Für Science-Fiction Autoren und Regeisseure schien das Jahr 2000 lange Zeit eine Art magische Grenze gewesen zu sein, hinter der sie ihre Fantasie ungehemmt austoben ließen. Nun, da wir unversehens ins ehemals utopische Zeitalter hinübergewechselt sind, bleibt uns die nüchterne Bilanz, dass eigentlich doch alles ganz anders geworden ist. Kurzum: Science Fiction ist ein schlechter Prophet, wenn¿s über die entfernte Zukunft geht.
Betrachtet man utopische Filme aus zeitlicher Distanz, dann fällt ihre Hellhörigkeit für verbreitete Angste und Hoffnungen auf, ihre Bereitschaft, Themen aufzugreifen, die, oft nur halbbewusst wahrgenommen, in der Luft lagen: Wissenschaftsskepsis, Totalitarismus, die zweischneidigen Verheißungen einer schönen neuen Welt... Science Fiction funktioniert erstaunlich gut als sozialier Seismograph, aber auch als Vollender aktueller Moden und Trends.
Vielleicht liegt es an der knapp bevorstehenden Jahrtausendwende, vielleicht an der Faszination des immer schneller werdenden Fortschritts: In den letzten Jahren ist so etwas wie ein Boom des Science-Fiction Genres zu verzeichnen, von der konservativen Utopie in ¿Star Wars¿ bis zu Spielereien in und mit künstlichen Welten in Filmen wie ¿Matrix¿ oder ¿eXistenZ¿. Das Interesse an möglichen Konsequenzen einer für immer weniger Menschen durchschauberen Technik geht dabei oft Hand in Hand mit radikal neuen Sehgewohnheiten und einer Perfektionierung der Illusionstechnik der Filmindustrie.
Das HTU Cinéstudio zeigt in der Zeit vom 5. bis zum 14.12 eine Auswahl neuer und älterer Science-Fiction Filme. Das Angebot reicht vom anerkannt trashigsten Film aller Zeiten, Ed Woods ¿Plan 9 from Outer Space¿ über den Kultfilm ¿Bladerunner¿ bis zu Brian de Palmas Weltraumodyssee ¿Mission to Mars¿. Spezieller yumyum.cc ¿Tip: Der außergewöhnlich poetische Gentechnik-Thriller ¿Gattaca¿
Die Filmvorführungen finden jeweils um 19.00 und 21.00Uhr im AudiMax der TU statt: Getreidemarkt 9, 1060 Wien.
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