Le Profit et rien d'autre! - ou réflexions abusives sur la lutte des classes

F, B, 2001

Min.52

Zwei Essays, die ihren Kontext ausgehend davon erhellen, wie dieser mit Benachteiligten umgeht. Raoul Pecks Film analysiert und relativiert die Mechanismen und Auswirkungen der Globalisierung zur Jahrtausendwende, elf Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer, an einem sehr präzisen Hier und Jetzt: Haiti – „ein nicht existierendes Land“ skandiert der Erzähler einem melancholischen altgriechischen Sänger gleich. Ökonomisch existiert Haiti tatsächlich nicht, außer als vernachlässigtes Symptom der fortgesetzten Katastrophe, die die Globalisierung für die Menschen der Dritten Welt darstellt. Nika Autor greift Raoul Pecks Frage nach der Position des Kinos in dieser Geschichte auf. Sie zieht die gesamte Filmgeschichte heran, um zwei Aufnahmen zu deuten und zu würdigen, die zwei Wirtschaftsmigranten auf ihrer Flucht unter einem Eisenbahnwaggon gemacht haben – Bilder, die im Gegensatz zu Rilkes Blumen „in Geleisen so traurig arm im irren Wind der Reisen“ Bestand haben. (Nicole Brenez)

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