L.B.J.

 Kuba 1968
Independent 
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Bösartig und aggressiv montiert Santiago Álvarez, der Kubaner, zwischen Lucy B. Johnsons bonbonfarbene Glamour-Hochzeit und Lyndon B. Johnsons Opa-Freuden drei beispielhafte Kapitel über die Brutalität und jederzeit abrufbare Gewalttätigkeit des "guten Durchschnittsamerikaners", als dessen prototypischer Manifestant Lyndon B. Johnson vorgestellt wird. Auf einer ersten, vordergründigen Konnotationsebene wird durch agitierende Assoziationsmontage dem Zuschauer L.B.J.s Schuld an der Ermordung von Martin Luther King, Robert Kennedy und John F. Kennedy suggeriert: Mit treuem Hundeblick kondoliert L.B.J. der Witwe des ermordeten Präsidenten, um im nächsten Bild das Amt des Präsidenten zu übernehmen. Martin Luther King, der sich im Sinn John F. Kennedys um die Emanzipation der amerikanischen Schwarzen bemühte, wie auch der designierte Präsidentschaftskandidat und gefährliche Johnson-Konkurrent Robert Kennedy fallen den hinterlistigen Intrigen des "Ritters Lyndon", der mit Tod und Teufel im Bunde scheint, zum Opfer. Wenn unmittelbar nach einem Pressefoto der beiden Kennedys Johnson mit Meuchler-Lächeln und zum V gespreizten Fingern auf der Leinwand erscheint, so signalisiert das einerseits in der gewohnten Bedeutung "victory", kann aber gleichzeitig auch als "Zwei" gelesen werden. Beides ist in diesem Kontext gleichermaßen makaber. (Peter Kress, 1968) Wird zusammen gezeigt mit Las hurdes/Terre sans pain, La fórmula secreta und Liberté et patrie. Lesen Sie weitere Beiträge zu diesem Film und zur Retrospektive 2007 in der VIENNALE-Publikation Der Weg der Termiten. Beispiele eines Essayistischen Kinos 1909-2004.

(Text: Viennale 2007)

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Santiago Alvarez
Leo Brouwer

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