Kulturfilme von Georg Tressler - Programm 2

 
Kurzfilm 
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WIE DIE JUNGEN SUNGEN (A 1954, 26 MIN)
DER NEUE GEMÜSEGARTEN (A 1952, 16 MIN)
HANSL UND DIE 200.000 KÜCKEN (A 1952, 16 MIN)
EINSTEIGEN BITTE! (A 1953, 26 MIN)

WIE DIE JUNGEN SUNGEN: Kinder, sowohl aus Wien wie aus allen Ecken der westlichen Welt, die in einer internationalen Schule mitten in Wien zusammenkommen. Das Lycée Français de Vienne ist eine Insel jenseits von Verteilungskämpfen und Mangel: Eine Nussschale, die, wenn man sie weiterdenkt, die UNO ergibt. Nicht nur, dass die Kinder in einer einheitlichen Sprache einen gemeinsamen Stoff lernen, sie lernen auch voneinander. Am Ende des Schuljahres ist das anfängliche ,Fremdeln' vor dem Anderen, also den fremden Kindern, dem fremden Essen, der fremden Sprache einer emphatischen Neugier gewichen. In den Ferien wird Traudel, das Wiener Mädel, zu ihren neuen Freunden auf der ganzen Welt eingeladen. Sie fährt zwar ,nur' nach Frankreich, aber ein Anfang ist gemacht ... Die kleine Erzählung setzt auf den Faktor Ansteckung. Am Ende schickt der Fahrer des Schulbusses, der zu Anfang eher skeptisch gegrantelt hat, seinen eigenen Buben auf die Schule. Tressler ist geradezu realitätsversessen. Seine kleinen Laien-Spielfilme beweisen ein enormes Gespür für handfesten Utilitarismus und Ökonomie der erzählerischen Mittel, lebendig jedoch werden sie durch ihre blitzlichtartigen poetischen Abschweifungen oder komischen Eindrücke vom Rand des jeweiligen Sujets. Tressler mobilisiert bei den Zuschauern Interesse für die Menschen und für das, womit sie sich beschäftigen - das Thema läuft nur unterschwellig mit, kommt aber dadurch umso besser an. Was in diesen Filmen u. a. zu sehen ist: Wie die großen Kampagnen mit kleinem Leben gefüllt werden (z. B. HANSL UND DIE 200.000 KÜCKEN). Die Schönheit der sinnvollen Tat (z. B. DER NEUE GEMÜSEGARTEN). Verstehen von Zusammenhängen und Verinnerlichen des Verstandenen (z. B. EINSTEIGEN BITTE!). Alles in allem: eine utilitaristische Poesie. (re)
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