Hami Kunako Manche (We Corner People)

 Nepal 2007
Dokumentation 50 min.
film.at poster

Als der Schweizer Geologe Toni Hagen im Jahr 1952 als UN-Berater nach Nepal reiste, fragte er die Menschen, was sie dringendsten brauchten. Die meisten antworteten: eine Brücke. Nepal war damals - und ist es auch heute großteils noch - ein Archipel von Dörfern, die durch Flüsse voneinander getrennt werden. Ohne eine Brücke müssen die Menschen beschwerliche und tagelange Umwege machen, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Eine Brücke kann mitunter zwischen Leben und Tod entscheiden, wenn Kranke nicht ins Spital gebracht werden können. Viele strategisch wichtige Brücken wurden in den vergangenen zehn Jahren von den Maoisten zerstört. Regisseur Kesang Tseten begab sich für seinen Film in eine der entlegensten Regionen Nepals, um die Geschichte einer einzigen Brücke zu erzählen. Ursprünglich sollte es eine simple Erzählung werden: über eine junge Frau, die in einer flutartigen Überschwemmung weggespült wurde, woraufhin die Dorfbewohner die Schweizer Agentur Helvetas dazu gewannen, eine Brücke für sie zu bauen. Doch am Ende wurde aus dieser simplen Geschichte We Corner People. Kesang Tseten hat die sozialen Bedingungen im Leben eines einzigen Dorfs verdichtet und als Mikrokosmos dokumentiert: Armut, Unterentwicklung, Maoismus, Wanderarbeiter, Heirat, Leben und Tod. Wie alle großartigen Geschichten wird auch diese mit den Worten und Handlungen selbst erzählt: Die Kamera hält subtil die Schüchternheit und Traurigkeit, aber auch den Optimismus in den Gesichtern der Menschen fest. Und in der letzten außergewöhnlichen Einstellung, die spielende Kinder auf der Brücke zeigt, schwingt deren nachklingendes Lied mit. (Kunda Dixit)
(Text: Viennale 2008)

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Kesang Tseten
Siddhartha Shakya
Kesang Tseten

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