Goldene Palme: Wer in Cannes gesiegt hat

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Das Internationale Festival von Cannes gilt als das wichtigste Filmfest der Welt. Am Sonntagabend wurden die Preise der Jury (Vorsitz: Regisseur George Miller) zum 69. Mal verliehen.

Unter den 21 Filmen im Rennen um die Goldene Palme ist Ken Loach mit dem Sozialdrama "I, Daniel Blake" als Sieger hervorgegangen.

Der Film erzählt von einem Handwerker, der nach einer Krankheit arbeitsunfähig wird - und sich danach in einem Kampf gegen den Irrsinn der Ämter wiederfindet, um Arbeitslosengeld zu bekommen.

Überraschung für Loach

Nicht viele hatten das Werk im Vorfeld als möglichen Gewinner gehandelt. Auch Loach selbst hatte nach der Ehrung zugeben, nicht das Gefühl gehabt zu haben, etwas derart Preisträchtiges mit diesem Projekt abgeliefert zu haben und gab sich äußerst überrascht.

Der britische Regisseur ist bekannt für seine sozialistische Gesinnung und seine sozialkritischen Werke. Schon 2006 hat Loach die Goldene Palme für den Film "The Wind That Shakes the Barley" erhalten.

Preis der Jury an "American Honey"

Der US-Film "American Honey" von Andrea Arnold hat den Preis der Jury gewonnen. In der Hauptrolle agiert Hollywood-Star Shia LaBeouf, der für seine Darstellung in dem Drama hoch gelobt wurde.

Beste Darsteller

Der Iraner Shahab Hosseini wurde als bester Schauspieler ausgezeichnet. Der 42-Jährige erhielt den Preis für seine Rolle in dem Film "The Salesman". "Dieser Preis gehört meinem Volk und ich gebe ihm von ganzem Herzen den Preis", so Hosseini.

Zur besten Darstellerin wurde die Philippinerin Jaclyn Jose gekürt. Die 52-Jährige spielt in dem Anti-Korruptions-Drama "Ma' Rosa" von Brillante Mendoza.

Beste Regisseure

Der Preis für den besten Regisseur mussten sich zwei Filmemacher teilen. Er ging an Olivier Assayas mit "Personal Shopper" mit Kristen Stewart in der Hauptrolle und Cristian Mungiu für "Baccalaureat".

Favorit war Deutscher Film

Als Favoriten für die Goldene Palme  wurden eigentlich die deutsche Tragigkomödie "Toni Erdmann" gehandelt, sowie das rumänische Gesellschaftsdrama "Sieranevada". Der brasilianische Beitrag "Aquarius" hatte ebenfalls Chancen auf den begehrten Filmpreis.

"Toni Erdmann" gewinnt  Kritikerpreis

"Toni Erdmann" mit Peter Simonischek in einer der Hauptrollen erhielt aber immerhin den Fipresci-Preis der Internationalen Kritikervereinigung als bester Film im Wettbewerb.

Grand Prix an Xavier Dolan

Der kanadische Filmemacher Xavier Dolan hat mit seinem Werk "It's Only the End of the World" überraschend den Preis der Ökumenischen Jury gewonnen. Das Drama ist mit Marion Cottilard, Vincet Cassel, Gaspard Ulliel und Léa Seydoux starbesetzt.

Die Jury lobte vor allem den "transzendierenden" Aspekt von Dolans Bildsprache bei seiner Adaption eines Theaterstücks von Jean-Luc Lagarce.

Un Certain Regard

In der renommierten Nebenreihe Un Certain Regard wurde am Samstagabend der finnische Beitrag "The Happiest Day in the Life of Olli Mäki" von Juho Kuosmanen als bester Film ausgezeichnet. Das Werk in Schwarz-Weiß erzählt von einem jungen Boxer im Jahr 1962, der sich auf die Weltmeisterschaft vorbereiten will - sich dann aber verliebt.

 

Die Jury

Den Juryvorsitz hatte in diesem Jahr "Mad Max"-Regisseur George Miller inne. Weitere "Promi-Juroren": Kirsten Dunst, Mads Mikkelsen, Donald Sutherland und Vanessa Paradis. Außerdem saßen die Regisseure László Nemes, Valeria Golino und Arnaud Despleschin sowie die Produzentin Katayoon Shahabi in der Jury.

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