Fiction & Documentary 2 - VIS 2015

 A 2015
Kurzfilm 88 min.
Fiction & Documentary 2 - VIS 2015

Vier Kurzspielfilme und eine dokumentarische Arbeit kreisen im zweiten Programm des internationalen Wettbewerbs um die Selbstwahrnehmung, das Selbstempfinden und das Menschsein generell.

Trece si prin perete
It can pass through the wall

RO 2014, 17 min, Rumänisch

Die kleine Sofia bleibt über Nacht bei ihrem Großvater. Der sitzt mit seinen Freunden beisammen und spielt Backgammon, das Mädchen wird ins Bett geschickt. Doch die Ruhe dauert nicht lange, denn als die Männer über einen Selbstmord im Haus plaudern, kann das Kind erst recht nicht schlafen. Frei nach einer Erzählung von Anton Tschechow inszeniert Radu Jude die unaufdringlich-spannende Geschichte als One-Shot und mit Fokus auf ein junges Mädchen, das zwischen Angst und Neugier schwankt und sich dennoch durchzusetzen weiß.

Regie: Radu Jude, Drehbuch: Radu Jude, Kamera: Marius Panduru, DarstellerInnen: "SOFIA Sofia NicolaescuDl. PANĂ Ion ArcudeanuDl. BONDAR Marcel HorobețORBUL Gabriel SpahiuALECU Alecu Jude", Sound: Dana Bunescu

Tišina Mujo
Quiet Mujo

BA/DE/FR/IT/PT/CH 2014, 10 min 50 sec, Bosnisch

Der 10-jährige Mujo ist ein aufgeweckter Bub. Beim Fußballspiel auf einem Sportplatz in Sarajevo steht er stolz am Punkt, verschießt aber den Elfmeter kläglich. Der Ball fliegt in hohem Bogen auf den angrenzenden Friedhof. Hier, zwischen unzähligen christlichen und muslimischen Grabsteinen, hat er eine seltsame Begegnung und einen intimen Moment. Die Schweizer Regisseurin Ursula Meier schlägt eine Brücke zwischen privatem und kollektivem Schmerz, zwischen Verlust und Erinnerung, bevor Mujo schließlich mit gestärktem Selbstvertrauen auf den Sportplatz zurückkehrt.

Regie: Ursula Meier, Drehbuch: Ursula Meier & Antoine Jaccoud, Kamera: Agnès Godard, DarstellerInnen: Vladan Kovačevic, Alma Prica, Sead Jesenkovic, Musik/Band: « Što te nema » Amira Medunjanin, Sound Henri Maïkoff & Etienne Curchod

Notes on Blindness

GB 2014, 13 min 14 sec, Englisch

John Hull verlor 1983, nach jahrelanger Krankheit und wenige Tage vor der Geburt seines ersten Sohnes, sein Augenlicht. In den drei folgenden Jahren führte er ein Audio-Tagebuch. Seine Aufnahmen gelten als Meisterwerk über das Leben mit Blindheit und dienen als Basis für die atemberaubende Doku, die die Aufzeichnungen Hulls, seine Träume und Erinnerungen, sichtbar macht und erleben lässt, was wir ansonsten so nicht sehen können. Nicht nur ein faszinierender Film über Wahrnehmung und Selbstgefühl, sondern letztlich auch über die Schönheit der Erkenntnis.

Regie: Peter Middleton & James Spinney, Drehbuch: Peter Middleton & James Spinney, Kamera: Will Hanke and Gerry Floyd, DarstellerInnen: Rafe Beckley as John Hull

Mur

THE WALL

BE/FR 2014, 17 min 30 sec, Französisch

Ein modernes Märchen über die Mauern im Kopf und um einen herum: Eine ältere Frau arbeitet als Putzkraft in einer Kletterhalle. Ihr Chef respektiert sie nicht, die Arbeit ist für ihr Alter zu anstrengend, und jetzt, an einem kalten Winterabend, lässt sich auch das Dachfenster nicht mehr schließen. Der Schnee rieselt in die Halle und verwandelt den grauen Arbeitsplatz in einen surrealen Ort, an dem die Zeit still steht und alles möglich scheint - und an dem eine Frau schließlich das Unmögliche wagt und über sich selbst hinauswächst.

Regie: Andra Tévy, Drehbuch: Andra Tévy, Kamera: Andra Tévy, DarstellerInnen: Evelyne DidiJohn ArnoldVéronique Levy, Musik/Band: Bertrand Gauguet, Sound: Loïc Pommiès

Ecce Homo

Ecce Homo

GB/RO 2014, 29 min 59 sec, Rumänisch

In einer gottverlassenen Landschaft, gefilmt in überirdischem Schwarz-Weiß und wie aus der Zeit gefallen, lebt die junge Ada alleine mit ihrer kranken Mutter. Ihre recht einsame Existenz ist von harter Arbeit und Armut geprägt, und als sich der Zustand der Kranken weiter verschlechtert, scheint es auch keinen Ausweg mehr zu geben. Ecce homo ist eine mit reichlich religiöser Symbolik unterfütterte Parabel über das Menschsein, die träumerisch und zugleich düster existenziellen Fragen nachgeht, ohne diese beantworten zu wollen.

Regie: Dimitar Kutmanov, Drehbuch: Dimitar Kutmanov, Kamera: Flora Fecske, DarstellerInnen: Ada lupu, Viorel Lascu, Tabita Chirita, Musik/Band: Stefan Belev, Sound: Jaime Sotelo

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