Histoire(s) du cinéma - Moments choisis

F, 2000

Film

Min.80

Jean-Luc Godards Histoire(s) du cinéma Moments choisis ist zugleich eine Verdichtung und Summierung seiner mehrteiligen Videoserie Histoire(s) du cinéma. In einer frühen, beeindruckenden Montage setzt der Regisseur sein Publikum mit den Charakteren von Bruder und Schwester in Charles Laughtons Night of the Hunter in Beziehung sich selbst überlassen, in einem trügerischen, mythopoetischen Fluss der Träume. Diese und eine weitere Sequenz, eine akustisch und optisch superbe Dekonstruktion von Hitchcock beginnend mit einer wiederholten Überblendung von den fliehenden Schulkindern aus The Birds mit Filmmaterial von Kriegsflugzeugen, die ihre Ziele attackieren sind Erinnerung daran, weshalb Godard nach wie vor eine energische Figur des Kinos bleibt, und zwar vor allem wegen seiner Handhabung des Filmschnitts. Der Regisseur hat selbst suggeriert, dass jeder Schnitt eine Lüge sei; Godards Annäherung ist demnach ein kontinuierliches Nebeneinanderstellen und Überlagern von «Lügen» in der andauernden Suche nach Wahrheit. Histoire(s) du cinéma Moments choisis imitiert deshalb die Denkarbeit seines Schöpfers: Ein Gedanke, ein Hinweis führt unerbittlich zu anderen, Bild und Ton spiegeln die von Natur aus fragende Wesensart der menschlichen Seele wider. (Keith Uhlich)

(Text: Viennale 2005)

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  • Regie:Jean-Luc Godard

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