Teil 2 bietet unbeschwertes tierisches Vergnügen, sobald Garfield in England mit einem blaublütigen Doppelgänger verwechselt wird.
Nachdem sich der übergewichtige Kater vor zwei Jahren als stubenrein und kinotauglich erwiesen hat, darf er jetzt munter weitermachen und sogar einen Sprung über den großen Teich wagen. Gemeinsam mit seinem heißgehassten Hundefreund Odie begibt er sich nach London, um seinen Futterbeschaffer Jon Arbuckl (Breckin Meyer) zu überraschen, der dort gerade auf Freiersfüßen wandelt und um die Hand seiner Freundin Liz (Jennifer Love Hewitt) anhält.
Aber kaum hat er europäischen Boden beteten, stolpert der phlegmatische Fettwanst auch schon in ein neues Abenteuer hinein und tauscht seinen Platz mit den blaublütigen Kater Prince, der soeben ein Schloss geerbt hat. Als falscher Adeliger führt er nun - mit allen lukullischen Annehmlichkeiten - das Leben eines Königs, doch zu seinem Pech spitzt Lord Durgis (Billy Connolly – aber vom Auftreten her eher John Cleese), der Nächste in der Erbfolge, auf das Vermögen und so muss Garfield froh sein, wenn er mit heilem Fell davonkommt, statt auf dem Grund der Themse zu landen.
Die beiden Drehbuchautoren Cohen und Sokolow erzählen eine Art „Der Prinz und der Bettelknabe“-Geschichte, indem sie Garfield in eine exotischere Umgebung transferierten, wo er auf einen Doppelgänger trifft.
Die Originalfassung gibt sich mit dem Untertitel „Tales of Two Kitties“ entsprechend literarisch verspielt - wobei in unseren Breiten vermutlich kaum jemand wüsste, dass damit der verballhornte Titel eines Charles Dickens-Romans gemeint ist.
Während die deutsche Fassung diesmal dank Oliver Kalkofe zu keiner Thomas-Gottschalk-Show verkommt, betätigt sich im Original erfreulicherweise erneut Bill Murray als Garfields Sprachrohr und beweist, dass in seiner chamäleonhaften Wandlungsfähigkeit auch genügend kätzische Anteile vorhanden sind. Andere berühmte Stimmen gehören Tim Curry (Prince) und Bob Hoskins (Bulldogge Winston).
Wer lieber echte Tiere mag kommt auch auf seine Kosten: ein animalischer Hofstaat aus lauter unglaublich talentierten Nachwuchsdarstellern wartet auf ihn.
Ebenfalls in Fleisch und Blut sind wieder Breckin Meyer und Jennifer Love Hewitt mit dabei: den leichteren Job hatte eindeutig letztere ergattert, denn sie musste die meiste Zeit über eigentlich nur strahlend lächeln; Meyer hingegen konnte heilfroh sein, bei den Dreharbeiten an Stelle seines gar nicht existenten Partners ein Kirschenkissen in Armen halten zu dürfen, da er an einer Katzenhaarallergie leidet.
Dass Garfield statt Lasagne nur noch Porridge oder Fleischpastete futtert, wird man übrigens nie erleben; er bekehrt hingegen alle Briten, die mit ihm in Berührung kommen, zu seinem Leibgericht und macht das so erfolgreich, dass ich mit knurrendem Magen jetzt jegliche Lust am Kritisieren verloren habe und unverzüglich auf diese Seite schaue:
http://www.garfield.de/lasagne.html.
franco schedl
80
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