Aktionisten. Was brachten die 1960er Jahre

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Ohne Maulkorb / 27.12.1975 1975, zur Mitte des Jahrzehnts, war dieser filmische Rückblick auf die 60er Jahre in Ohne Maulkorb zu sehen. Künstler und Intellektuelle wurden zu ihren Erinnerungen befragt – und so ist auch der Titel des Beitrags, Aktionisten, einer, der eher Aktionen rund um 1968 beschwört und keineswegs die gleichnamige künstlerische Strömung. Es kommen zu diesem Zeitpunkt allesamt schon recht ehrenwerte Herren zu Wort: Fatty George und Ernst Fuchs beschreiben in einem Keller, der ehemals ihr soziales Zentrum war, das Lebenshochgefühl der 60er Jahre; Arnulf Rainer agiert mit seinen Arbeiten, André Heller steht u.a. in seinem Badezimmer und sagt, dass ihm das Wasser bis zum Halse stehe, Günther Nenning philosophiert während eines Spaziergangs, und Otto Mühl beschreibt seine Kommune als lebendes Kunstwerk. Dieser Beitrag ist außergewöhnlich, weil er den befragten Persönlichkeiten in ihren Selbstdarstellungen folgt, ohne sich ihnen auszuliefern. Jeder Gesprächspartner wird in seinem spezifischen Setting aufgesucht, für jeden gelten neue Spielregeln der Kommunikation. Die Statements funktionieren als filmische Vignetten, als rudimentäre Porträts, geprägt von Humor, Ironie und der Bereitschaft des Teams, seine eigene Rolle – wortwörtlich – sichtbar zu machen. (ssz)
(Text: Viennale 2005)

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