Clint Eastwood rechnet mit Hollywood ab

Clint EastwoodChris Pizzello/Invision/AP
Clint Eastwood

Mit Erfolgsfilmen wie "Dirty Harry", "Sadistico" oder "Million Dollar Baby" hat sich Clint Eastwood einen Namen als Schauspieler, Produzent, Regisseur und Komponist gemacht. Doch selbst nach über 60 Jahren im Filmgeschäft kann Eastwood, der erstmals 1955 für den Film "Die nackte Geisel" vor der Kamera stand, Hollywood nicht viel abgewinnen und rechnete jetzt in einem Interview mit den großen Filmstudios und Hollywood-Superstars ab.

Eastwood: "Es geht nur noch um Gewinn"

Die glorreichen Zeiten sind laut Clint Eastwood vorbei. "Alles dreht sich nur noch um Blockbuster", beschwerte sich der 86-Jährige im Gespräch mit der Bild am Sonntag, "keiner erzählt mehr richtige Geschichten. Filme werden nur noch wegen des potenziellen Umsatzes gemacht. Stars spielen keine Rolle mehr, nur noch der Gewinn muss stimmen."

Auch die Arbeitsweise am Set sei ihm unbegreiflich: "Ich habe niemals begriffen, warum alle mit einem Megafon übers Set laufen und ständig herumbrüllen müssen."

Eastwood selbst, der als Regisseur und Produzent immer mit dem gleichen Team arbeitet, denkt mit seinen knapp 90 Jahren dennoch nicht ans Aufhören.

Demnächst kommt sein neuer Streifen "Sully" mit Schauspieler Tom Hanks in der Hauptrolle in die Kinos. Und wie er selbst ankündigt, soll das nicht sein letztes Filmprojekt gewesen sein: "So lange ich auch als alter Mann noch Filme machen darf, mache ich auch weiter."

Aus dem Archiv:

Diese Stars haben Hollywood den Rücken gekehrt

Gene Hackman Obwohl Gene Hackman seit den 70ern erfolgreich Filme machte, war er zuletzt 2004 in "Welcome to Moodeport" auf der Leinwand zu sehen.
2004 deutete Hackman an, dass keine neuen Projekte in Planung seien. 2008 machte der heute 85-Jährige seinen Rückzug aus der Filmindustrie offiziell. Seitdem hat der Ex-Schauspieler 3 Bücher geschrieben.
Gefragt, ob er sich vorstellen könne, jemals wieder vor der Kamera zu stehen, meinte Gene 2011: "Wenn ich den Film bei mir daheim drehen könnte, vielleicht."  
Bridget Fonda Leinwand-Ikone Bridget Fonda ("Codname Nina", "Jackie Brown") macht auch keine Filme mehr. 2001 war sie zuletzt in "The Whole Shebang" auf der Kinoleinwand zu sehen.
2002 trat sie zwar noch im TV-Film "Snow Queen" auf, doch danach war Schluss.
Nachdem Fonda 2003 Komponist Danny Elfman heiratete und eine Familie gründete, konzentriert sie sich auf ihr Leben als Ehefrau und Mutter.  
Jack Gleeson "Game of Thrones"-Star Jack Gleeson gab 2012 trotz zahlreicher Auszeichnungen bekannt, seine Schauspiel-Karriere nach dem Serien-Aus zugunsten seiner Universitäts-Karriere zu beenden.
Nach seinem Ausstieg aus der Serie setzte der 23-Jährige seine Pläne 2014 in die Tat um. Der Grund: "Wenn du damit dein Geld verdienst, verändert es auch deine Beziehung. Es ist nicht so, dass ich [die Schauspielerei] hasse, aber es ist einfach nicht das, was ich tun will."
Sean Connery Sean Connery war seit den 1950er Jahren in zahlreichen Hollywood-Filmen zu sehen – darunter in Blockbustern wie "James Bond" und in "Indiana Jones". Nachdem der Schauspieler 2006 mit dem "Lifetime Achivement Award" ausgezeichnet wurde, gab er bekannt, dass er seine Schauspiel-Karriere an den Nagel hänge.
Danach lehnte Connory sogar Rollen wie jene des "Gandalf" in "Herr der Ringe" ab. 2003 spielte er dann dennoch in "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" mit, was ein sein letzter Erfolg wurde.
2012 versuchte sich Sean zwar als Produzent des Animationsfilms "Sir Billi" und war hier auch als Synchronsprecher tätig. Der Film wurde von Kritikern allerdings verrissen und markierte das endgültige Aus von Sean Hollywood-Karriere.  
Brigitte Bardot Schauspielerin Brigitte Bardot wirkte zwischen 1952 und 1973 in zahlreichen Filmen mit, nahm bis in die 80er als Sängerin Alben auf und wurde als Sex-Symbol gefeiert. Dennoch zog sie sich aus dem Rampenlicht zurück.
Kurz vor ihrem 39. Geburtstag gab die heute 81-Jährige ihren Ruhestand bekannt. Seitdem macht sich Bardot als Aktivistin und Vegetarierin für das Wohl von Tieren stark.  
Joe Pesci Joe Pesci machte mit Filmen wie "Raging Bull", "Goodfellas" und "Casino" Karriere. 1999 gab er jedoch bekannt, in den Ruhestand zu gehen, um sich auf seine Gesangs-Karriere zu konzentrieren.
Doch Rap-Songs wie "Wise Guy" floppten. Versuche, wieder als Schauspieler an seine alten Erfolge anzuknüpfen, scheiterten nach Pescis letzten Film-Erfolg mit "Lethal Weapon 4" (1998) ebenfalls.  
Greta Garbo Greta Garbo wurde in den 1930ern in Hollywood wie kaum eine andere gefeiert. Nachdem ihr Film "The Two-Faced Woman" 1941 jedoch von Kritikern verrissen wurde, kehrte die Leinwand-Ikone Hollywood den Rücken.
Bis zu ihrem Tod im Jahr 1990 lebte Garbo zurückgezogen, fernab vom Rampenlicht.
Mara Wilson Mara Wilson, die mit "Mrs. Doubtfire" und "Matilda" in den 90ern Erfolge feierte, drehte ihren letzten Film 2000 ("Thomas and the Magic Railroad"). Danach verabschiedete sie sich aus Hollywood.  
Mara machte ihren Schulabschluss nach und ging auf die Uni. Außerdem macht sich die an Depressionen leidende 28-Jährige für Teenager mit psychischen Problemen stark. Seit 2012 lebt der ehemalige Kinderstar in New York. Mara: "Weil es den Leuten hier egal ist, ob du berühmt bist."  
Rick Moranis Können Sie sich noch Rick Moranis aus "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft" erinnern? Auch er hängte die Schauspielerei an den Nagel. Nachdem Ricks Frau Ann 1991 an Brustkrebs verstorben war, beschloss er, dass seine Rolle als alleinerziehender Vater mit einer Hollywood-Karriere nicht vereinbar sei und gab das Filmemachen 1997 seinen Kindern zuliebe auf.
Seit einigen Jahren ist Rick Moranis zwar wieder in vereinzelten Filmen zu sehen, aber mit geringem Erfolg. Er sei nicht in Pension gegangen, rechtfertigte sich der Mime 2015, sondern sei nur wählerischer geworden - weitere Filmhits blieben jedoch aus.
Peter Osturm 1971 gelang Peter Osturm der Durchbruch mit "Willy Wonka and the Chocolate Factory", wo er Charlie Bucket spielte. Danach bot ihm Paramount einen Vertrag für 3 weitere Filme an. Doch der damals 13-jährige winkte ab - mit der Begründung, Schauspielern sei zu anstrengend.
Inzwischen arbeitet der heute 58-Jährige zwar wieder in Hollywood, allerdings als Veterinär.
John Hughes Regisseur John Hughes ("The Breakfast Club", "Ferris macht blau") beendete 1994 seine Karriere als Filmemacher. Freunden zufolge, weil der plötzliche Tod von Schauspieler John Candy, mit dem Hughes eng befreundet war, ihn zu sehr mitnahm.
Nachdem Candy einen Herzinfarkt erlitten hatte, zog sich Hughes aus dem Rampenlicht zurück und gab kaum noch Interviews. "Wenn Candy länger gelebt hätte, hätte John bestimmt mehr Filme gemacht", ist sich Schauspieler Vince Vaughn sicher. John Hughes blieb als Produzent und Drehbuchautor tätig.  
<strong>Gene Hackman</strong> Obwohl Gene Hackman seit den 70ern erfolgreich Filme machte, war er zuletzt 2004 in "Welcome to Moodeport" auf der Leinwand zu sehen.
2004 deutete Hackman an, dass keine neuen Projekte in Planung seien. 2008 machte der heute 85-Jährige seinen Rückzug aus der Filmindustrie offiziell. Seitdem hat der Ex-Schauspieler 3 Bücher geschrieben.
Gefragt, ob er sich vorstellen könne, jemals wieder vor der Kamera zu stehen, meinte Gene 2011: "Wenn ich den Film bei mir daheim drehen könnte, vielleicht."  
<strong>Bridget Fonda</strong> Leinwand-Ikone Bridget Fonda ("Codname Nina", "Jackie Brown") macht auch keine Filme mehr. 2001 war sie zuletzt in "The Whole Shebang" auf der Kinoleinwand zu sehen.
2002 trat sie zwar noch im TV-Film "Snow Queen" auf, doch danach war Schluss.
Nachdem Fonda 2003 Komponist Danny Elfman heiratete und eine Familie gründete, konzentriert sie sich auf ihr Leben als Ehefrau und Mutter.  
<strong>Jack Gleeson</strong> "Game of Thrones"-Star Jack Gleeson gab 2012 trotz zahlreicher Auszeichnungen bekannt, seine Schauspiel-Karriere nach dem Serien-Aus zugunsten seiner Universitäts-Karriere zu beenden.
Nach seinem Ausstieg aus der Serie setzte der 23-Jährige seine Pläne 2014 in die Tat um. Der Grund: "Wenn du damit dein Geld verdienst, verändert es auch deine Beziehung. Es ist nicht so, dass ich [die Schauspielerei] hasse, aber es ist einfach nicht das, was ich tun will."
<strong>Sean Connery</strong> Sean Connery war seit den 1950er Jahren in zahlreichen Hollywood-Filmen zu sehen – darunter in Blockbustern wie "James Bond" und in "Indiana Jones". Nachdem der Schauspieler 2006 mit dem "Lifetime Achivement Award" ausgezeichnet wurde, gab er bekannt, dass er seine Schauspiel-Karriere an den Nagel hänge.
Danach lehnte Connory sogar Rollen wie jene des "Gandalf" in "Herr der Ringe" ab. 2003 spielte er dann dennoch in "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" mit, was ein sein letzter Erfolg wurde.
2012 versuchte sich Sean zwar als Produzent des Animationsfilms "Sir Billi" und war hier auch als Synchronsprecher tätig. Der Film wurde von Kritikern allerdings verrissen und markierte das endgültige Aus von Sean Hollywood-Karriere.  
<strong>Brigitte Bardot</strong> Schauspielerin Brigitte Bardot wirkte zwischen 1952 und 1973 in zahlreichen Filmen mit, nahm bis in die 80er als Sängerin Alben auf und wurde als Sex-Symbol gefeiert. Dennoch zog sie sich aus dem Rampenlicht zurück.
Kurz vor ihrem 39. Geburtstag gab die heute 81-Jährige ihren Ruhestand bekannt. Seitdem macht sich Bardot als Aktivistin und Vegetarierin für das Wohl von Tieren stark.  
<strong>Joe Pesci</strong> Joe Pesci machte mit Filmen wie "Raging Bull", "Goodfellas" und "Casino" Karriere. 1999 gab er jedoch bekannt, in den Ruhestand zu gehen, um sich auf seine Gesangs-Karriere zu konzentrieren.
Doch Rap-Songs wie "Wise Guy" floppten. Versuche, wieder als Schauspieler an seine alten Erfolge anzuknüpfen, scheiterten nach Pescis letzten Film-Erfolg mit "Lethal Weapon 4" (1998) ebenfalls.  
<strong>Greta Garbo</strong> Greta Garbo wurde in den 1930ern in Hollywood wie kaum eine andere gefeiert. Nachdem ihr Film "The Two-Faced Woman" 1941 jedoch von Kritikern verrissen wurde, kehrte die Leinwand-Ikone Hollywood den Rücken.
Bis zu ihrem Tod im Jahr 1990 lebte Garbo zurückgezogen, fernab vom Rampenlicht.
<strong>Mara Wilson</strong> Mara Wilson, die mit "Mrs. Doubtfire" und "Matilda" in den 90ern Erfolge feierte, drehte ihren letzten Film 2000 ("Thomas and the Magic Railroad"). Danach verabschiedete sie sich aus Hollywood.   
Mara machte ihren Schulabschluss nach und ging auf die Uni. Außerdem macht sich die an Depressionen leidende 28-Jährige für Teenager mit psychischen Problemen stark. Seit 2012 lebt der ehemalige Kinderstar in New York. Mara: "Weil es den Leuten hier egal ist, ob du berühmt bist."  
<strong>Rick Moranis</strong> Können Sie sich noch Rick Moranis aus "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft" erinnern? Auch er hängte die Schauspielerei an den Nagel. Nachdem Ricks Frau Ann 1991 an Brustkrebs verstorben war, beschloss er, dass seine Rolle als alleinerziehender Vater mit einer Hollywood-Karriere nicht vereinbar sei und gab das Filmemachen 1997 seinen Kindern zuliebe auf.
Seit einigen Jahren ist Rick Moranis zwar wieder in vereinzelten Filmen zu sehen, aber mit geringem Erfolg. Er sei nicht in Pension gegangen, rechtfertigte sich der Mime 2015, sondern sei nur wählerischer geworden - weitere Filmhits blieben jedoch aus.
<strong>Peter Osturm</strong> 1971 gelang Peter Osturm der Durchbruch mit "Willy Wonka and the Chocolate Factory", wo er Charlie Bucket spielte. Danach bot ihm Paramount einen Vertrag für 3 weitere Filme an. Doch der damals 13-jährige winkte ab - mit der Begründung, Schauspielern sei zu anstrengend.
Inzwischen arbeitet der heute 58-Jährige zwar wieder in Hollywood, allerdings als Veterinär.
<strong>John Hughes</strong> Regisseur John Hughes ("The Breakfast Club", "Ferris macht blau") beendete 1994 seine Karriere als Filmemacher. Freunden zufolge, weil der plötzliche Tod von Schauspieler John Candy, mit dem Hughes eng befreundet war, ihn zu sehr mitnahm.
Nachdem Candy einen Herzinfarkt erlitten hatte, zog sich Hughes aus dem Rampenlicht zurück und gab kaum noch Interviews. "Wenn Candy länger gelebt hätte, hätte John bestimmt mehr Filme gemacht", ist sich Schauspieler Vince Vaughn sicher. John Hughes blieb als Produzent und Drehbuchautor tätig.  
Sully

Sully

USA 2016
Drama, Biografie
02.12.2016
Clint Eastwood
Chelsey B. Sullenberger wird zum Helden, als er am 15. Jänner 2009 mit einem Airbus auf dem Hudson River in New York notlandet. Die nachfolgende Untersuchung schädigt aber den guten Ruf des erfahrenen Piloten.
7.90

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