53 Festivals in 54 Jahren - ein Rückblick

 
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Das erste Filmfestival in Cannes waren für den September 1939 nach dem Vorbild der Filmfestspiele von Venedig geplant. Da diese unter Mussolini zu einer faschistischen Propagandaveranstaltung verkommen waren, wollte man in Cannes eine internationale Gegenveranstaltung organisieren. Man war bereits mitten in den Vorbereitungen, als im August 1939 Hitler Polen den Krieg erklärte. Erst 1946 konnten die ersten Filmfestspiele von Cannes offiziell eröffnet werden. Mit Ausnahme der Jahre 1948 und 1950, in denen aus budgetären kein Festival organisiert werden konnte, fand es nun alljährlich statt.

Bekannt durch Stars und Glamour war Cannes immer auch vom jeweiligen Zeitgeist geprägt. Diplomatische Rücksichten und die Begleiterscheinungen des Kalten Krieges hatten Einfluss auf die Wettbewerbsauswahl. Man wollte es sich mit keiner der befreundeten Nationen verscherzen und so wurden Filme vom Wettbewerb zurückgezogen, deren Themen als zu brisant eingestuft wurden, wie etwa Alain Resnais "Nuit et brouillard" (1955), ein Dokumentarfilm über die deutschen Konzentrationslager während der Nazi-Zeit, oder "Hiroshima mon amour" (1959), der den amerikanischen Atombombenabwurf auf Japan thematisierte.

Die gesellschaftlichen Veränderungen des Mai 1968 überrollten auch die Filmfestspiele von Cannes. Eine Gruppe zorniger Regisseure, unter ihnen Francois Truffaut und Jean-Luc Godard forderten den Stopp des Festivals, während in Paris die Revolution die Straßen beherrschte. Sie scheuten auch vor spektakulären Aktionen nicht zurück, um ihren Forderungen durchzusetzen und schafften es schließlich tatsächlich, dass das Festival am zweiten Tag ausgesetzt wurde. Im Jahr darauf dominierte das neue Bewusstsein nun auch die Leinwand, und politisch engagierte Filme wie "Z", "If" und "Antonio-das-mortes" wurden ausgezeichnet. Die rebellischen Regisseure hatten sich in der Zwischenzeit zur "Société des Réalisateurs de Films" zusammengefunden, eine Vereinigung, die sich gegen jegleiche Zensur und diplomatische Rücksichtnahme in der Filmkunst wandte. Ab 1969 organisiert sie alljährlich als Gegenveranstaltung zum Filmfestival von Cannes die "Quinzaine des Réalisateurs" - die vierzehn Tage des Autorenfilms.

Zum 53. Mal ist Cannes für die Dauer des Festivals heuer wieder der Mittelpunkt der Filmwelt. Dafür sorgt nicht nur das offizielle Wettbewerbsprogramm. Im Laufe der Zeit machen sich zahlreiche Parallelveranstaltungen die Anziehungskraft des Festivals zunutze. Neben der "Quinzaine des Realisatuers" wird seit 1962 auch die "Semaine de la Critique" - die Woche der Kritiker - regelmäßig während des offiziellen Festivals abgehalten. Begleitet werden die Veranstaltungen durch zahlreiche Events der Medien- und Filmbranche. Dieser Mix aus Kommerz und Kunst macht Cannes zu einem der wichtigsten Ereignisse für Filmschaffende aus aller Welt.

Die Highlights des diesjährigen Programms
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