Dzi Croquettes

 BRA 2009
Dokumentation 98 min.
film.at poster

Das System killen - mit Fantasie, Ironie und Koketterie!

So ungefähr lautete das Motto der brasilianischen Tanztheatertruppe Dzi Croquettes, die in den 'anos de chumbo', den bleiernen Jahren der Militärdiktatur Anfang der 1970er, wie die Tropicália-Bewegung die Verhältnisse zum Tanzen brachte. Die Performances der 13 queeren Entertainer waren politisch, sexuell und ästhetisch gewagt - und überaus gewitzt, so dass sie einige Jahre der Zensur entwischten und ein veritables Croquettes-Fieber in Rio entfachten.
1973 musste die Truppe dann doch ins Pariser Exil - mit "zwei Tonnen Klamotten und drei Kilo Gras" im Gepäck. Dank des Engagements von Liza Minnelli, die den Choreografen Lennie Dale (ein notorisches Enfant terrible am Broadway und seiner Zeit weit voraus) für den "Fred Astaire des Gay Cabaret" hielt, reüssierten sie mit ihren subversiv glitzernden Auftritten rasch als avantgardistische Alternative zu Moulin Rouge & Co.
Die Geschichte der Dzi Croquettes macht der Film durch einen Mix von Originalmaterial und Interviews mit enthusiastischen WeggefährtInnen lebendig. Und er findet für den nicht verschwiegenen tragischen Part - nach Auflösung des Ensembles starben vier Männer an AIDS, drei wurden ermordet - eine Sprache: Die Regisseurin (und Tochter eines verstorbenen Croquettes-Mitglieds) zitiert im Film die brasilianische Wendung "Bicha não morre, vira purpurina", was übersetzt so viel bedeutet wie: Schwule sterben nicht, sie werden zu Glitter. (Catrin Seefranz)

Details

Issa, Raphael Alvarez Tatiana
Cláudio Lins und Cláudio Tovar
Jorge Galo, Leonardo Bremer, Juliano Lutz

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