Leaving Home, Coming Home. A Portrait of Robert Frank

 GB 2004
Dokumentation 86 min.
film.at poster

Der Fotograf Robert Frank hat die Handschrift eines Genies: Für seinen Band «The Americans» fotografierte er Menschen am Rande der amerikanischen Gesellschaft Raumpfleger, ältere Aufzugführer, schwarze Arbeiter im tiefen Süden der USA. «Was für ein einsamer Ort Amerika doch sein kann, was für ein hartes Land es doch ist», seufzt er, während er sich an jene zwei Jahre zurückerinnert, die er Mitte der 50er Jahre unterwegs war, um die Aufnahmen für das Buch zusammenzutragen. Ebenso beeindruckend sind die Fotografien, die er in Großbritannien machte: Aufnahmen von reichen Londoner Bankiers in ihren Zylinderhüten und dunklen Anzügen sowie von walisischen Grubenarbeitern. Spöttisch, reizbar und selbstmissbilligend, ist Frank eine faszinierende, aber zugleich auch schwierige Persönlichkeit. Er verbirgt seinen Ärger nicht, als Gerald Fox Crew mitten im Interview der Film ausgeht; noch glaubt er, dass es für sein Handwerk großartiges Talent braucht: «Wer ein bisschen Verstand und Gefühl hat, wird mit Wahrscheinlichkeit einen guten Fotografen abgeben», meint er, gerade so als wäre seine Arbeit bloß eine Sache von gesundem Menschenverstand. Fox präsentiert Frank vor der Kulisse seines schönen, aber abgelegenen Hauses in Neuschottland, stellt diesen Szenen jedoch das Treiben New Yorks Franks Lieblingsstadt gegenüber. Frank zieht Dinge stets in Zweifel, schraubt die Parameter seiner Kunst stets zurück. In einem lässt er sich allerdings nicht umstimmen: «Ich würde kein Richter sein wollen», sagt er: «Ich würde auch kein Held sein wollen, aber ein Richter ist noch eine Spur schlimmer als ein Held.» (Geoffrey Macnab)

(Text: Viennale 2005)

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Gerald Fox
Robert Hannah
Gerald Fox

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