"Max-Ophüls"-Preisträger Erkau beschreibt mit komödiantischer Leichtigkeit das Schicksal gescheiterter Existenzen vor dem tragisch realistischen Hintergrund des Callcenter-Mikrokosmos.
Sascha glaubt an seinen Durchbruch als Showmaster. Adrian träumt von der Frau, die ihn versteht. Marie hofft auf einen Job als Architektin. Ihre Wege hätten sich nie gekreuzt, säßen sie nicht zufällig in drei nebeneinander liegenden Telefonboxen eines Callcenters. Sascha, Adrian und Marie sind jung und brauchen das Geld. Mit fester Stimme und schönen Worten versprechen sie potenziellen Kunden eine Super-Flatrate zu sensationellen Konditionen. "Jeder neue Anruf ist eine neue Chance" heißt das Motto ihres Chefs Richard Harms. Sein Leben ist das Callcenter, seine Ehe ein Trümmerhaufen. Erst recht als die digitale Anzeigetafel im Büro installiert wird. Innerhalb von 4 Wochen müssen die Verkaufszahlen um 5% gesteigert werden, sonst droht der Abteilung die Schließung. Zahlen und Quoten treten an gegen große Träume und Hoffnungen.
"Der Regisseur verfolgt mit zärtlicher Ironie so genannte gescheiterte Existenzen, die sich nicht unterkriegen lassen", lautet die Begründung der Jury, die 2008 den renommierten Max-Ophüls-Preis an André Erkau verlieh.
Facts
Titel
Selbstgespräche
Land
Deutschland
Länge
96 min.
Jahr
2008
Regie
André Erkau
Darsteller
Johannes Allmayer, Maximilian Brückner, August Zirner, Daniel Drewes, Antje Widdra, u.a.
Wie im Traum erinnert sich ein amerikanischer Filmregisseur an die Menschen und Ereignisse seiner Vergangenheit, die er in der Gegenwart noch einmal erlebt.