"Heidi": Rodelfahrt im Pulverschnee

HEIDI/Studiocanal
HEIDI

135 Jahre ist es her, seit die Schweizer Autorin Johanna Spyri ihren Weltbestseller "Heidis Lehr- und Wanderjahre" schrieb. In der neuesten Kinoversion kommt "Heidi" als Hochglanz-Idylle daher: Saftiges Grün, knallrote Dachziegel, ein Dörfchen, eingeschmiegt zwischen einem idyllischen Bergsee und schroffen Felswänden. Und in den Winterszenen wärmt eine optisch opulente Rodelfahrt durch den Pulverschnee zumindest das Herz. Auch die Besetzung ist vom Feinsten: Anuk Steffen ist als Naturkind Heidi reizend anzusehen und Bruno Ganz nimmt seine Rolle als "Alm-Öhi" schauspielerisch ernst. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass Heidis Schicksal trotz kitschiger Momente berührt. Mit der Geschichte vom scheinbar so naiven Alpenkind Heidi propagierte Spyri seinerzeit die Erkenntnis, dass Bildung eine Flucht aus sozialen Gegebenheiten möglich macht – und nicht etwa den Rückzug in eine heile Welt, wie dieser Film uns glauben machen will.

Aber man kann den Film auch als das sehen, was er ist: als Hochglanz-Idylle – siehe oben!

Text: Gabriele Flossmann

INFO: CH/D 2015. 111 Min. Von Alain Gsponer. Mit Anuk Steffen, Bruno Ganz, Quirin Agrippi.

KURIER-Wertung:

Heidi (2015)

Heidi (2015)

D/CH 2015
Literaturverfilmung, Kinderfilm
11.12.2015
Alain Gsponer
Das Mädchen aus der Schweizer ist zurück im Kino und bereit, sich in ihrer Bergwelt auszutoben.
7.70

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