Flower in the Pocket

Malaysia, 2007

DramaIndependent

Min.97

Die Brüder Ma Lih Ahh und Ma Li Ohm wachsen ohne Mutter auf. Ihr Vater Ah Sui repariert kaputte Schaufensterpuppen und ist hauptsächlich mit seiner Arbeit beschäftigt, weshalb er kaum Zeit für seine Söhne findet. Doch die Beiden sind das Einzige, was ihm von seiner großen Liebe geblieben ist. Während Ah Sui sich immer stärker in der Welt seiner Puppen vergräbt und sich von seinen Söhne abkapselt, wachsen Ma Li Ahh und Ma Li Ohm mit allen Freiheiten, aber auch allen Schwierigkeiten auf, die vernachlässigte Kinder haben. So verbringen sie die meiste Zeit auf der Straße, werden in Kämpfe verwickelt und haben Ärger in der Schule. Ah Sui wird klar, dass er etwas tun muss, um seine Söhne nicht endgültig zu verlieren. Flower in the Pocket ist ein Beispiel für das neue malaysische Kino und lässt sich als unabhängiger Film nur verstehen, wenn man die multikulturelle Realität dieses Landes mit in Betracht zieht, dessen Bevölkerung neben der malaysischen Mehrheit starke chinesische und indische Minderheiten umfasst. Zudem ist dieses neue Kino eine Antwort auf die nationalistische und entwicklungsorientierte Betrachtungsweise der politischen Behörden, denen es vor allem darum geht, bestehende Rassenprobleme zu leugnen. Die Beziehungen der beiden chinesischen Jungen zu ihren Klassenkameraden und sogar zu ihrer Lehrerin sind durch sprachliche Verständnisprobleme belastet. Ähnlich ergeht es ihrem Vater im Umgang mit seinem indischen Angestellten. Liew Seng Tat nutzt diesen Graben, um seiner Erzählung Profil zu geben. Die scheinbare Schlichtheit dieser «kleinen» Geschichte lässt so ohne Aufhebens die Komplexität einer ganzen Gesellschaft aufscheinen. (Festival Fribourg)

(Text: Viennale 2008)

  • Regie:Liew Seng Tat

  • Kamera:Albert Hue See Leong

  • Autor:Liew Seng Tat

  • Musik:Arif Rafhan Othman

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