"Sie nannten ihn Mücke" - Bud Spencer ist gestorben

Bud SpencerAPA/dpa/unbekannt
Bud Spencer

Der italienische Schauspieler und ehemalige Olympia-Teilnehmer Bud Spencer ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Der Held unzähliger Actionkomödien starb am Montagabend in einem römischen Krankenhaus, in dem er zuletzt eingeliefert worden war, teilte sein Sohn Giuseppe Pedersoli mit.

Der durch zahlreiche Klamauk-Prügelfilme bekannt gewordene Schauspieler hatte ein so ereignisreiches Leben, wie wenige andere. Als Leistungsschwimmer, Schauspieler, Jurist, Unternehmer und Musikproduzent war der als Carlo Pedersoli im Jahr 1929 in Neapel zur Welt gekommene Bud Spencer bekannt.

Erst im März hatte die Schauspiel-Legende sein neues Buch "Was ich Euch noch sagen wollte" im deutschen Verlag "Schwarzkopf & Schwarzkopf" veröffentlicht. Das Werk enthält Lebensweisheiten mit autobiografischen Bezügen.

Matteo Renzi, Italiens Regierungschef, verabschiedet sich via Facebook vom italienischen Schauspieler.

Ein Mann für "Haudrauf-Filme"

Mit Terence Hill wird Bud Spencer wegen seiner unzähligen "Haudrauf-Filme" in Erinnerung bleiben. Der vollbärtige Mann mit kleinen, zusammengedrückten Augen wurde durch den sogenannten "Spaghetti-Western" weltberühmt. Mit der beidhändigen Doppelbackpfeife und dem senkrechten Schlag mit der Faust auf den Kopf lehrte er seinen Gegnern das Fürchten. 

Doch Carlo Pedersoli war schon in den Fünfzigerjahren überaus erfolgreich. Er nahm 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne an den olympischen Spielen teil. Dem Leistungssport sagte der massige Italiener "Ciao" und konzentrierte sich auf seine Schauspielkarriere als "Bud Spencer".

Dem Publikum gefiel der Schwimmer als Schauspieler. Filme mit Titeln wie "Vier Fäuste für ein Halleluja", "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" oder "Zwei Asse trumpfen auf" füllten die Kinos.

Seinen Künstlernamen legte er sich zu, weil er sich den Namen als Schwimm-Champion nicht "ruinieren" wollte. Dann eben Bud Spencer. "Spencer, weil Spencer Tracy mein Lieblingsschauspieler war. Und Bud, tja, wie das Bier Bud", erklärt der Koloss vor einigen Jahren.

Ein Genie und Frauenheld

Schwimmer und Schauspieler sind aber nur eine Seite von Bud Spencer. Der Italiener war außerdem auch Jurist, Unternehmer, Musikproduzent, Erfinder, Rugby-Spieler, Wasserball-Nationalspieler und Frauenheld. Zumindest, bevor er 1960 Maria Amato heiratete.

In der Schule übersprang er zwei Klassen. Mit 16 studierte er Chemie. Und musste aufhören, weil die Familie nach Südamerika auswanderte. Erst nach Brasilien, dann nach Argentinien. Dort arbeitete er als Fließbandarbeiter, Sekretär und Bibliothekar.

Als er nach Rom zurückkehrte, studierte Pedersoli Jura und ging wieder nach Südamerika, diesmal nach Venezuela. Dort arbeitete er als Alfa-Romeo-Manager. Sein Schwiegervater Giuseppe Amato, der als Filmproduzent sein Geld verdiente, brachte ihn dann mit dem Showbusiness in Kontakt. Bud Spencer war geboren.

Bud Spencer hatte ein ereignisreiches Leben , das viel mehr ist als Kinnhaken, Kino und Klamauk. Schauspieler, Jurist, Unternehmer, Leistungsschwimmer, Musikproduzent, Erfinder - all dies hätte auf die eine oder andere Weise die Berechtigung, auf seiner Visitenkarte zu stehen können.
Der Ruhm als Prügelheld in den Haudrauf-Filmen und die Verwandlung in Bud Spencer standen jedenfalls nicht am Anfang seines Wirkens. Bild: "Zwei außer Rand und Band" (1976) Als Sohn einer wohlhabenden Industriellen-Familie in der süditalienischen Metropole Neapel geboren, machte sich der junge Pedersoli in den 1950er-Jahren zunächst als mehrfacher italienischer Schwimmmeister einen Namen. Sogar bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne war er mit von der Partie. Eigentlich wollte er Chemiker werden, brach sein früh begonnenes Studium aber ab, weil die Familie nach Südamerika ging. Zurück in Rom studierte er einige Semester Jura und kehrte wenig später erneut nach Südamerika - diesmal nach Venezuela - zurück, wo er dann als Automanager arbeitete. Nachdem er wieder in Italien angekommen war, brachte ihn unter anderem sein Schwiegervater, ein Filmproduzent, mit dem Showbusiness in Kontakt. 1960 hatte er seine Frau Maria geheiratet, mit der er bis heute zusammen ist. Es war der Beginn der Italo-Western-Zeit und die Kunstfigur Bud Spencer wurde geboren. Wieso eigentlich Bud Spencer? "Spencer, weil Spencer Tracy mein Lieblingsschauspieler war. Und Bud, tja, wie das Bier Bud", erklärte der Schauspieler einmal das Geheimnis seines Künstlernamens. Das Erfolgsrezept wäre aber unvollständig ohne seinen Filmpartner der kommenden Jahrzehnte: Terence Hill - gertenschlank und eisblaue Augen. Der eine - Hill - chic, clever und bärenstark, der andere - Spencer - ebenfalls schlagkräftig, gutherzig und immer etwas dickköpfig. Die Erfolge der beiden kamen reihenweise: "Vier Fäuste für ein Halleluja", "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" oder "Zwei Asse trumpfen auf" füllten nicht nur in Deutschland die Kinos. "Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Charakter. In diesem Buch steht nur ein Viertel meines Lebens", sagte Spencer bei der Vorstellung seiner Autobiografie vor gut drei Jahren. Verleger Oliver Schwarzkopf hat ihn oft getroffen und hält große Stücke auf ihn: Er habe Bud Spencer "als besonders warmherzigen und sehr offenen Familienmenschen ohne jegliche Starallüren kennengelernt". Zu Deutschland hat der Schauspieler eine besondere Beziehung: Und das hat auch mit Schwäbisch Gmünd zu tun, wo seit einigen Jahren ein Freibad seinen Namen trägt. Die Geschichte ist einigermaßen skurril und geht so: Die schwäbische Kommune suchte für den Tunnel einer Ortsumgehung per Online-Abstimmung einen Namen. Das Votum der Internetgemeinde: "Bud-Spencer-Tunnel". Die Kleinstadt war auf einmal bundesweit in den Medien, ein besseres Stadtmarketing hätte sie sich kaum wünschen können. Am Ende wurde das Bauwerk zwar Einhorn-Tunnel genannt, denn im Gemeinderat konnte nicht jeder über die Spaß-Aktion lachen. Doch Bud Spencer wurde trotzdem in Schwäbisch Gmünd verewigt. Die Lösung war das örtliche Freibad, zu dem der Schauspieler tatsächlich eine Beziehung hat: Als Schwimmer stieg er hier im Sommer 1951 für die 100 Meter Freistil ins Wasser und blieb nach Angaben der Stadt unter einer Minute - sehr zur Freude des damaligen Publikums, das zu dem Länderkampf gekommen war. "Ich liebe Schwäbisch Gmünd", sagte er bei der Verleihung des Namens, zu der er Ende 2011 tatsächlich angereist war. Seinen Ehrentag in der kommenden Woche will der Italiener daheim in Rom verbringen, wie sein Sohn Giuseppe erzählt. Von dem Klinikaufenthalt vor einigen Monaten habe der Vater sich inzwischen gut erholt.
Als Sohn einer wohlhabenden Industriellen-Familie in der süditalienischen Metropole Neapel geboren, machte sich der junge Pedersoli in den 1950er-Jahren zunächst als mehrfacher italienischer Schwimmmeister einen Namen. Sogar bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne war er mit von der Partie. Bild aus dem Buch: "Bud Spencer. Mein Leben", Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag
Eigentlich wollte er Chemiker werden, brach sein früh begonnenes Studium aber ab, weil die Familie nach Südamerika ging. Zurück in Rom studierte er einige Semester Jura und kehrte wenig später erneut nach Südamerika - diesmal nach Venezuela - zurück, wo er dann als Automanager arbeitete.
Nachdem er wieder in Italien angekommen war, brachte ihn unter anderem sein Schwiegervater, ein Filmproduzent, mit dem Showbusiness in Kontakt. 1960 hatte er seine Frau Maria geheiratet, mit der er bis heute zusammen ist. Es war der Beginn der Italo-Western-Zeit und die Kunstfigur Bud Spencer wurde geboren.
Wieso eigentlich Bud Spencer? "Spencer, weil Spencer Tracy mein Lieblingsschauspieler war. Und Bud, tja, wie das Bier Bud", erklärte der Schauspieler einmal das Geheimnis seines Künstlernamens.
Das Erfolgsrezept wäre aber unvollständig ohne seinen Filmpartner der kommenden Jahrzehnte: Terence Hill. Der eine - Hill - chic, clever und stark, der andere - Spencer - ebenfalls schlagkräftig, gutherzig, bärenstark und immer etwas dickköpfig.
Die Erfolge der beiden kamen reihenweise: "Vier Fäuste für ein Halleluja", "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" oder "Zwei Asse trumpfen auf" füllten nicht nur in Deutschland die Kinos. Bild: "Vier Fäuste für ein Halleluja" (1972) - Video
"Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Charakter. In diesem Buch steht nur ein Viertel meines Lebens", sagte Spencer bei der Vorstellung seiner Autobiografie vor fünf Jahren. Verleger Oliver Schwarzkopf hat ihn oft getroffen und hält große Stücke auf ihn: Er habe Bud Spencer "als besonders warmherzigen und sehr offenen Familienmenschen ohne jegliche Starallüren kennengelernt".
Zu Deutschland hat der Schauspieler eine besondere Beziehung: Und das hat auch mit Schwäbisch Gmünd zu tun, wo seit einigen Jahren ein Freibad seinen Namen trägt.
Die Geschichte ist einigermaßen skurril und geht so: Die schwäbische Kommune suchte für den Tunnel einer Ortsumgehung per Online-Abstimmung einen Namen. Das Votum der Internetgemeinde: "Bud-Spencer-Tunnel".
Die Kleinstadt war auf einmal bundesweit in den Medien, ein besseres Stadtmarketing hätte sie sich kaum wünschen können. Am Ende wurde das Bauwerk zwar Einhorn-Tunnel genannt, denn im Gemeinderat konnte nicht jeder über die Spaß-Aktion lachen. Doch Bud Spencer wurde trotzdem in Schwäbisch Gmünd verewigt.
Die Lösung war das örtliche Freibad, zu dem der Schauspieler tatsächlich eine Beziehung hat: Als Schwimmer stieg er hier im Sommer 1951 für die 100 Meter Freistil ins Wasser und blieb nach Angaben der Stadt unter einer Minute - sehr zur Freude des damaligen Publikums, das zu dem Länderkampf gekommen war. "Ich liebe Schwäbisch Gmünd", sagte er bei der Verleihung des Namens, zu der er Ende 2011 tatsächlich angereist war.
Berühmt wurde Bud Spencer vor allem mit seinen Watschen-Orgien mit Terence Hill. "Zwei sind nicht zu bremsen" (Bild) war also nicht bloß ein Filmtitel.
Die Filme waren oftmals künstlerisch nicht sonderlich anspruchsvoll, das störte die Millionen von Fans aber nicht. Denn wenn Bud Spencer mit Terence Hill (auch ein Italiener) im Komödianten-Duo auf der Leinwand auftauchte, dann waren Action und Massenschlägereien angesagt. Bild: "Die rechte und die linke Hand des Teufels" (1970)
"Wenn Bud und ich zusammen drehen, macht es einfach "klick" und wir sind lustig", so Hill. Bild: "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" (1972)
"Das Krokodil und sein Nilpferd": In den Bud-Spencer-Filmen sind die Rollen immer klar verteilt.
Die vielen flapsigen Sprüche brachten dem Duo Bud Spencer und Terence Hill im deutschsprachigen Raum große Bekanntheit. Bild: "Zwei bärenstarke Typen" (1983)
Die Synchronbearbeitung von Rainer Brandt prägte die Rollen der beiden maßgeblich. Bild: "Zwei Asse trumpfen auf"
Beispiele gefällig? "Sagt mal ihr Pappheimer, hat der Typ da drüben von Geburt an diese Macke, oder erst seidem er schwanger ist?" - "Und jetzt gibt es nochmal so richtig Haue, mit dem Stühlchen in die Schnauze." aus: "Vier Fäuste gegen Rio" (1984)
Oder: "Nun guck' ihn dir an ... der hat auch nicht mehr Grips als 'n Spatz Fleisch an der Kniescheibe ..." Bild: Bud Spencer und Terence Hill im berühmten Buggy in "Zwei wie Pech und Schwefel" (Video)
Oder: "Jetzt hau ich dir die Nucke zwischen die Rippen!" aus: "Das Krokodil und sein Nilpferd" (1979)
Bud Spencer in "Miami Cops": "Wir sind halbausgebildete Sanitöter!"
Deutscher Synchronsprecher von Bud Spencer war meist Wolfgang Hess, der ihm in mehr als 25 Spielfilmrn sowie in zwei Serien seine Stimme lieh. Arnold Marquis und Martin Hirthe haben als deutsche Stimmen Spencers ebenfalls einen gewissen Ruf erlangt. Bild: "Vier für ein Ave Maria" (1968)
Die Fans träumten lange davon, dass das Duo noch einmal zuschlägt. 1994 hatten die beiden ihren bisher letzten gemeinsamen Auftritt in der Westernparodie "Die Troublemaker" (Bild).
Im April 2011 dementierte Spencer Gerüchte, dass es einen weiteren Film mit Terence Hill geben werde: "Nie wieder. Wir bewegen uns wie alte Männer." Bild: "Zwei Missionare" (1974)
Ein filmisches Denkmal soll Bud Spencer allerdings noch mit einem Dokumentarfilm gesetzt werden. Karl-Martin Pold und Sarah Ulrike Nörenberg starteten als Buddy Lane Production das Crowdfunding-Projekt "Be Bud Of It", um ihr Vorhaben verwirklichen zu können.
Mehr als 8.000 Euro hat man via startnext zusammenbekommen - von geplanten 5.000. An der Doku "Sie nannten in Spencer" wird gerade gedreht. Auf der Website budspencermovie.com berichten die Macher über den Fortschritt des Projekts und veröffentlichen Interview-Videos. Bild: "Zwei Asse trumpfen auf" (1981)
Bud Spencer hatte viele Seiten. Aber seinem Publikum wird er stets als der bärbeißige Watschenverteiler an der Seite von Terrence Hill in Erinnerung bleiben. Danke für die lustigen Stunden.
Bud Spencer hatte ein ereignisreiches Leben , das viel mehr ist als Kinnhaken, Kino und Klamauk. Schauspieler, Jurist, Unternehmer, Leistungsschwimmer, Musikproduzent, Erfinder - all dies hätte auf die eine oder andere Weise die Berechtigung, auf seiner Visitenkarte zu stehen können.
Der Ruhm als Prügelheld in den Haudrauf-Filmen und die Verwandlung in Bud Spencer standen jedenfalls nicht am Anfang seines Wirkens. <em>Bild: "Zwei außer Rand und Band" (1976)</em>      Als Sohn einer wohlhabenden Industriellen-Familie in der süditalienischen Metropole Neapel geboren, machte sich der junge Pedersoli in den 1950er-Jahren zunächst als mehrfacher italienischer Schwimmmeister einen Namen. Sogar bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne war er mit von der Partie.     Eigentlich wollte er Chemiker werden, brach sein früh begonnenes Studium aber ab, weil die Familie nach Südamerika ging. Zurück in Rom studierte er einige Semester Jura und kehrte wenig später erneut nach Südamerika - diesmal nach Venezuela - zurück, wo er dann als Automanager arbeitete.     Nachdem er wieder in Italien angekommen war, brachte ihn unter anderem sein Schwiegervater, ein Filmproduzent, mit dem Showbusiness in Kontakt. 1960 hatte er seine Frau Maria geheiratet, mit der er bis heute zusammen ist. Es war der Beginn der Italo-Western-Zeit und die Kunstfigur Bud Spencer wurde geboren. Wieso eigentlich Bud Spencer? "Spencer, weil Spencer Tracy mein Lieblingsschauspieler war. Und Bud, tja, wie das Bier Bud", erklärte der Schauspieler einmal das Geheimnis seines Künstlernamens.     Das Erfolgsrezept wäre aber unvollständig ohne seinen Filmpartner der kommenden Jahrzehnte: Terence Hill - gertenschlank und eisblaue Augen. Der eine - Hill - chic, clever und bärenstark, der andere - Spencer - ebenfalls schlagkräftig, gutherzig und immer etwas dickköpfig. Die Erfolge der beiden kamen reihenweise: "Vier Fäuste für ein Halleluja", "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" oder "Zwei Asse trumpfen auf" füllten nicht nur in Deutschland die Kinos.     "Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Charakter. In diesem Buch steht nur ein Viertel meines Lebens", sagte Spencer bei der Vorstellung seiner Autobiografie vor gut drei Jahren. Verleger Oliver Schwarzkopf hat ihn oft getroffen und hält große Stücke auf ihn: Er habe Bud Spencer "als besonders warmherzigen und sehr offenen Familienmenschen ohne jegliche Starallüren kennengelernt".     Zu Deutschland hat der Schauspieler eine besondere Beziehung: Und das hat auch mit Schwäbisch Gmünd zu tun, wo seit einigen Jahren ein Freibad seinen Namen trägt. Die Geschichte ist einigermaßen skurril und geht so: Die schwäbische Kommune suchte für den Tunnel einer Ortsumgehung per Online-Abstimmung einen Namen. Das Votum der Internetgemeinde: "Bud-Spencer-Tunnel".     Die Kleinstadt war auf einmal bundesweit in den Medien, ein besseres Stadtmarketing hätte sie sich kaum wünschen können. Am Ende wurde das Bauwerk zwar Einhorn-Tunnel genannt, denn im Gemeinderat konnte nicht jeder über die Spaß-Aktion lachen. Doch Bud Spencer wurde trotzdem in Schwäbisch Gmünd verewigt. Die Lösung war das örtliche Freibad, zu dem der Schauspieler tatsächlich eine Beziehung hat: Als Schwimmer stieg er hier im Sommer 1951 für die 100 Meter Freistil ins Wasser und blieb nach Angaben der Stadt unter einer Minute - sehr zur Freude des damaligen Publikums, das zu dem Länderkampf gekommen war. "Ich liebe Schwäbisch Gmünd", sagte er bei der Verleihung des Namens, zu der er Ende 2011 tatsächlich angereist war.     Seinen Ehrentag in der kommenden Woche will der Italiener daheim in Rom verbringen, wie sein Sohn Giuseppe erzählt. Von dem Klinikaufenthalt vor einigen Monaten habe der Vater sich inzwischen gut erholt.
Als Sohn einer wohlhabenden Industriellen-Familie in der süditalienischen Metropole Neapel geboren, machte sich der junge Pedersoli in den 1950er-Jahren zunächst als mehrfacher italienischer Schwimmmeister einen Namen. Sogar bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne war er mit von der Partie. <em>Bild aus dem Buch: "Bud Spencer. Mein Leben", Schwarzkopf &amp; Schwarzkopf Verlag</em>
Eigentlich wollte er Chemiker werden, brach sein früh begonnenes Studium aber ab, weil die Familie nach Südamerika ging. Zurück in Rom studierte er einige Semester Jura und kehrte wenig später erneut nach Südamerika - diesmal nach Venezuela - zurück, wo er dann als Automanager arbeitete.
Nachdem er wieder in Italien angekommen war, brachte ihn unter anderem sein Schwiegervater, ein Filmproduzent, mit dem Showbusiness in Kontakt. 1960 hatte er seine Frau Maria geheiratet, mit der er bis heute zusammen ist. Es war der Beginn der <a href="http://kurier.at/kultur/film/der-italowestern/2.499.786/slideshow">Italo-Western</a>-Zeit und die Kunstfigur Bud Spencer wurde geboren.
Wieso eigentlich Bud Spencer? "Spencer, weil Spencer Tracy mein Lieblingsschauspieler war. Und Bud, tja, wie das Bier Bud", erklärte der Schauspieler einmal das Geheimnis seines Künstlernamens.
Das Erfolgsrezept wäre aber unvollständig ohne seinen Filmpartner der kommenden Jahrzehnte: Terence Hill. Der eine - Hill - chic, clever und stark, der andere - Spencer - ebenfalls schlagkräftig, gutherzig, bärenstark und immer etwas dickköpfig.
Die Erfolge der beiden kamen reihenweise: "Vier Fäuste für ein Halleluja", "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" oder "Zwei Asse trumpfen auf" füllten nicht nur in Deutschland die Kinos. <em>Bild: "Vier Fäuste für ein Halleluja" (1972)</em> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=YM9VdHZqkPg" target="_blank">- Video</a>
"Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Charakter. In diesem Buch steht nur ein Viertel meines Lebens", sagte Spencer bei der Vorstellung seiner Autobiografie vor fünf Jahren. Verleger Oliver Schwarzkopf hat ihn oft getroffen und hält große Stücke auf ihn: Er habe Bud Spencer "als besonders warmherzigen und sehr offenen Familienmenschen ohne jegliche Starallüren kennengelernt".
Zu Deutschland hat der Schauspieler eine besondere Beziehung: Und das hat auch mit Schwäbisch Gmünd zu tun, wo seit einigen Jahren ein Freibad seinen Namen trägt.
Die Geschichte ist einigermaßen skurril und geht so: Die schwäbische Kommune suchte für den Tunnel einer Ortsumgehung per Online-Abstimmung einen Namen. Das Votum der Internetgemeinde: "Bud-Spencer-Tunnel".
Die Kleinstadt war auf einmal bundesweit in den Medien, ein besseres Stadtmarketing hätte sie sich kaum wünschen können. Am Ende wurde das Bauwerk zwar Einhorn-Tunnel genannt, denn im Gemeinderat konnte nicht jeder über die Spaß-Aktion lachen. Doch Bud Spencer wurde trotzdem in Schwäbisch Gmünd verewigt.
Die Lösung war das örtliche Freibad, zu dem der Schauspieler tatsächlich eine Beziehung hat: Als Schwimmer stieg er hier im Sommer 1951 für die 100 Meter Freistil ins Wasser und blieb nach Angaben der Stadt unter einer Minute - sehr zur Freude des damaligen Publikums, das zu dem Länderkampf gekommen war. "Ich liebe Schwäbisch Gmünd", sagte er bei der Verleihung des Namens, zu der er Ende 2011 tatsächlich angereist war.
Berühmt wurde Bud Spencer vor allem mit seinen Watschen-Orgien mit Terence Hill. "Zwei sind nicht zu bremsen" (Bild) war also nicht bloß ein Filmtitel.
Die Filme waren oftmals künstlerisch nicht sonderlich anspruchsvoll, das störte die Millionen von Fans aber nicht. Denn wenn Bud Spencer mit Terence Hill (auch ein Italiener) im Komödianten-Duo auf der Leinwand auftauchte, dann waren Action und Massenschlägereien angesagt. <em>Bild: "Die rechte und die linke Hand des Teufels" (1970)</em>
"Wenn Bud und ich zusammen drehen, macht es einfach "klick" und wir sind lustig", so Hill. <em>Bild: "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" (1972)</em>
"Das Krokodil und sein Nilpferd": In den Bud-Spencer-Filmen sind die Rollen immer klar verteilt.
Die vielen flapsigen Sprüche brachten dem Duo Bud Spencer und Terence Hill im deutschsprachigen Raum große Bekanntheit. <em>Bild: "Zwei bärenstarke Typen" (1983)</em>
Die Synchronbearbeitung von Rainer Brandt prägte die Rollen der beiden maßgeblich. <em>Bild: "Zwei Asse trumpfen auf"</em>
Beispiele gefällig? "Sagt mal ihr Pappheimer, hat der Typ da drüben von Geburt an diese Macke, oder erst seidem er schwanger ist?" - "Und jetzt gibt es nochmal so richtig Haue, mit dem Stühlchen in die Schnauze." <em>aus: "Vier Fäuste gegen Rio" (1984)</em>
Oder: "Nun guck' ihn dir an ... der hat auch nicht mehr Grips als 'n Spatz Fleisch an der Kniescheibe ..." <em>Bild: Bud Spencer und Terence Hill im berühmten Buggy in "Zwei wie Pech und Schwefel"</em> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=sozSAAq2CaI" target="_blank"><em>(Video)</em></a>
Oder: "Jetzt hau ich dir die Nucke zwischen die Rippen!" <em>aus: "Das Krokodil und sein Nilpferd" (1979)</em>
Bud Spencer in "Miami Cops": "Wir sind halbausgebildete Sanitöter!"
Deutscher Synchronsprecher von Bud Spencer war meist Wolfgang Hess, der ihm in mehr als 25 Spielfilmrn sowie in zwei Serien seine Stimme lieh. Arnold Marquis und Martin Hirthe haben als deutsche Stimmen Spencers ebenfalls einen gewissen Ruf erlangt. <em>Bild: "Vier für ein Ave Maria" (1968)</em>
Die Fans träumten lange davon, dass das Duo noch einmal zuschlägt. 1994 hatten die beiden ihren bisher letzten gemeinsamen Auftritt in der Westernparodie "Die Troublemaker" (<em>Bild</em>).
Im April 2011 dementierte Spencer Gerüchte, dass es einen weiteren Film mit Terence Hill geben werde: "Nie wieder. Wir bewegen uns wie alte Männer." <em>Bild: "Zwei Missionare" (1974)</em>
Ein filmisches Denkmal soll Bud Spencer allerdings noch mit einem Dokumentarfilm gesetzt werden. Karl-Martin Pold und Sarah Ulrike Nörenberg starteten als Buddy Lane Production das Crowdfunding-Projekt <a href="http://kurier.at/kult/be-bud-of-it-fan-doku-ueber-bud-spencer/714.945">"Be Bud Of It"</a>, um ihr Vorhaben verwirklichen zu können.
Mehr als 8.000 Euro hat man via startnext zusammenbekommen -  von geplanten 5.000. An der Doku "Sie nannten in Spencer" wird gerade gedreht. Auf der Website <a href="http://www.budspencermovie.com/" target="_blank"><em>budspencermovie.com</em></a> berichten die Macher über den Fortschritt des Projekts und veröffentlichen Interview-Videos. <em>Bild: "Zwei Asse trumpfen auf" (1981)</em>
Bud Spencer hatte viele Seiten. Aber seinem Publikum wird er stets als der bärbeißige Watschenverteiler an der Seite von Terrence Hill in Erinnerung bleiben. Danke für die lustigen Stunden.

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