Heimkehr

 D 1941
96 min.
film.at poster

Der rassistische, antipolnische Hetzfilm zählt sicherlich nicht zu den »besten« Werken des wohl erfolgreichsten Propagandafilmteams im Dritten Reich, Ucicky und Menzel.

März 1939 in Wolhynien (Ostpolen). Die Übergriffe auf die deutsche Minderheit nehmen zu. Während die polnische Mobilmachung beginnt, wehrt sich die deutsche Lehrerin Maria gegen die Willkür, der schließlich ihr Mann zum Opfer fällt. Zusammengeschlagen vom Mob, wird ihm die Aufnahme in das Krankenhaus verwehrt. Er stirbt. Bald darauf marschiert die Wehrmacht in Polen ein.

Die Deutschen im Dorf werden verhaftet und sollen erschossen werden. Ihr Widerstand und das Heranrücken der Deutschen verhindern dies. Ein großer Treck führt sie »heim ins Reich«.

Der deutsche Überfall auf Polen als Rettungsaktion für die von ihren polnischen Unterdrückern zur Massenliquidation verdammten Wolhynien-Deutschen: Gerhard Menzels Drehbuch und Gustav Ucickys Regie verleihen dieser monströsen Propagandalüge eine beklemmende Suggestivität. Zu Recht gilt HEIMKEHR als der schlimmste aller Nazi-Filme, weil er nämlich, der Dramaturgie eines Western folgend, die Mechanismen des Terrors fühlbar macht und die Spannung allmählich bis ins fast Unerträgliche steigert. Paula Wessely trägt als Zentral- und Perspektivfigur das Ihre zum Funktionieren dieser Maschinerie bei und gibt schauspielerisch ihr Bestes. Gleichwohl darf man ihr abnehmen, dass sie sich schon zeitgenössisch nicht mit der abschließenden Apotheose des Führers identifiziert hat, und es ist ihr zugutezuhalten, dass sie sich schon 1946 deutlich zu ihrem Sündenfall

Details

Paula Wessely, Peter Petersen, Attila Hörbiger, Carl Raddatz, Werner Fuetterer, Berta Drews u.a.
Gustav Ucicky
Willy Schmidt-Gentner
Günther Anders
Gerhard Menzel

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • heimkehr und jelinek
    leider oder zum glück hatte ich nicht das "vergnügen" diesen streifen zu sehen. da ich aber zur zeit das stück "burgtheater" von elfriede jelinek lese, hat mich dieser film brennend interessiert. und vor allem die kritik jelineks an der hauptdarstelllerin paula wessely.
    "sie habe nicht gewusst, bei was sie da mitwirkt".....von wegen.

    danke für die info!!

    Re:heimkehr und jelinek
    Für die, die hier ins grob lächerliche Aufrechnen von Tötungszahlen zu geraten drohen und Frau Wessely beispringen (die Arme, die "da durch" musste - unglaubliche Umstilisierung sowas), sei Hans Schmid bei Telepolis empfohlen:

    "... Die monströseste Propagandalüge des Films ist nicht, dass Hitler Polen überfallen musste, um die Wolhyniendeutschen zu retten, sondern dass Menzel und Ucicky ein Ereignis von 1941, den Überfall auf die Sowjetunion, in das Jahr 1939 vorverlegen und die jüdische Bevölkerung der 1941 von den Russen besetzten Stadt Luzk, die nach dem Einmarsch der Wehrmacht von deutschen Sonderkommandos ermordet wurde, als die Anstifter von an den Volksdeutschen begangenen Gräueltaten präsentieren.

    Der Film, sagt man, sei unser kollektives Gedächtnis. Wenn ein Film nicht gezeigt werden darf, bewahren wir unser Gedächtnis notgedrungen bei Websites wie film.at, filmportal.de oder wikipedia.de auf. Da kommen die Juden nicht mehr vor. Die wirkliche Provokation in Elfriede Jelineks Skandalstück Burgtheater, mit dem sie für alle Zeiten zur "Nestbeschmutzerin" wurde, ist nicht, dass Jelinek an Paula Wesselys Mitwirkung in einem Propagandafilm zur Rechtfertigung des Einmarsches in Polen erinnerte. Es geht auch nicht darum, ob Wessely innerlich für oder gegen eine Apotheose des Führers war. Die Provokation besteht darin, dass Jelinek ihren Figuren die antisemitischen Dialoge in den Mund legt, die Wessely mit der von ihr erwarteten Inbrunst in Heimkehr spricht. Damit holte sie für die jüdischen Opfer den verlorenen Platz in unserem kollektiven Gedächtnis zurück und entlarvte Wesselys Behauptung, sie habe zu spät erkannt, in welchen Film sie da geraten war und was er anrichten konnte, als hohle Phrase. Aber das wurde auch gleich wieder vergessen, wie das Anklicken von film.at etc. zeigt.

    Das tradierte Wissen ("antipolnisch" - das ist der Film natürlich auch) ist offenbar so stark, dass sogar Autoren, denen ich unterstellen würde, dass sie Heimkehr tatsächlich gesehen haben, die Juden kaum mehr mitkriegen und sich auch nicht fragen, wie es sein kann, dass die Wehrmacht 1939 eine Stadt in der Woiwodschaft Wolhynien erobert, die sich damals mit Hitlers Einverständnis Stalin unter den Nagel riss, weil sie in Ostpolen lag und nicht im Westen. ..."

    Irgendwie hatte ich gehofft, dass film.at inzwischen überarbeitet worden wäre, aber bei Wessely scheint das selektive Erinnern bestens zu funktionieren.

    Re:heimkehr und jelinek
    Es ist, wie schon der Vorposter ansprach: Die Vorgeschichte dieses Krieges liegt zumindest zum Teil im inneren Chaos des polnischen Staates begründet. Dazu muß man sich nur die unzähligen Beschwerden und Petitionen der nichtpolnischen Minderheiten vor dem europäischen Nationalitätenkongress und dem Völkerbund mal durchlesen. Und die vieltausendfachen Massenmorde an der deutschen Minderheit in Polen in den ersten Septembertagen sind ebenso eine Realität (Stichwort ¿Bromberger Blutsonntag¿) ebenso wie die Tatsache das dies schon monatelang zuvor vorbereitet wurde.

    Was genau wirft man denn nun Paula Wessely vor ? Das sie sich nicht gegen den damals vorhandenen Zeitgeist stemmte ? Das sie aufgrund des spärlichen Nachrichtenflusses nicht über das volle Ausmaß der Lage bescheid wusste ? Ersteres müsste man dann konsequenter Weise der heutigen Zunft der Schauspielerei zum Vorwurf machen, die aus Karrieregründen zu Feige ist, sich gegen die einengende und allen demokratischen Grundsätzen widersprechenden Geisteshaltung der political correctnes zu Wehr zu setzen.

    Es gibt nun mal verschiedene Sichtweisen auf die Geschichte. Das ist wie bei einem Gerichtsverfahren. Der Staatsanwalt versucht mit den verschiedensten Mitteln die Schuld des Angeklagten zu beweisen, der Verteidiger versucht das Gegenteil. Wichtig ist aber das beide gleichberechtigt zu Wort kommen, damit sich die Geschworenen und der Richter eine ausgewogene Meinung bilden können.
    Im übertragenen Sinne muß dieser Vorgang auch auf das Geschichtsbild zur Anwendung kommen, ganz besonders dann wenn sich das regierende System ¿Demokratie¿ nennt.

    In der letzten Retrosprektive unter der Moderation von Frank Stern konnte von einer objektiven Sicht auf die Geschehnisse keine Rede sein. Nun findet am 22.1. eine Wiederholung im Metrokino statt....

    Man sollte diesen Film wie er in seiner Art gemacht wurde durchaus als Propaganda-Machwerk bezeichnen. Dieser Film zeigt einseitig die Sicht der NS-Machthaber auf die Ereignisse. Genauso einseitig werden heutzutage die Behauptungen der damaligen politischen Gegnerschaft als einzig wahre Sicht der Dinge verkündet. Nun aber unter dem Deckmantel der Demokratie mit Methoden die überhaupt nicht demokratisch sind.

    Re:heimkehr
    Eins darf man nicht vergessen: Dieser Film hat einen realen Hintergrund.
    Die Verdrängungspolitik der Polen gegen die deutsche Volksgruppe war verantwortlich für die praktisch erzwungene Massenabwanderung von über 800000 Deutschen vorwiegend aus den Provinzen Westpreußen und Posen. Und das bereits in den Zwanzigerjahren. Auch die sich ständig steigernden Ausschreitungen gegen die verbliebenen Deutschen im Verlauf des Sommers 1939 sind nicht erfunden sondern fanden wirkliuch statt. Übrigens gab es auch eine Massenauswanderung von Hundertausenden Juden aus Polen in den Dreissigerjahren, die von der Anzahl sogar noch stärker war als die Auswanderung der Juden aus Deutschland. Und über die Zwangs-Assimilierungspolitik derr Polen gegen Ukrainern und Weißrussen wirtd man im Schulgeschichtsunterricht ebenfalls nicht informiert. Überhaupt wird dort alles was den Opfermythos der Polen ins wanken bringen könnte verdrängt und verschwiegen.
    Und die Morderation von Hr. Stern bei den anderen Filmen mit zeitgeschichtlichen Hintergrund war in diesen Sinne desinformiertend ausgerichtet.