Lu Maotze (The Green Hat)

China, Hongkong, 2003

Drama

Min.110

In China sagt man über einen Mann, der von seiner Frau oder Geliebten betrogen wird, er trage den Grünen Hut. In Lu Maotze sind es zwei Männer aus verschiedenen Gesellschaftsschichten und Zusammenhängen, die diese Erfahrung machen und durch schicksalhafte Umstände miteinander verbunden sind. Der Bankräuber, der bei einem Überfall scheitert, und der Polizist, der ihn stellt, beide sind von einem zerstörerischen Männlichkeitswahn bestimmt und in ihrem hilflosen Versagen eins. Ein Versagen, dem jeder auf seine Weise zu entkommen sucht. «Was ist Liebe?» Mit dieser Frage richtet sich ein von seiner Freundin sitzen gelassener junger Mann, der eine Geisel festhält, verzweifelt an einen Polizisten. Die Frage bleibt im Kopf des Polizisten, während er seinen Doktor aufsucht, der ihm die populäre blaue Pille verschreibt, um sein Sexleben aufzupeppen. Grüner Hut ist die chinesische Bezeichnung für einen gehörnten Ehemann, und Liu Fen Dou erzählt die Tragikomödie des betrogenen Mannes schonend und kühl zugleich. Die Wesensverwandtschaft zwischen Wang und dem Polizisten wird noch deutlicher, als zweiterer sich ebenfalls mit den Seitensprüngen seiner Frau konfrontiert sieht und seine Ehe zerbricht. Die sorgfältige Dramaturgie dieses erstaunlichen Films hält uns im Bann, während uns Liu Machtlosigkeit, Verzweiflung und kalten Humor der betrogenen Ehemänner vor Augen führt. Im Vorspann des Films heißt es: «Der erste Film von Liu Fen Dou». Man darf sich auf seinen zweiten freuen. (L. Somi Roy)

(Text: Viennale 2004)

  • Regie:Fen Dou Liu

  • Kamera:Chen Ying, Peng Li

  • Autor:Liu Fen Dou

  • Musik:Jin Wulin

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