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Alles in Butter

Tout va bien
Land: I/F | Jahr: 1972
Genre: Drama
Laufzeit: 95 min.
Regie: Jean-Luc Godard, Jean-Pierre Gorin
Darsteller: Yves Montand (Jacques), Jane Fonda (Susan), Vittorio Caprioli (Fabriksbesitzer), Jean Pignol (CGT-Delegierter), Pierre Oudry (Fréderic), Anne Wiazemsky (Linke)
Rating: 6.7 / 10

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Kamera: Armand Marco
Musik: Stone Charden Chansons: Jean-Luc Godard, Jean-Pierre Gorin, La Lotta Continua
Autor: Jean-Pierre Gorin, Jean-Luc Godard
Filmstart: 0000-00-00:00
Jacques, Filmemacher und Drehbuchautor zur Zeit der Nouvelle Vague, sympathisiert zwar mit den Kommunisten, doch die Ereignisse vom Mai 1968 und des Prager Frühlings erschüttern ihn. Er findet, dass es ehrlicher sei, Werbefilme zu machen, als weiterhin das, was er Ästheten-Kino nennt. Seine Freundin Susan, Korrespondentin einer amerikanischen Rundfunkgesellschaft, erhält den Auftrag für ein Interview mit einem Industriechef, und Jacques begleitet sie zu einer Wurstfabrik, deren Arbeiter sich im Streik befinden. Der leitende Direktor ist gewaltsam in sein Büro eingesperrt worden, und Jacques znd Susan werden gleich fünf Tage mit ihm eingeschlossen. Als sie herausgelassen werden, haben sie die Ansicht des Bosses gehört («der Klassenkampf ist eine Idee des 19. Jahrhunderts»), die des Gewerkschaftsdelegierten («wir müssen sehr vorsichtig sein») und der Streikenden («wir befinden uns alle an einem Fließband»). Das hat Auswirkungen auf ihre Beziehung: Beim Frühstück erklärt Susan Jacques, dass gutes Essen, Kino und Sex nicht genug sind und ihre Beziehung in ihrer eigenen Isolation und Trivialität erlahmen und untergehen werde, falls sie nicht ihre Verbindung erweiterten, falls sie nicht die politischen und sozialen Probleme ihrer Zeit miteinbezögen.

Der letzte Teil des Films ist «Heute» genannt. Jacques erkennt, daß der Mai 1968 nicht das Ende von etwas war, sondern nur ein Anfang, und dass er seine Position historisch neu überdenken muss. Susan macht eine Reportage über einen Supermarkt, der symbolisch genug «Straßenkreuzungen» heißt, und realisiert dabei, dass die Probleme der Fabrik nicht auf sie allein beschränkt sind, dass das ganze zeitgenössische Leben eine Art von Fabrik ist, und dass man überall und bei allem beginnen muss, für die Veränderung zu kämpfen. Der Film endet damit, dass sich die beiden Liebenden in einem Café treffen. Zuerst sehen wir ihn, drinnen wartend; schließlich kommt sie an, klopft an das Fenster und kommt herein. Aber wir können nicht hören, was sie sagen.
(Richard Roud, Sight and Sound, 1972)




(Text: Viennale 2004)
film.at-ID: 4746656

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