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Arbeiter, Bauern

Operai, contadini
Land: I/F/D | Jahr: 2001
Genre: Drama
Laufzeit: 123 min.
Regie: Daniele Huillet, Jean-Marie Straub
Darsteller: Angela Nugara (Witwe Biliotti), Giacinto Di Pascoli (Cattarin), Giampaolo Cassarino (Pompeo Manera), Enrico Achilli (Cataldo Chiesa), Angela Durantini (Elvira La Farina)
Rating: 6.4 / 10

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Kamera: Renato Berta, Jean-Paul Toraille
Autor: Jean-Marie Straub, Danièle Huillet
Filmstart: 0000-00-00:00
Zweiter und zentraler Teil der Vittorini-Trilogie von Straub/Huillet, nach vier Kapiteln seines Romans "Le donne di Messina".
Operai, contadini ist die Geschichte einer praktischen, politischen Utopie, des Versuchs, aus dem Krieg herauskommend eine neue, andere Gemeinschaft zu gründen unter den Griechen. Dieses Thema geht tief ins Herz der Straubs zurück und darüber, was man Volk und was Natur nennt, und was Volk und was Natur ist, darüber hat niemand je vergleichbare Filme gemacht. Vielleicht John Ford.

Arbeiter, Bauern
Bilder oder Abbilder der Natur im Film man denke an die Bäume im Wind in Kuhle Wampe, die zur Musik von Eisler nichts als Bäume im Wind sein dürfen hatten immer schon etwas seltsam Anrührendes, Berührendes. Die Natur steht da «für sich», in ihrer Größe, ihrem Umfassenden, letztlich Unantastbaren und hat doch auch etwas Zartes, Verletzbares. Natur ist nicht stumm, sondern animiert sie ist außen und innen, gibt dem Menschen die Idee seiner Möglichkeit und Wirklichkeit vor. Wenn man richtig hinhörte und hinsähe, die richtigen Fragen stellte, könnte man dem Rätsel ihrer Antworten lauschen. (Vielleicht im Sinne Hölderlins: «Wenn der Meister euch ängstigt, fragt die große Natur um Rat.»)

Huillet & Straub filmen die Natur so, daß Bild und Ton ihr «Für-sich-Sein» so objektiv wie möglich aufnehmen und wiedergeben es braucht hier keine dramaturgische Vermittlung, keinen Spannungsaufbau. Die Natur kann, trotz allen menschlichen Eingriffs, für sich stehen, wie am Anfang von Arbeiter, Bauern: Da gibt es, in einem muldenartigen Waldstück, in das durch das sommerliche Blattwerk Licht fällt und in dem ein kleines Gewässer rieselt, einen 360-Grad-Schwenk, der wie eine kleine Offenbarung ist nein, eine große Offenbarung im Kleinen. Und ganz nebenbei wird hier noch etwas anderes klar: die Kraft der kinematographischen Mittel, die nichts anderes tun, als dieses vielfältige, vielstimmige Spiel von Licht und Schatten auf dem Laubboden, dieses Gezwitscher der Vögel, Geriesel des Wassers und Geheimnis des Waldes möglichst abbildgetreu wiederzugeben. ... (Johannes Beringer)

(Text: Viennale 2004)
film.at-ID: 4746633

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