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Smellies

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Kino geht durch die Nase - zumindest in der Vorstellung einiger Erfinder, die bis heute daran arbeiten, Bilder + Gerüche zu koordinieren.
ANFÄNGE

Kino sollte alle Sinne befriedigen und nicht nur Aug und Ohr beanspruchen. Sogar in Stummfilmzeiten hat man diese Ansicht schon vertreten und begann bereits 1905 mit Gerüchen während Filmaufführungen zu experimentieren, etwa indem man in Rosenöl getränkte Baumwolle im Filmtheater deponierte. In den 30er Jahren ging man technisch ausgereifter ans Werk und lenkte durch ein eigens konstruiertes Lüftungs-System Düfte ins Kino, doch auch diese Alternative erwies sich als wenig zielführend: es war extrem schwierig, die Gerüche wieder zum Verschwinden zu bringen und das Publikum reagierte eher ratlos bis gereizt.

AROMARAMA

Erst in den 50er Jahren begann man wieder größere Anstrengungen in diese Richtung zu unternehmen, als das sogenannte "AromaRama" zum Einsatz kam: bei der Aufführung eines Reisebericht über China unter dem Titel „Behind the Great Wall“ wurden 1959 die Gerüche via Aircondition in den Kinosaal geblasen und laut Kritikerstimmen klappte alles tatsächlich mit verblüffender Präzision: der „Scent-track" - als Parallele zum „Soundtrack“ - hatte also in den Nasen der Filmkritiker gnädige Aufnahme, konnte sich aber beim breiten Publikum nicht durchsetzen.

SMELL-O-VISION

Zur gleichen Zeit kam das ebenfalls äußerst kurzlebige Konkurrenzprodukt „Smell-o-Vision“ auf den Markt: es wurde speziell für die Mystery-Komödie „Scent of Mystery“ (aka. „Holiday in Spain“) entwickelt, wobei Gerüche als integrale Bestandteile der Filmhandlung dienten. Da nur wenige Kinobetreiber gewillt waren, ihre Häuser technisch aufzurüsten, kam auch nur ein geringer Teil des Publikums in den Genuss dieses Werks mitsamt seinen anrüchigen Extras. Trotz dem Mitwirken von Stars wie Elizabeth Taylor und Peter Lorre wurde der Film ein Flop und „Smell-o-Vision“ verschwand wieder in der Versenkung, um vielleicht eines Tages doch noch einen glorreichen Siegeszug anzutreten. Der Erfinder Charles Weiss war zumindest Ende 2010 noch am Leben und hatte niemals mit seinen Experimenten zur Koordination von Filmbildern und Düften aufgehört. Vielleicht betrachtet er es als kleinen Trost, dass sich zumindest in der Zukunftswelt der Serie „Futurama“ „Smell-o-Vision“ erfolgreich durchsetzen konnte.

POLYESTER

Man stelle sich vor, Mel Brooks hätte diese Technik bei seinem „Das Leben stinkt“ angewendet; das wäre wohl sogar ihm zu viel gewesen. John Waters ist da schon von anderem Kaliber und kannte solche Bedenken nicht. 1981 musste man sich beim seinem Film "Polyester" eher grausliche Gerüche von einer Karte freirubbeln - folgende standen zur Auswahl: 1. Roses 2. Flatulence 3. Model Airplane Glue 4. Pizza 5. Gasoline 6. Skunk 7. Natural Gas 8. New Car Smell 9. Dirty Shoes 10. Air Freshener.

SCHERZHAFTER AUSKLANG
Dieses Thema hat das Zeug zu einem Aprilscherz und tatsächlich hielt BBC seine Zuschauer am 1.4.1965 mit einem "Smellovision"-Scherz zum Besten: der angebliche Erfinder dieser Geruchsübertragung schnitt im Fernsehstudio Zwiebel und kochte Kaffee. Kurz darauf gingen beim Sender Anrufe von begeisterten Sehern ein, die von ihren Geruchsempfindungen berichtet wollten. Wer hier wen in den April schickte, sei dahingestellt.

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