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Horton hört ein Hu

Film.at Feature
Der 5-Tonnen-Elefant Horton findet im Volk der mikroskopisch kleinen Hus neue Freunde und versucht auf einer gefährlichen Mission deren Fortbestand zu sichern.
Who is Hu? Fragt sich das verwirrte Schwergewicht Horton, als ihn eines Tages im heimatlichen Dschungel von Nümpels unverhofft ein Staubkorn anspricht. Die Antwort lautet: auf dem Pünktchen ist eine ganze Stadt angesiedelt, die vom Volk der Hus bewohnt wird. Deren Bürgermeister und 97-fache Vater hat sich nun mit einem Hilferuf an den Elefanten gewandt, da der Fortbestand des mikroskopischen Staatswesens in Gefahr ist. Horton lässt sich nicht lange bitten, denn seine Devise lautet Ein Elefant ist hundertprozentig treu und so macht er sich, zum Gespött der Dschungelbewohner geworden, auf, um für die Hus eine neue Heimat zu finden, weil ein Mensch ein Mensch ist, wie klein er auch sei. Die beiden Hauptfiguren stehen miteinander nur akustisch in Verbindung, da Sichtkontakt nicht möglich ist, dennoch ergeben sich bei abrupten Bewegungen des Weltenträgers Norton die absonderlichsten Wechselwirkungen im Mikrokosmos des Staubkorns: etwa, wenn der Elefant eine fragile Hängebrücke zu überqueren versucht und gleichzeitig sein winziger Freund aus der Stadt Hu-Heim in einem Zahnarztsessel Platz nimmt.
Aber nicht nur solche widrigen Umstände behindern Nortons Mission, auch seine früheren Freunde wollen dem vermeintlichen Freigeist ans Elefantenleder: Der engstirnigste Teil der Dschungelpopulation wird durch ein rechthaberisches Känguruh (in der deutschen Fassung von Anke Engelke gesprochen) repräsentiert; dieses tyrannische Wesen befehligt eine tumbe Affenhorde, spannt den böse Adler Vlad Vlad-I-Koff für seine Zwecke ein und hetzt einfach alle gegen Norton auf. Und sollte es den Hus nicht rechtzeitig gelinge, sich auch für andere Ohren bemerkbar zu machen, ist ihre Welt endgültig dem Untergang geweiht.

Die Macher von ¿Ice Age¿ erweckten einen 50 Jahre alten Kinderbuch-Klassiker des Experten für eingängige Reime, Dr. Seuss, zu digitalem Leben. Um so nahe wie möglich am Original zu bleiben, sichteten die Filmemacher Jimmy Hayward und Steve Martino des dichtenden Doktors archivierte Zeichnungen und handschriftliche Notizen im Archiv der Geisel Library an der University of California; und selbst die weißen Flecken in der Vorlage konnten ganz im Geiste des Künstlers durch entsprechend skurrile Details aufgefüllt werden: wir bekommen Gefährte wie Socken- oder Bettmobile und andere aberwitzige Apparaturen aus der Hu-Welt präsentiert.
Comedystars aus drei Generationen - allen voran Jim Carrey und Steve Carell - beteiligten sich an dem ehrgeizigen Projekt: gegen phantasielose Kleingeister, Panikmacher und Volksaufwiegler werden Toleranz, Zielstrebigkeit und Selbstbewusstsein ins Treffen geführt und zugleich gerät ein Weltbild, in dem sich der Mensch als Zentrum des Universum sieht, ins Wanken.

Falls die Kritik zu ungereimt gewesen,
kann mans zuletzt in Versen lesen:
der Film ist einfach sehenswert,
sei aufs Entschiedenste erklärt,
denn alles wird so freudvoll vorgeführt,
dass Blue Sky Studios höchstes Lob gebührt
und Seuss sich noch im Jenseits amüsiert.
Hat das jetzt jedermann und -frau kapiert?


franco schedl

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