Der Fater

Bundesrepublik Deutschland, 1986

FilmFilm

„Found Footage ist Intervention und insofern ein Knotenpunkt, in dem sich die besten Traditionen der Moderne mit jenem Innehalten und Zurückblicken treffen, wo sich das Interesse am Formalen des Films und der Kunst mit einer radikalen Transformation der vorgefundenen Inhalte trifft“, schrieb Peter Tscherkassky im Stadtkino-Programmheft 1991.

Min.26

Diese Zusammenstellung von Filmen versammelt einerseits Arbeiten, die aufgrund eines strukturellen Eingriffs am ursprünglichen Material ein präziseres Sehen ermöglichen. Dazu zählen TWO TIMES IN ONE SPACE, in dem Galeta einen Ausschnitt aus einer Komödie zeitversetzt noch einmal darauf projiziert, und WATCHING FOR THE QUEEN, wo Rimmer die mehrfache Belichtung einzelner Kader nützt, um in einer Menschenmenge einzelne Individuen erkennbar zu machen. In den weiteren vier Filmen wird das Quellenmaterial aufgrund der Verrückung des Zusammenhangs transformiert oder in seiner Verdichtung auf die Spitze getrieben. Die farbenprächtigen Reisefilme von Amateuren unterlegt Lisl Ponger mit Fluchtgeschichten. Fiona Tan verändert die Perspektive ethnografischer Filme verschiedenster Gegenden mittels eines akzentuierenden Tons. Die Home Movies des Vaters von Christine Noll Brinckmann wurden mit einem kolonialen Gestus in Ostasien aufgenommen, die Künstlerin eignet sich die Filme an, um ihre Beziehung zu offenbaren. Am Ende steht das Musikvideo THE DEVIL zum gleichnamigen Song der französischen Gruppe Boogers: ein dringlicher Appell gegen die anhaltende Gewalt gegen Afroamerikaner*innen. (Brigitta Burger-Utzer)

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  • Regie:Christine Noll Brinckmann

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