Geheime Staatsaffären

 F/D 2006

L' ivresse du pouvoir

Drama, Thriller 21.07.2006 110 min.
6.40
film.at poster

Chabrol ist zurück: Ein neuer, kritischer und präziser Blick in bester Hitchcock-Manier auf das immerwährende Spiel um Macht und Einfluss.

Richterin Jeanne Charmant (Isabelle Huppert) ist mit einem schwierigen Fall beauftragt worden. Es geht um die Unterschlagung öffentlicher Gelder, Korruption und Veruntreuung. Gedeckt wird sie von allerhöchsten Positionen der Regierung und Verwaltung. Als sich ihr Verdacht konkretisiert, und sie mit ihren Verhören in immer tiefere Abgründe vorstößt, fühlt sie zunehmende Kräfte in sich wachsen. Je mehr sie aufdeckt, desto umfangreicher werden die ihr zur Verfügung stehenden Mittel, Druck auf die Verdächtigen auszuüben. Unausweichlich aber wird sie mit zwei entscheidenden Fragen konfrontiert: Wie weit kann sie ihre Machtbefugnisse ausbauen, bevor sie womöglich mit einer größeren Macht kollidieren? Und kann ein Mensch dem wachsenden Rausch der Macht widerstehen? Oder droht er daran zu zerbrechen?

Details

Isabelle Huppert, Francois Berléand, Patrick Bruel u.a.
Claude Chabrol
Matthieu Chabrol
Eduardo Serra
Odile Barski, Claude Chabrol
Concorde/Constantin

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Madame Gnadenlos
    Das ist bei weitem der bisher beste Film aus der 3Sat Reihe’ Madame la commissaire’ mit einer überaus präsenten Isabelle Huppert. Sie ist schlagfertig, würzt die Verhöre mit leiser Ironie und scheint die größte Korruptionsaffäre in Frankreich aufklären zu können. Aber weil der Regisseur Claude Chabrol heißt, kann das nicht so ohne weiteres ablaufen. Diametral entgegen den erfolgreichen Ermittlungen läuft ihre Ehe in die Krise. Und zum guten Schluss lässt der Altmeister keinen Zweifel daran, dass wenn eine Seilschaft hopp genommen wird, der ganze Sumpf noch längst nicht trocken gelegt ist. Auch wenn das Ganze etwas dialoglastig ist, so werden doch die Zusammenhänge auch dem Nicht-Insider klar. Und das gilt nicht nur in Frankreich. Bei uns gab es auch ’Schwarze Kassen’ und ’Bimbes’. Originaltitel lautet übrigens ’Trunken vor Macht’. Das kann man auf die ermittelnde Staatanwältin beziehen oder auf die Manager.

  • Eher schwach
    Ein Film, so spannend wie eine Steuererklärung. Keinerlei Spannungsbogen, typisch französische Dialoge (schnell und unterkühlt) und sinnlos-abruptes Ende. So als ob jemand einen halbwegs interessanten Satz anfängt und dann mittendrin aufhört zu sprechen. Frustrierend.

    Genauer gesagt
    Na gut. Eigentlich hatte ich keine Lust, zu diesem Film eine seitenlange Kritik zu schreiben. Aber offenbar ist das notwendig, da man sonst missverstanden wird bzw. die Spekulationen wie wild anfangen zu wuchern.
    Erstmal muss ich präzisieren. Die Sache mit den französischen Dialogen liegt wohl an der Natur der französischen Sprache, die, wenn sie synchronisiert ist, einfach diese überhastet-unterkühlte Wirkung hat. Ich gebe also zu, dass man dies dem Film nicht vorwerfen sollte.
    Was mich aber am meisten gestört hat, war die fehlende Spannung. Und hier muss ich wiederholen: meine Steuererklärung ist spannender als dieser Film. Endlos aneinandergereihte Verhörsitzungen und Gerede, Gerede, Gerede. Isabelle Hupperts gute Leistung allein sorgt dafür, dass man nicht nach 15min. eingeschlafen ist. Ihr zuzuschauen ist das einzig interessante. Aber es genügt halt nicht und kann über die Langeweile, die sich breitmacht, nicht hinweghelfen.
    Das Wort "frustrierend" bezog sich allein auf das, was ich oben geschrieben habe. Keinesfalls hat es etwas zu tun mit fehlenden "Special effects", Gewalt, Sex oder ähnlichem. Natürlich macht Claude Chabrol kein Massenkino, aber ich habe eben auch schon gute Filme von ihm gesehen. Daher meine Enttäuschung über diesen Fehlgriff. Und das Ende des Films war auch nicht deshalb schlecht, weil es mit keinem hollywoodmäßigen Showdown aufwarten konnte, sondern weil vorher schlicht zuwenig passiert war, um mit etwas Erlebtem nach Hause zu gehen. Stattdessen bleibt das Gefühl zurück, dass all das Geschnarre nur das Vorspiel war und Chabrol uns um den eigentlichen Hauptteil betrogen hat.

    Re:Eher schwach
    Der Film war mehr als gut.Für mich ist es immer wieder schockierend festzustellen,wie wenig die Meisten heute mit anspruchsvollen vorallem franz. Filmen anfangen können.Sobald es sich nicht um einen Film à la Hollywood handelt,indem es jede Menge Gewalt,Action oder Sex gibt ist er wie sollte es auch anders sein "langweilig" oder "frustrierend".Sind tatsächlich so viele damit überfordert,Gestik und Mimik zu beobachten und zu deuten?Anspruchsvolle,verworrene Geschichten werden so oft dankend abgelehnt;es ist ja auch viel einfacher einer flachen Komödie oder einem 10-millionen dollar film,vollgestopft mit beeindruckenden Special effects zu fogen....ganz egal ob die Kunst des Spielens dabei in den Hintergrund gerät.Kaum jemanden fällt auf wie fantastisch Isabelle Huppert mit wenigen Stilmitteln,mit einem Zug an ihrer Zigartette,einem unterkühlten Lächeln oder einem flüchtigen Augenaufschlag und vorallem kaum Make-up einen Bruch und eine völlige Umwälzung der Geschehnisse innerhalb der Handlung(ja, die Handlung gibt es definitiv!!!)hervorruft.....puristische Szenen wie Besteck einräumen verleihen der schwierigen Situation deutlich Ausdruck und sind nicht nur quälend langweilige und komplett belanglose Filmminuten( werden aber leider zu gern als solche empfunden....).Zudem ist doch ganz klar:Claude Chabrol macht kein Massenkino!Wem der meisterhafte,klassische Stil des Filmmachers nicht liegt,sollte sich den Weg ins Kino sparen.Wer Interesse an der Einfachheit des Filmes hat,wer die Spielweise der fabelhaften isabelle Huppert bewundert und auch im Kino das Beobachten und Mitdenken schätzt und letzten Endes auch ohne Happy-End im klassischen Sinn leben kann-dem ist der Film zu empfehlen,denn dem wird wie so oft in Chabrols Filmen aufgezeigt,wie Menschen auf der dunklen Suche nach ihrem ganz persönlichen Ziel scheitern,nur eben ohne das für Hollywood typische, böse,"blutige" und einschneidende ende, sondern eben ganz ruhig und plätschernd.....eben realistisch!Und schließlich liegt kaum ein Thema näher als die Korruption großer Konzerne!