Al Khadra

 Schottland/West-Sahara 2012
Dokumentation 25 min.
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Poesie gedeiht in der arabisch-sprachigen Welt wie in wenig anderen Teilen der Erde. In einer Region die lange durch autoritäre Regime kontrolliert wurde ist sie ein Medium Hoffnungen, Träume und Frustrationen auszudrücken. PoetInnen sind zu HistorikInnen, JournalistInnen und EntertainerInnen geworden, in Khadras' Beispiel: Revolutionärinnen. Ihre Worte sind eine Schlüsselwaffe im Arabischen Frühling, die die Regime durch Protestlieder und Graffiti provozieren, deren AutorInnen oft einer Verhaftung entgegensehen.

Al Khadra ist eine angesehene Kriegspoetin der Saharawi, die den Beinamen "Poetin der Waffe" trägt. Sie lebt in einem windgebeuteltem algerischen Flüchtlingscamp. Jetzt in ihren 70ern verfasste diese Analphabetin und ursprünglich Beduinin während der mehr als 37 Jahre Konflikt in der Sahara. Als die Spanier sich 1975 aus dem Territorium zurückzogen, marschierte das marokkanische Militär in das Land ein und baute eine 2,700 Kilometer lange "Wand der Scham" durch die Wüste, was 250.000 Flüchtlinge. Die meisten von ihnen, sowie auch die dritte Generation dieser sind immer noch in Flüchtlingslagern, die zum Überleben auf Hilfe von außerhalb angewiesen sind. Al Khadras' Poesie ist ein lebendiger Beweis des Konfliktes und zeigt ihre Position als Pförtner der Erinnerungen der Saharawi an Kampf und Elend.

Wir werden Zeugen wie diese besondere Matriarchin mit den Entbehrungen und der Trostlosigkeit des Lebens im Camp umgeht und gleichzeitig ihre mündliche Lyrik am Leben erhält und versucht ihren Aktivismus durch öffentliche Auftritte an die nächste Generation weiter zu geben. Kontrastierend zu Wüstenlandschaften beschreibt Al Khadra die Notwendigkeit Menschen zu finden, die ihre Gedichte für sie aufschreiben und betont die Rolle der Saharawi Frauen im Kampf: "Die Männer, die die Frauen ausbildeten sagten: Es ist nicht fair, vor einer Saharawi Frau zu gehen."

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Noemie Mendelle

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