"Die beste aller Welten" - Interview: Natürlich und überzeugend

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Die beste aller Welten“ ist ein Film von Adrian Goiginger, in dem er seine eigene Geschichte erzählt. Der siebenjährige Adrian (Jeremy Miliker) lebt mit seiner drogensüchtigen Mutter (Verena Altenberger) in einer kleinen Wohnung am Rand Salzburgs.

Als der kleine Adrian immer größer wird, merkt seine Mutter, dass sie aufhören muss, Drogen zu nehmen, wenn sie ihr Kind behalten will. Doch immer wenn sie es ein paar Tage ohne Drogen schafft, fühlt sie sich geschwächt und ist dazu gezwungen, wieder welche zu nehmen. Doch eines Tages passiert es: Ein Dealer, der in ihrer Wohnung schläft, stirbt wegen zu vieler Drogen. Da steht es für Adrians Mutter endgültig fest: Sie muss mit den Drogen aufhören!

Der Film zeigt aber nicht nur die von ihrer Drogenkrankheit gezeichnete Mutter, sondern vor allem das liebevolle Verhältnis zwischen der Frau und dem Buben. Dieser Bub wird sensationell gut von dem genannten Jermey Miliker gespielt, der beim Dreh – 26 Drehtage - gerade  noch sieben Jahre jung war. Egal ob in verspielten Szenen oder doch eher tristen – er wirkt stets voll natürlich und überzeugend. Mittlerweile wurde er bereits für weitere  Fernseh- und Kinofilme engagiert.

So wirkt der mittlerweile Neunjährige aus dem Salzburger St. Johann im Pongau (bei Bischofshofen) auch im direkten Gespräch. Bei der Vorpremiere im Wiener Gartenbaukino hat der Kinder-KURIER Jeremy Miliker getroffen und gemeinsam mit der neunjährigen Jungreporterin Zahra Jasmin H. interviewt. (Anmerkung: Damit's leichter lesbar ist, haben wir die Antworten großteils ins Hochdeutsche übertragen, nur an manchen Stellen im Salzburger Dialekt belassen.)

Findest du, dass der Film kindgerecht ist?

Jeremy: Der Film ist ab 14 Jahren freigegeben und ich finde die Altersbegrenzung ist gut. Als ich den Film das erste Mal ganz gesehen habe, bin  ich selbst bei manchen Szenen erschrocken.

Wie war es, die doch manchmal gruseligen Szenen zu drehen, etwa als „der Grieche“ dich zwingen will, Wodka zu trinken?

Jeremy: Das war gar nicht so schlimm. Es war Zwiebelwasser und Michael Pink ist eigentlich voll ein Netter. Er hat sich sogar ein bisschen bei mir ausgeweint, dass er immer die Bösen spielen muss. Aber er hat das voll lieb gemacht.

Und wie war das, als du sozusagen den Toten gefunden hast? Du hast ja gewusst, es ist nur  geschauspielert, aber hast so echt erschrocken gewirkt.

Jeremy: Der Michael Pink hat das auch voll gut gespielt, er hat fast echt tot gewirkt. Und bei anderen Szenen hat der Adrian (Regisseur Goiginger) oft nicht allen genau gesagt, was sie machen müssen. Es hat dann oft nur eine oder einer genau gewusst und so haben wir alle anderen natürlich darauf reagiert, was die Person macht.

War das nicht gefährlich, als du die Wohnung in Brand gesetzt hast?

Jeremy: Naja, da hat’s dann wirklich gebrannt. Aber da haben sie mich rausgeschickt, damit sie das auch schnell löschen können.

Wenn es schon beim Dreh keine Szenen gegeben hat, die für dich wirklich arg waren, gibt es welche, die dir die liebsten waren?

Jeremy: Ja, als wir Fußball gespielt haben und die Geburtstagsparty, weil wir da echten Kuchen essen durften. Diese Szene musste mehrmals gedreht werden.

Super, da habt ihr also oft Kuchen gekriegt?!

Jeremy: Na, immer nur kleine Stückerln.

Könntest du dir ein Leben wie das von Adrian, den du spielst, in echt für dich vorstellen?

Jeremy: Das wirkt für die meisten sicher sehr schlimm, aber für Adrian war’s sicher eine voll schöne Kindheit, weil seine Mutter ihn voll gern gehabt hat und auch fantasievoll war. Aber ich bin mit meinem echten Leben schon sehr zufrieden und möchte nicht wechseln.

Schule und Freizeit

Jeremy steht – im Film wie im echten Leben – für das, was vielleicht am besten mit dem Begriff „reden wie einem der Schnabel gewachsen ist“ umschrieben werden könnte. Im echten Leben kommt Jeremy in die vierte Klasse. „Nach der Volksschule will i in die Musik-Mittelschule geh’n, weil wir da immer Chorausflüge haben. I g’frei mi jetzt scho auf die Schui!“ Sein Lieblingsfach ist Mathe, „Deutsch mog i ned so gern“. In der Freizeit spielt er gern Tennis "und i mag gern Blödsinn moch’n!“

Gedreht wurde „Die beste aller Welten“ während der Schulzeit, Jeremy bekam dafür frei, „aber am Ende hab i dann trotzdem lauter 1er g’habt. Aber i hab mei Mutter g’schreckt: I hab g’sagt, dass i 3er und 2er hab.“

Beruf?

Auf die Frage, ob er Schauspielen zu seinem Beruf machen wolle, antwortete der junge Superdarsteller: „Schau ma moi, wos für Angebote es gibt...“

Auf die Nachfrage, ob nur für Film oder auch im Theater, meinte Jeremy: „Lieber Film, weu do macht’s nix, waun ma si amoi verplappert.“

Mitarbeit: Zahra Jasmin H., 9

www.diebesteallerwelten.at

Die beste aller Welten

Die beste aller Welten

A 2017

Die beste aller Welten

Drama
08.09.2017
Adrian Goiginger
Die wahre Geschichte eines Kindes in der abenteuerlichen Welt seiner heroinabhängigen Mutter und ihre Liebe zueinander.
8.60

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