Ben Hur: Morgan Freeman im Video-Interview

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In der Neuadaption des Historienklassikers "Ben Hur" tritt Newcomer Jack Huston (33) ab 1. September in die Sandalen des verstorbenen Charlton Heston. "Es war sehr opernhaft. Wir wollten es zugänglicher machen", erzählte der englisch-amerikanische Schauspieler der APA in Los Angeles ohne den Klassiker abqualifizieren zu wollen. "Ich liebe die Version von 1959."

Der berühmte Roman "Ben-Hur: A tale of the Christ" (erschienen 1880) von Lew Wallace wurde bereits mehrmals verfilmt, aber es war William Wylers Version mit Heston in der Hauptrolle, der ihn 1959 in den Orbit der teuersten Hollywoodproduktionen katapultierte. Die Academy ließ damals elf Oscars auf den Film regnen. Er gilt bis heute als Klassiker und zählt zum obligatorischen Fernsehprogramm am Ostersonntag. Da ist es verständlich, dass die Idee eines Remakes bei einigen zunächst Befremden auslöste. "Ich habe einen völlig anderen Zugang dazu, weil ich denke, dass Film eine Kunstform ist", sagte Hauptdarsteller Huston. "Wenn Sie eine Landschaft hernehmen und die von vier großen Malern zeichnen lassen, dann werden Sie vier sehr unterschiedliche Gemälde erhalten, weil es unterschiedlich interpretiert werden kann, und das ist schön."

"Ein Film über Hoffnun, Erlösung und Vergebung"

Die Neuadaption des Romans sollte keine reine Neuverfilmung, sondern eine Neuinterpretation werden. "Es ist kein Remake, sondern eine völlig neue Version des Buches von Lew Wallace. Die Version von 1959 war eine Geschichte über Rache. Dies ist ein Film über Hoffnung, Erlösung und Vergebung, was ich für eine wichtige Botschaft halte", so der 33-Jährige, den meisten bekannt aus der US-Serie "Boardwalk Empire". Für die Szene auf dem Sklavenschiff nahm er fast 14 Kilo ab. "Es war wirklich hart", erzählte er von der Transformation vom wohlgenährten Adeligen zum ausgehungerten Sklaven. "Vor allem wenn Sie in Rom drehen, der Stadt der Liebe, des Essens und des Weins!"

"Ben Hur" ist die Geschichte von Judah Ben Hur (Jack Huston), einem jüdischen Prinzen, der von seinem Adoptivbruder und Offizier der römischen Armee Messala (Toby Kebbell) des Verrats beschuldigt wird. Seines Hab und Guts beraubt, wird er von seiner Frau (Nazanin Boniadi) und Familie getrennt und auf ein Sklavenschiff verbannt. Judah überlebt und kehrt nach Jahren auf See in seine Heimat zurück, um Vergeltung zu suchen. Er bricht seinen Rachefeldzug aber schließlich ab, als er von der Glaubensbotschaft Jesu (Rodrigo Santoro) überzeugt wird.

Die tiefe Gottesgläubigkeit Ben Hurs ist ein zentrales Thema des Films. Rodrigo Santoro (41) spielt Jesus von Nazareth. Keine leichte Aufgabe für den brasilianischen Schauspieler. "Ich habe am Anfang sehr hart daran arbeiten müssen, nicht in Panik zu geraten, denn wenn man zu viel über die Verantwortung und Erwartungen nachdenkt, dann lähmt das einen", erzählte er von dem Druck, der auf seinen Schultern lastete. Man wollte eine Art "neuen Jesus" einführen. "Um es mehr in Einklang zu bringen mit der Welt, in der wir leben und zu versuchen, eine echte Identifikation mit dem Publikum von heute zu schaffen. Es gibt Menschen, die nicht einmal die klassische Version aus den 50er-Jahren kennen. Es spielt keine Rolle, ob Sie religiös sind oder nicht, seine Botschaft ist wirklich mächtig", so Santoro.

Freeman arbeiet gerne

Im Gegensatz zu seinen Kollegen dachte Morgan Freeman nicht so sehr über die fromme Botschaft des Films nach, sondern gab ganz offen zu, dass er einfach gerne arbeitet. "Hey, wenn Sie eine gute Rolle in einem großen Film bekommen, dann ist etwa die Hälfte des Jahres bereits gelaufen." Der 79-Jährige spielt, wie schon so oft in seiner Karriere, die Stimme der Vernunft, einen Scheich namens Ilderim, der Judah Ben Hur als Wagenrennfahrer unter seine Fittiche nimmt. "Ich bin mir bewusst, dass ich da in eine Schublade gesteckt werde", erzählte er. "Die Leute erfinden einen Charakter, der diese Qualitäten hat, Weisheit und all das, und sie denken an Morgan Freeman." Er selbst will aber nicht in eine Schublade gesteckt werden. "Das ist so wie wenn ein Schauspieler immer wieder angeheuert wird, den Bösewicht zu spielen, und so will ich nicht sein."

Morgan Freeman im Video-Interview mit Rachel Kasuch:

Spektakuläres Wagenrennen als Krönung

Wie schon zu Hestons Zeiten ist die Krönung des Films das spektakuläre Wagenrennen. Der größte Teil davon wurde mit der Kamera gefilmt und kam fast ohne Nachbearbeitung mit dem Computer aus, was intensives Training für Jack Huston und Toby Kebbell im Vorfeld bedeutete. "Das war eine Herausforderung, die mich fasziniert hat. Es kommt nicht oft vor, dass man gefragt wird, ob man lernen will wie man von vier Pferden gezogen wird", so der britische Schauspieler Kebbell.

Hinter dem Projekt stehen die selbstbekennenden Christen und Produzenten der Miniserie "Die Bibel", das Ehepaar Mark Burnett und Roma Downey. Regie führte der aus Kasachstan stammende Timur Bekmambetow, der sich in der Vergangenheit vor allem durch die Filme "Wächter der Nacht", "Wanted" und "Abraham Lincoln Vampirjäger" einen Namen gemacht hat.

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