Horror aus der Videothek

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Sie hat es getan: Winona Ryder spielt die Hauptrolle in einer Fernsehserie – und in was für einer: Der 90er-Jahre-Star ist eine alleinerziehende Mutter, deren Sohn von übernatürlichen Kräften entführt wird. Willkommen bei "Stranger Things", dem neuesten Streich von Netflix, der absoluten Kultstatus verspricht. Die Serie belebt nicht nur Ryders Karriere neu, sondern arbeitet auch mit einem Filmgenre, das man vor allem aus den Videotheken der 80er-Jahre kennt: Mystery-Horror à la Stephen King.

Die Zwillingsbrüder Matt und Ross Duffer schufen die atemberaubende Welt rund um eine Kleinstadt, in der das US-Energieministerium geheime Experimente durchführt. Es kommt, wie es in einem Videotheken-Film kommen würde: Ein Monster flüchtet und sorgt für Horror und Spannungsmomente.

"Stranger Things" bezieht seinen Kultstatus aus der liebevollen Ästhetik der Serie: Sie spielt überzeugend und detailreich inszeniert in den 80er-Jahren Amerikas und importiert aufwendig filmkulturelle Codes aus jener Zeit. Die Duffer-Brüder haben sich im großen Archiv des Eighties-Kino umgesehen und spürbar leidenschaftlich handwerkliche Zitate platziert: Kameraeinstellungen, Sequenzen, Kostüme und das Grundgefühl der Serie sind von E.T., Alien, Nightmare on Elm Street und anderen Klassikern der Zeit vor Erfindung des World Wide Web entlehnt (ein US-Filmemacher hat dies Sequenz für Sequenz gegenübergestellt und beeindruckend belegt). Die Stilmittel tragen dazu bei, dass sich die Seher in dieser außergewöhnlichen Produktion sofort zu Hause fühlen.

Der Plot

Die Serie spielt im Indiana des Jahres 1983.Will, der jüngste Sohn von Joyce Byers (Ryder), verschwindet spurlos. Wiewohl die Polizei umfangreiche Ermittlungen anstellt, ist der Bub nicht aufzufinden.

Schließlich taucht ein kleines Mädchen auf. Der Ort von Wills Verschwinden und dem Auftauchen des Mädchen liegt in der Nähe einer vermeintlichen Bundesbehörde. Zwischen dem Mädchen und dieser geheimen Regierungsorganisation besteht eine Verbindung, die sich nach und nach offenbart.

Die Organisation ist verantwortlich für grausame Experimente.

Eines davon ist schiefgegangen und die kleine Stadt Hawkins, in der nie etwas passiert, wird nun von einem schrecklichen Monster heimgesucht.

Dass die vier Buben, um die es sich in der Story hauptsächlich dreht, liebenswerte Nerds sind, passt perfekt ins Bild des 80er-Sci-Fi-Horrors.

Die zuerst vier – nach der Entführung nur mehr drei – Freunde könnten direkt aus einer Stephen-King-Verfilmung importiert sein. Sie spielen Rollenspiele und machen sich übereinander lustig, bis es ernst wird und einer verschwindet.

Staffel eins hat gerade einmal acht Folgen, die jedoch so eingeschlagen haben, dass die Duffel-Brüder bereits an einer Fortsetzung arbeiten. Sie soll an den Geschehnissen anknüpfen und die Geschichte der Charaktere weiterspinnen.

 

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