Leonardo DiCaprio wurde erlöst

US-OSCARS-SHOWAPA/AFP/MARK RALSTON
US-OSCARS-SHOW

Gleich drei Filme gehen als große Gewinner aus der 88. Oscar-Verleihung hervor: Das Enthüllungsdrama "Spotlight" erhielt Trophäen für den besten Film und das beste Original-Drehbuch, das Actionspektakel "Mad Max: Fury Road" räumte sechs Preise in technischen Kategorien ab und "The Revenant - Der Rückkehrer" kam in den bedeutenden Sparten Regie, Kamera und Hauptdarsteller zum Zug.

Im fünften Anlauf hat es für Leonardo DiCaprio endlich geklappt: Er hat sich bei der 88. Oscar-Verleihung in Los Angeles die Trophäe für den besten Hauptdarsteller gesichert. Mit seinem großteils stummen Part als verletzter Trapper in Alejandro G. Inarritus Rachewestern "The Revenant" setzte sich der 41-Jährige gegen die Konkurrenz durch und nahm den Preis aus den Händen von Julianne Moore entgegen.

 
Oscars: Leonardo DiCaprio Wins Best Actor for 'The Revenant'

It's official! Leo is taking home his first Oscar. Upon accepting, The Revenant Movie star said, "Let us not take this planet for granted. I do not take this night for granted." #Oscars

Posted by The Hollywood Reporter on Sonntag, 28. Februar 2016

 

Der engagierte Umweltschützer nutzte seine Dankesrede für einen Appell: "Der Klimawechsel findet jetzt statt - und ist die größte Bedrohung für unsere Spezies." Ansonsten zeigte sich der Schauspieler freudestrahlend gerührt von seiner Ehrung und den stehenden Ovationen im Auditorium. "Du hast Dich in den vergangenen zwei Jahren in die Filmgeschichte eingeschrieben", zollte er dabei seinem Regisseur Alejandro G. Inarritu Respekt. Leer nach Hause gehen müssen wegen des DiCaprio-Triumphs mit Ansage hingegen Bryan Cranston ("Trumbo"), Matt Damon ("The Martian"), Michael Fassbender ("Steve Jobs") und Eddie Redmayne ("The Danish Girl").

 

So wurden die Oscars abgeholt:

Oscar nach sechs Anläufen

Auch bei den Hauptdarstellerinnen setzte sich mit Brie Larson die Favoritin durch. Die 26-Jährige wurde für ihre Darstellung einer als Teenager entführten Mutter im Entführungsdrama "Room" ("Raum") geehrt. Auch die Kategorie "Beste Nebendarstellerin" entschied mit der 27-jährigen Schwedin Alicia Vikander ("The Danish Girl") eine Hollywood-Newcomerin für sich. Überraschend war hingegen der erste Oscar für Mark Rylance (56): Der versierte britische Theater- und Filmschauspieler stach mit seiner Darstellung eines sowjetischen Spions in Steven Spielbergs "Bridge of Spies" den großen Favoriten Sylvester Stallone ("Creed - Rocky's Legacy") aus. Ein nostalgischer Gewinner fand sich dafür mit Ennio Morricone, der für seine Filmmusik zu Quentin Tarantinos "The Hateful Eight" im Alter von 87 Jahren nach sechs Anläufen ab 1979 endlich seinen ersten Oscar erhielt.

Magere Ausbeute für "The Revenant"

Wie erwartet abgeräumt hat das postapokalyptische Actionspektakel "Mad Max: Fury Road" in den technischen Kategorien: Sechs von zehn Nominierungen konnte George Millers von der Kritik gefeierter Film in Preise ummünzen, darunter für den besten Schnitt und das beste Produktionsdesign. Der siebente "Star Wars"-Film "Das Erwachen der Macht" ging hingegen leer aus und musste den Preis für die besten visuellen Effekte überraschend dem Indie-Science-Fiction-Thriller "Ex Machina" überlassen.

Vergleichsweise mager ist die Ausbeute vom großen Favoriten "The Revenant", der lediglich drei seiner zwölf Preischancen nutzte. Es sind aber die wohl rekordverdächtigsten, ist Emmanuel Lubezki doch der erste Kameramann, der drei Mal hintereinander einen Oscar erhält (nach "Gravity" 2014 und "Birdman" 2015), und Alejandro G. Inarritu nach John Ford (1940/41) und Joseph L. Mankiewicz (1949/50) erst der dritte Regisseur, der in zwei aufeinanderfolgenden Jahren zu Oscar-Ehren kommt ("Birdman" 2015).

Die Möglichkeit, zwei Jahre infolge den besten Film zu verantworten, machte dann aber Tom McCarthy Inarritu streitig: Sein mit u.a. Mark Ruffalo und Rachel McAdams starbesetztes Enthüllungsdrama "Spotlight" über die Aufdeckung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche war der Academy of Motion Picture Arts and Sciences den Hauptpreis sowie die Trophäe für das beste Original-Drehbuch wert. "Dieser Film hat den Überlebenden eine Stimme gegeben - und der Oscar dient nun hoffentlich als Verstärker, damit diese Stimme ihren Weg bis in den Vatikan findet", zeigte sich Produzent Michael Sugar bewegt über die Auszeichnung. Für den Mitfavoriten "The Big Short" von Adam McKay blieb es bei einem Preis für das beste adaptierte Drehbuch.

Austro-Film geht leer aus

Als bester Animationsfilm wurde schließlich der Pixar-Film "Inside Out" (dt. "Alles steht Kopf") gekürt, beste Doku ist Asif Kapadias umstrittene Winehouse-Biografie "Amy" und der Auslandsoscar geht zum zweiten Mal in der Oscar-Geschichte nach Ungarn ("Son of Saul" von Laszlo Nemes). Die deutsch-österreichische Oscar-Hoffnung erfüllte sich indes nicht. Der deutsche Jungregisseur Patrick Vollrath war mit seinem Filmakademie-Wien-Abschlussfilm "Alles wird gut" dem Briten Benjamin Cleary und dessen romantischer Komödie "Stutterer" unterlegen.

Hier geht's zu unserem Oscar-Special

 

Die Gewinner in allen 24 Kategorien

Kategorie    
Bester Film "Spotlight" Regie: Tom McCarthy
Regie Alejandro G. Iñárritu "The Revenant – Der Rückkehrer"
Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio "The Revenant – Der Rückkehrer"
Hauptdarstellerin Brie Larson "Raum"
Nebendarstellerin Alicia Vikander "The Danish Girl"
Nebendarsteller Mark Rylance "Bridge of Spies – Der Unterhändler"
Fremdsprachiger Film "Son of Saul" Ungarn, Regie: László Nemes Jeles
Kamera Emmanuel Lubezki "The Revenant – Der Rückkehrer"
Originaldrehbuch Josh Singer, Tom McCarthy "Spotlight"
Adaptiertes
Drehbuch
Charles Randolph, Adam McKay "The Big Short"
Schnitt Margaret Sixel "Mad Max: Fury Road"
Filmmusik Ennio Morricone "The Hateful Eight"
Filmsong "Writing's On The Wall" aus "Spectre", von Sam Smith und Jimmy Napes
Produktionsdesign Colin Gibson; Lisa Thompson "Mad Max: Fury Road"
Tonschnitt Mark A. Mangini, David White "Mad Max: Fury Road"
Tonmischung Chris Jenkins, Gregg Rudloff, Ben Osmo "Mad Max: Fury Road"
Spezialeffekte Mark Williams Ardington, Sara Bennett, Paul Norris, Andrew Whitehurst "Ex Machina"
Animationsfilm "Alles steht Kopf (Inside Out)" Regie: Pete Docter
Animations-Kurzfilm "Bear Story" Regie: Gabriel Osorio
Dokumentarfilm "Amy" Regie: Asif Kapadia, James Gay-Rees
Dokumentar-
Kurzfilm
"A Girl in the River: The Price of Forgiveness" Regie: Sharmeen Obaid-Chinoy
Make-up/Frisur Lesley Vanderwalt, Elka Wardega, Damian Martin "Mad Max: Fury Road"
Kostümdesign Jenny Beavan "Mad Max: Fury Road"
Kurzfilm "Stutterer" Regie: Serena Armitage, Benjamin Cleary

 

Die Filme mit den meisten Oscars

Filmtitel Oscar-Gewinne Oscar-Nominierungen
"Mad Max: Fury Road" 6 10
"The Revenant – Der Rückkehrer" 3 12
"Spotlight" 2 6
"Bridge of Spies – Der Unterhändler" 1 6
"The Big Short" 1 6
"The Danish Girl" 1 4
"The Room" ("Raum") 1 4
"The Hateful Eight" 1 3
"Ex Machina" 1 2
"Inside Out" 1 2
"A Girl in th River: The Price of Forgiveness" 1 1
"Amy" 1 1
"Bear Story" 1 1
"Son of Saul" 1 1
"Stutterer" 1 1
"Spectre" (Song "Writing's On The Wall") 1 1

 

Star-Looks: Alle Kleider der Oscar-Nacht

Tom McCarthy holte sich für "Spotlight" den Oscar für den besten Film.
Alejandro G. Iñárritu bekam den Oscar für die beste Regie für "The Revenant – Der Rückkehrer".
Brie Larson wurde mit einem Oscar als beste Hauptdarstellerin in "Raum" ausgezeichnet.
Alicia Vikander nahm den Oscar als beste Nebendarstellerin für "The Danish Girl" entgegen.
Bester Nebendarsteller wurde Mark Rylance für "Bridge of Spies".  
Emmanuel Lubezki feierte seinen Oscar für die beste Kamera für den Film "The Revanant – Der Rückkehrer".  
László Nemes Jeles bekam den Oscar für den besten fremdsprachigen Film "Son of Saul" (Ungarn). Außerdem nominiert waren: "War" (Dänemark), "Mustang" (Frankreich), "Der Schamane und die Schlange" (Kolumbien), "Theeb" (Jordanien);
Ennio Morricone (links) wurde für "The Hateful Eight" für die beste Filmmusik ausgezeichnet.
Margaret Sixel bekam einen Oscar für den besten Schnitt für "Mad Max: Fury Road"
Pete Docter (rechts) und Jonas Rivera (links) erhielten für "Alles steht Kopf (Inside Out)" einen Oscar für den besten Animationsfilm.
Asif Kapadia (links) und James Gay-Rees rechts) bekamen für "Amy" einen Oscar für den besten Dokumentarfilm.
Benjamin Cleary und Serena Armitage mit einem Oscar für "Stutterer", den besten Kurzfilm.
Tom McCarthy holte sich für "Spotlight" den Oscar für den besten Film.
Alejandro G. Iñárritu bekam den Oscar für die beste Regie für "The Revenant – Der Rückkehrer".
Brie Larson wurde mit einem Oscar als beste Hauptdarstellerin in "Raum" ausgezeichnet.
Alicia Vikander nahm den Oscar als beste Nebendarstellerin für "The Danish Girl" entgegen.
Bester Nebendarsteller wurde Mark Rylance für "Bridge of Spies".  
Emmanuel Lubezki feierte seinen Oscar für die beste Kamera für den Film "The Revanant – Der Rückkehrer".  
László Nemes Jeles bekam den Oscar für den besten fremdsprachigen Film "Son of Saul" (Ungarn). Außerdem nominiert waren: "War" (Dänemark), "Mustang" (Frankreich), "Der Schamane und die Schlange" (Kolumbien), "Theeb" (Jordanien);
Ennio Morricone (links) wurde für "The Hateful Eight" für die beste Filmmusik ausgezeichnet.
Margaret Sixel bekam einen Oscar für den besten Schnitt für "Mad Max: Fury Road"
Pete Docter (rechts) und Jonas Rivera (links) erhielten für "Alles steht Kopf (Inside Out)" einen Oscar für den besten Animationsfilm.
Asif Kapadia (links) und James Gay-Rees rechts) bekamen für "Amy" einen Oscar für den besten Dokumentarfilm.
Benjamin Cleary und Serena Armitage mit einem Oscar für "Stutterer", den besten Kurzfilm.

Kommentare