Gol ya pouch (Full or Empty)

2005

Drama

Min.98

Der siebzehnjährige Navid verlässt sein Heimatdorf, um in einer Hafenstadt nahe der Grenze zu Pakistan eine Anstellung als Lehrer für persische Literatur zu finden. Nachdem er erfährt, dass er dafür zwei Empfehlungsschreiben von ortsansässigen Bürgern braucht, erklären sich ein alter Schafzüchter und eine Witwe bereit, für ihn zu bürgen. Dann wird ihm gesagt, er müsse Polizeidokumente vorlegen, die beweisen, dass er kein Strafregister hat. Während Navid also auf die Genehmigung wartet, unterrichten zu dürfen, verrichtet er eine Reihe von Gelegenheitsarbeiten - vom Tierhüter bis zum Friseur. Doch obwohl ihn fast alles in Schwierigkeiten bringt - besonders sein hartnäckiges Werben um die hübsche Mahrokh -, verliert Navid weder als Dichter noch als Geschäftsmann die Hoffnung. Der Höhepunkt des Films, wenn Navid letztendlich vor die Schulbehörde berufen wird, um die letzte Hürde zu nehmen, krönt die Geschichte auf ironische Weise mit dem Werfen von Würfeln - und einem Verweis auf jenes Kinderspiel, das dem Film seinen Namen gibt. Jalili erzählt die Geschichte mit leichtem Ton: Der Film spielt in der Region Baluchistan und eröffnet einen neuen Blick auf eine iranische Gesellschaft jenseits städtischen Lebens, wo Armut von den Dorfbewohnern akzeptiert wird. Jalili bleibt mit seiner Kamera immer unmittelbar am Geschehen und gibt seinem Film mit dem wiederholten Einsatz von Schauplätzen wie etwa dem Klassenzimmer oder dem Tor zu Mahrokhs Haus auch eine leichte und zugleich komische Note. (Deborah Young)

(Text: Viennale 2006)

  • Schauspieler:Navid Reisi

  • Regie:Abolfazl Jalili

  • Kamera:Abolfazl Jalili

  • Autor:Abolfazl Jalili

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