Return to the Border

 F/China/Nordkorea 2005

Au bord du fleuve, sur la frontière sino-coréenne

Dokumentation 56 min.
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Die Grenze zwischen China und Nordkorea ist nicht nur eine geografische: Der Fluss, der die beiden Länder voneinander trennt, hatte früher jedoch etwas Verbindendes: China, der «große Bruder» im Norden, bewahrte den kleinen Nachbarn vor in seinen Augen imperialistischen Gefahren des Westens. Doch dieses Bild hat sich heute gewandelt, und wenn die Menschen sich auf den jeweiligen Ufern des Grenzflusses gegenüber stehen, ist von Gleichgesinnung nichts mehr zu merken. Au bord du fleuve, sur la frontière sino-coréenne ist eine Reiseerzählung der besonderen Art, entlang eines Flusses, der hier auch als psychologische Grenze fungiert. Die nordkoreanischen Soldaten, die ihren Wachdienst versehen, kommen im Winter über das zugefrorene Wasser zum Handeln und - wenn das wenige Geld nicht reicht - zum Betteln. Es ist eine Reise in eines der stärksten isolierten Länder der Welt und zugleich in die Vergangenheit: Am Ende fährt die Kamera Nojas über den Fluss hinweg nach Pjöngjang, und nach kilometerlangen menschenleeren Straßen erreicht man wie zum Spott den nie vollendeten kommunistischen Regierungspalast der Stadt. Ich wuchs in der Stadt Dandong, am unteren Abschnitt des Flusses Yalu auf, genau gegenüber von Nordkorea. Was ich als Kind über das Nachbarland auf der anderen Seite des Grenzflusses wusste, war das, was wir im Klassenzimmer gelernt hatten: Die Nordkoreaner waren unsere engsten Freunde, wir hatten ihnen geholfen, die amerikanischen Imperialisten zu besiegen und wir sollten Nordkorea als unseren jüngeren Bruder betrachten. Diese brüderliche Atmosphäre herrschte bis in die frühen 90er Jahre. Zu dem Zeitpunkt begann Chinas Politik der Reform und Offenheit erste Resultate zu zeigen. Doch während die Vitalität Chinas klar ist, wenn man sich die Vielzahl an entstehenden Hochhäusern vor Augen führt, hat sich die Landschaft am nordkoreanischen Ufer des Flusses nichts geändert. Der einzige Unterschied besteht darin, dass uns die Leute auf der anderen Seite des Wassers ganz und gar nicht mehr willkommen zuwinken. (Noja)

(Text: Viennale 2006)

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Noja
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