| Das Spiel vom großen Abschied-NehmenFilm.at Feature Leichte Unterhaltung über die wehmütige Zeremonie des großen Abschied-Nehmens. Das Spielzeug hat zwar keine Tränen, doch im Bedarfsfall kommt ihm auch der Regen zu Hilfe.
 Das ist wohl eine richtige Toy Toy Toy Story, weil sie auch als 3. Teil – und in 3D - den Kinokassen Glück bringt (und die Kinobesucher hoffentlich ebenso glücklich macht). Nehmen wir also unser altes Spielzeug erneut zur Hand – oder fassen wir es besser gesagt wieder ins Auge: die kleinen Burschen müssen aus bestem Material bestehen, wenn sie selbst 11 Jahre nach ihrem letzten Einsatz noch immer keine Abnutzungserscheinungen zeigen. Cowboy Woody und Space-Ranger Buzz Lightyear haben ihr Draufgängertum nicht verloren und Dino Rex rechnet ja sowieso in anderen Zeiträumen oder Weltaltern.
Dafür hat der Spielzeug-Junge Andy ein Alter erreicht, in dem man sich erwachsen fühlt und steckt seine ehemaligen Freunde tatsächlich in den Müllsack, um sie auf dem Dachboden einzumotten – durch einen Fehlgriff landen sie aber im Vorgarten beim anderen Abfall, während die Müllabfuhr bereits näherrollt. In letzter Sekunde entkommen die empörten Toys natürlich der Vernichtung und gelangen als Geschenke in einen Kindergarten, wo sie von manchen Rangen hart rangenommen werden und unter das Regime eines intriganten rosa Plüschbären geraten. Wenigstens finden sie auch meine Menge neuer Artgenossen, denen aber nicht unbedingt immer zu trauen ist, wie Barbie erfährt, als sie endlich ihren Traummann Ken trifft!
Wer sich einen durchwegs leicht-sinnigen Kinderfilm voll unbeschwerter Unterhaltung erwartet, wird schnell erkennen, dass er die Spielzeug-Macher unterschätzt hat: Hinter der bunten Oberfläche versteckt sich eine zu Herzen gehende Geschichte über die wehmütige Zeremonie des großen Abschied-Nehmens, der keiner von uns entgeht, sobald er ein altes Lebens-Stadium hinter sich lassen muss.
Die Traurigkeit über verlorene Freunde und die Anhänglichkeit der Spielsachen lässt sie in immer gefährlichere Situationen geraten, bis sie zuletzt von der totalen Vernichtung durch ein große Feuer bedroht sind. Es gibt also genug zu zittern und zu bangen – da wäre etwa ein heimtückisches Tschinellen-Äffchen, das im Kindergarten zum Security-Personal zählt und immer ein scharfes Auge auf die nächtlichen Überwachungskameras hat. Am Unheimlichsten von allen ist aber diese übergroße Babypuppe mit dem herabhängenden Augenlid: sie gibt zwar nur Kleinkindgeräusche von sich, aber gerade ihre Sprachlosigkeit und die schleppenden Bewegungen verwandeln sie in ein Mini-Frankensteinmonster... oh nein, ich darf nicht mal dran denken, sonst laufen mir noch jetzt kalte Schauer über den Rücken.
frabco schedl |
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