amerikanische Tricktechniker Ray HARRYHAUSEN brachte es ab den 50er Jahren in diesem Verfahren zu einer wahren Meisterschaft: die Kampfsequenzen aus „Jason und die Argonauten“ (1963) zählen z.B. nach wie vor zu den Stop-Motion-Sternstunden. Noch Peter JACKSON berief sich bei seiner Arbeit an der „Herr der Ringe“-Trilogie auf Harryhausen als großes Vorbild. Inzwischen ist die Stop-Motion-Technik zwar in die Jahre gekommen, aber wie Wes ANDERSONs kürzlich in den Kinos gezeigte „Der fantastische Mr. Fox“ beweist, kann sie nach wie vor sehr effektiv eingesetzt werden.
In diesem Zusammenhang sollte wir auch den durch Jean-Luc GODARD mit „Außer Atem“ (1960) in die Filmwelt eingeführten Jump Cut erwähnen: hier werden durch Schnitt-Technik unerwartete Zeitsprünge erzeugt. Damals erregte dieser offenbare Verstoß gegen die althergebrachte Erzählweise Aufsehen, da ein fehlender stimmiger Übergang zwischen zwei Einstellungen die Missachtung der klassischen Continuity-Regeln bedeutete. Inzwischen ist der Jump Cut so alltäglich geworden, dass er uns kaum noch auffällt, geschweige denn beunruhigt.
Ein weitere Griff in die filmische Trickkiste fördert die Rückprojektion zu Tage: hier agieren die Darsteller vor einer Leinwand, auf die von hinten statische oder bewegte Bilder projiziert werden - so entsteht der Eindruck, dass sich Schauspieler etwa durch die Straßen Roms bewegen, während die Szene eigentlich auf einem ganz anderen Kontinent im Studio entstanden ist. Über Jahrzehnte hinweg unverzichtbar war die Rückprojektion beim Simulieren von Autofahrten: unsere geschulten Augen lassen sich heute freilich nicht mehr so leicht täuschen und wir erkennen bei älteren Filmen in der Regel sofort, dass der Autolenker mit seinem Gefährt gar nicht vom Fleck kommt und der angebliche Fahrtwind von Ventilatoren herrührt. Inzwischen wurde das Verfahren hauptsächlich durch die Bluescreen- (oder Greenscreen-)Technik ersetzt.
(fs)
to be continued.... |
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