A History of Violence

 USA 2005
Drama, Thriller 14.10.2005 96 min.
7.50
film.at poster

In David Cronenbergs Verfilmung eines Comic-Romans muss ein Mann seine Familie vor einer Bande von Bösewichten beschützen.

Coffeeshop-Wirt Tom Stall (Viggo Mortensen) lebt glücklich und zufrieden mit seiner Frau, der Anwältin Edie (Maria Bello), und ihren beiden Kindern in der Kleinstadt Millbrook/Indiana. Doch eines Abends wird die Familienidylle gestört: Zwei brutale Räuber überfallen Tom im Coffeeshop. Er erkennt die Gefahr rechtzeitig und bewahrt seine Kunden und Freunde vor dem Schlimmsten, indem er die beiden gesuchten Mörder in Notwehr erschießt.
Weil Tom daraufhin als Held gefeiert wird, steht sein Leben plötzlich Kopf - das Ereignis löst einen landesweiten Medienrummel aus. Tom fühlt sich im Blitzlichtgewitter allerdings überhaupt nicht wohl - er möchte sein normales Leben weiterführen.
Doch dann erscheint der geheimnisvolle Carl Fogarty (Ed Harris) in Millbrook. Er bedroht Tom, weil er ihn für einen Mann names Joey hält, mit dem er schon lange abrechnen will. Tom versucht Fogarty zu erklären, dass eine Verwechslung vorliegt. Und er wehrt sich, um seine Familie zu schützen.
Durch die neuen Umstände geraten die Stalls bald in eine unerträgliche Lage - sie sehen sich gezwungen, ihre Beziehung neu zu überdenken. Schlimmer noch: Der Zusammenhalt der gesamten Familie muss eine extreme Zerreißprobe bestehen.

Details

Viggo Mortensen, Maria Bello, Ed Harris, William Hurt, Ashton Holmes u.a.
David Cronenberg
Howard Shore
Peter Suschitzky
Josh Olson nach Josh Olson und Vince Locke
Warner Bros.

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Gewalt und Leidenschaft
    Der Film ist nichts für Zart-besaitete. Er könnte fast eine biblisch-philosophische Parabel über die Zwangsläufigkeit von Gewalt sein. Bei ersten sinnlosen Morden sieht man nur das Endergebnis. Eine bedrohliche Atmosphäre baut sich auf, die Spannung steigt. Als dann der brave Daddy (Vicco –.Herr der Ringe – Mortensen) von der Vergangenheit eingeholt wird, fließt jede Menge Blut. Ein Teufelskreis, dem Mortensen anscheinend nur durch weitere Morde entkommen kann, bis er am gemeinsamen Familientisch wieder Platz nehmen wird. Auch der Sohn hat inzwischen ganz unerwartet ein Alphatier krankenhausreif geschlagen, von dem er mehrfach in die Enge getrieben worden war. Der Sex der Ehepartner auf der Treppe ist eine Mischung aus Vergewaltigung und Sado-Maso Praktik.
    Alle hier gezeigten Aktivitäten haben offensichtlich eine Vorgeschichte, die diese endlose Kette von Brutalität und Mord nach sich zieht. Der Höhepunkt der Auseinandersetzung ist die Umkehr der Kain-und-Abel Geschichte. Hier tötet der Gute den Bösen. Als besonders diabolisch und unheimlich furchterregend sei noch William Hurt erwähnt, in der Rolle des bösen Bruders. Alle Charaktere werden unschuldig schuldig und meinen, sich nur mit dem Colt ihr Recht verschaffen zu können. Eine amerikanische Lösung also.(?)

  • waffen töten nicht.........
    ein interessanter film.... zumindest ist er zu empfehlen;-)
    leider läßt das ende einige fragen offen;-(

    was macht eine waffe, einen menschen, eine gesellschaft schlecht? oder gar böse? wo entsteht gewalt? ist direkte gewalt schlimmer als strukturelle gewalt? wie wird gewalt gelöst oder gar entschärft?
    viele fragen die gut angedacht, aber leider nicht zur gänze beantwortet werden. ob der protagonist nun ein guter oder ein böser ist liegt wie die vielzitierte wahrheit hier im auge des betrachters.
    zumindest ist die geschichte nicht absehbar gestrickt, action und spannungsbogen sind gut aufgebaut. viel abwechslung, sex&crime, unvorhersehbare wendungen machen den film spannend.

  • offene vs subtile gewalt
    so was von einem boesen kleinen film - definitiv KEINE gute unterhaltung aber wirklich interessant! thema: kann ein wolf zum schaf werden, selbst wenn er das wirklich will und sich dazu ganz ernsthaft einen schafspelz umhängt?
    leitmotiv vieler amerikanischer (nicht-nur-western)filme: tom sucht ruhe unter kleinstädtischen spiessern. als er ein paar davon dank der nicht vergessenen regeln seiner vergangenheit rettet, beginnen die schafe zu beweisen, dass ihr gemeinschaftsidyll auch nur aus verkappten klauen und zaehne- regeln besteht. den wolf, der sie beschützte werden sie wohl irgendwann rausbeissen, auch wenn er mit besten absichten unter ihnen seinen frieden sucht. unter der peinlich-läppischen oberfläche (wirklich gelungen, diese ungeheuer quälenden, grauenhaft unerrotischen sex-szenen oder dieses substanzlose familie-und-liebe-gesülze!) lauert der soziale mord. zwar fliegen tom dabei keine kugeln um den kopf, aber die verlogene effizienz der ausgrenzung, des ständigen verdachts und der abwehr von echter nähe ist umso verletzender und trifft auch genau den punkt: "du bist keiner von uns - schleich dich!" liebe und respekt sind bloss eine regel und keine ernsthaften empfindungen, sie wollen ihn nur solange sie glauben, er wäre einer wie sie.
    tom will die regeln der offenen gewalt von sich abtun, aber nicht nur seine alten kumpel auch die kleinbürger seiner neuen existenz erinnern ihn daran, dass er gefälligst auf sie festgelegt zu sein hat.
    cronenberg spiesst den mythos vom gun-man, der die kleine stadt beschützt auf und erzählt uns, warum die jungs am ende der wunderbaren western filme die stadt nach getaner arbeit immer verlassen und lone-ranger bleiben. niemand von den braven schafen hält sie lange aus und all die kleinbürgerliche wohlanständigkeit und ehrbarkeit ist stahlharte ein-und ausgrenzungstaktik.
    das ende des films tut deshalb so weh, weil tom nonverbal von seiner ehemals ihn "liebenden" familie ein duldungs-abkommen serviert bekommt, eine wortlose versicherung, dass ab nun nie mehr das drin sein wird, was sonst jeder echte kleinbürger kriegt. aber tom ist ja nicht echt, er ist ANDERS! und auch das ist brutal und gewalttätig! nach dem film fragt man sich, wieso die bürgerliche gesellschaft ihre selbst parktizierten subtilen gewalttätigkeiten überhaupt nicht als gewalt reflektiert. denn ihre zwangsregel lautet - bleib, was du bist oder du wirst bestraft!

  • Sex&Crime
    Irgendwie ein zwiespältiger Film. Versucht das (zerbrechende) soziale Familiengefüge zu zeigen und andererseits ein "Rache-Actionfilm" zu sein. Im großen und ganzen zieht sich die Handlung eher, durchbrochen von handlungsunnötigen(?) Sexszenen und realistischen Brutalo-Gewaltszenen. Ansonsten kleinbürgerliches Gesäusel mit den typischen Klischees
    (Baseball-Kid wird von Macho-Mitspieler solange sekkiert, bis dieser auszuckt, während der Vater Liebe predigt und Tod austeilt...).

    Der Filmanfang lässt auf eine stark verwobene tiefergehende Handlung schließen. Leider nein. Obwohl es den roten Faden im Film gibt, werde ich das Gefühl nicht los, bloß Oberflächliches gesehen zu haben; aneinander gereihte Szenen mit absehbaren Ausgängen. Irgendwie fehlt diesem Film also die Integration von Gefühl, Action und Handlung.

    Die blutigen Szenen sind erschreckend gut (realistisch) gemacht, auch wenn ein Hauch von billigen Chuck Norris Filmen in der Luft liegt. Das Ende des Films bleibt, entgegen einer oberflächlichen Betrachtung, offen (für einen Fortsetzungsfilm, der wohl nur noch aus Action bestehen kann).

    Alles in allem ein Film der sowohl Interessantes als auch Fades (z.B. Liebesgesülze) bietet. Kein Psychothriller, kein Familiendrama, kein Actionfilm - nicht Fisch nicht Fleisch, sondern von allem ein bisschen. Da wäre Besseres drinnen gewesen...

    (Meine Wertung: 6 von 10 Punkte)

    Re:Sex&Crime
    irgenwie muss ich dir recht geben, irgendwie wiederum nicht. der film zählt zu jenen filmen, die mich etwas frustriert aus dem kino gehen lassen (ähnlich bei broken flowers beispielsweise) die mir dann aber irgendwie lange nicht aus dem kopf gehen. das schätze ich mir dann doch. irgendwie nicht das schnelle glück sondern ein langsam erarbeitetes. im nachhinhein finde ich dann doch viele anspielungen und vielschichtige deutungsmöglichkeiten die den film dann wieder interessant dastehen lassen und nicht einfach auf die schnelle wieder vegessen wird.