"Alles unter Kontrolle": Wenig Neues aus der Welt von "Big Brother"

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Werner Boote will kein Hobbit sein: Kein nettes Wesen, das rund um die Uhr von Aragorn bewacht werden muss, damit ihm nichts passiert. Dieses Beispiel bringt der Ex-Chef des Brit-Geheimdienstes, um zu veranschaulichen, warum wir alle Tag und Nacht – wie ein Hobbit – beobachtet werden müssen: zu unserer eigenen Sicherheit. Der Doku-Filmemacher Werner Boote, eine Art österreichischer Michael Moore für Zeitgeist-Themen, knöpft sich nach "Plastic Planet" und "Population Boom" nun Überwachungssysteme und deren Kontrolle unseres Lebens vor. Dass sich mit Handys, Kreditkarten und Facebook ein detailgenaues Profil unseres (Kauf-)verhaltens erstellen lässt, haben wir bereits geahnt, aber Boote bestätigt dies mit Interviews und rasanten Schauplatzwechsel: Zwischen London und Neu-Delhi befragt er Überwachungsbefürworter und -gegner, fördert insgesamt wenig Neues zutage, aber fasst (milde) unterhaltsam und leicht verständlich zusammen: "Wir alle leben im Panoptikum." Und: "Freiheit sieht anders aus."

Text: Alexandra Seibel

INFO: Österreich 2015. 93 Minuten. Von und mit Werner Boote. Mit Jacob Appelbaum.

KURIER-Wertung:

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