Match Point

 GB 2004
Drama, Krimi 29.12.2005 124 min.
7.70
Match Point

Chris Wilton ist Tennislehrer, und weil sich Kundin Chloe Hewett in ihn verliebt, steigt er bald auf im Firmenimperium von Chloes Vater.

Woody Allens Match Point spielt nicht mehr in Manhattan. Allen ist nach London geflüchtet. Oder sagen wir: migriert. Doch wie so oft breitet er auch hier eine Komödie der gutbürgerlichen Manieren aus: Chris Wilton ist Tennislehrer, und weil sich Kundin Chloe Hewett in ihn verliebt, steigt er bald auf im Firmenimperium von Chloes Vater. Unpraktisch nur, dass er Nola Rice verfällt, der Geliebten von Chloes Bruder. Allens Blick auf Britanniens High Society ist notwendigerweise nicht der eines Insiders, sondern ein angelesener, kinogeformter, und der Regisseur hat freimütig gestanden, manche Motive nur eingebaut zu haben, weil sie ihm im Vorbeifahren gefielen. Jedoch: Man soll die Zeichen beachten. Zu Beginn sieht man Chris Wilton Dostojewskis «Schuld und Sühne» lesen und sollte das nicht als hohle Selbstreferenz auf den philosophischen Allen der Siebziger abtun. Match Point wirkt, als sei Allen nicht nur physisch in Europa gelandet, sondern auch zu den europäischen Wurzeln seines Denkens zurückgekehrt. (Hans-Georg Rodek) Woody Allen hat diesmal aus naheliegenden Gründen - was sollte er als New Yorker in London? - darauf verzichtet, selbst vor der Kamera zu erscheinen. Dennoch spürt man Allens Blick in jeder Einstellung des Films, in den Büchern, die sein Held liest (vor allem «Schuld und Sühne»), und den Opernarien, welche die Handlung kommentieren (und manchmal allzu deutlich vorwegnehmen). Die abgründigste Szene ereignet sich kurz vor Schluss, als der Mörder nachts in der Küche seines Luxusdomizils den Gespenstern seiner beiden Opfer begegnet. Die Unschuld wird gerächt werden, sagen sie, und die Gerechtigkeit wird siegen. Wir wissen, so sollte es sein; aber so geschieht es nicht. Das Ende des Films wirkt in seiner atemberaubenden Bosheit zugleich so unvermeidlich, dass man sich gar keine andere Wendung vorstellen kann. Match Point ist ein vergiftetes Geschenk, wie man es im Kino nur von den wirklichen Meistern bekommt. (Michael Althen)

(Text: Viennale 2005)

Details

Scarlett Johansson (Nola Rice), Jonathan Rhys Meyers (Chris Wilton), Emily Mortimer (Chloe Hewett Wilton), Matthew Goode (Tom Hewett), Brian Cox (Alec Hewett), Penelope Wilton (Eleanor Hewett)
Woody Allen
Gaetano Donizetti, Giuseppe Verdi, Andrew Lloyd Webber, Carlos Gomes, Gioacchino, Rossini, Georges Bizet
Remi Adefarasin
Woody Allen
Polyfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der perfekte Mord
    Hier versucht sich Woody Allen an einem Krimi, obwohl er in diesem Genre eigentlich nicht zu Hause ist. Aber er löst seine Aufgabe mit Bravour. Er nimmt den entscheidenden Aspekt vom Tennis: der Ball springt an der Netzkante hoch und…Um diese Idee rankt er einen genialen Krimi. Anfänglich führt er uns in die Welt der Reichen. Nur die gute Ensembleleistung (besonders die von Jonathan Rhys-Meyers und Scarlett Johannson) und die pompöse Ausstattung wecken unser Interesse und halten uns am Bildschirm. Doch dann verdichtet er die Handlung zu einem Spitzenkrimi um den perfekten Mord. Der Täter entkommt, weil ein weggeworfener Ring wie zuvor der Tennisball am Ufergeländer emporspringt und in die falschen/richtigen Hände gerät. Der Zufall spielt hier eine entscheidende Rolle, ohne den der perfekte Mord nicht möglich wäre. Die Spannung bleibt bis zum Schluss hoch, immer wieder verzögert sich die Aufklärung des Falles. Vielleicht Allens genialster und auch spannendster Film, gewürzt mit einer guten Priese Sex.

  • menschlichkeit- inside out...
    wirklich ein sehr guter film - menschlichkeit wie sie ist - hart und schwach zugleich.

    ein mann der sich ein ziel setzt, mit seinen talenten spielt um sein ziel zu verwirklichen. es gelingt ihm, bis plötzlich etwas seinem kühl kalkulierten plan in die quere kommt - seine triebe, sein gefühlsleben. er verliebt sich in die sexy verlobte seines zukünftigen schwagers - und er gibt seinen gefühlen nach, was von beginn an - wie auch immer - zu einer katastrophe führen muss. es gibt viele geniale fecetten im film, die dieses schauspiel so glaubwürdig machen.
    u.a. die darstellung der geliebten, die von vorn herein nicht als perfekt angelegt ist. hübsch, sexy ja aber mental schwach und zerbrechlich, mit erfolglosem berufsleben. zuletzt setzt sie ihn soger noch unter druck und macht sein leben unerträglich - trotzdem kann er nicht von ihr ab. bis er sich entscheiden muss und die wahl zwischen böses und sehr böses ende hat.

    es geht meiner meinung nach um unsere innerlichsten triebe, die wir nach außen hin scheinbar im griff haben- die völlig konträr zu unseren gesellschaftlichen regeln stehen und somit unser leben und das unserer familien zerstören können- und die oft keiner wahrhaben will oder kann, bis es zu spät ist.
    woody allen kann und kennt das alles, dafür bewundere ich ihn - als ob er schon in jeder dieser situationen war die er beschreibt? ein wahrer menschenkenner!


  • Ich fand den Film toll! ich habe schon lange nicht mehr so einen guten Film gesehen! Viele Menschen die ich kenne, die meisten, eigentlich alle die cih kenne, die ihn gesehen haben empfinden so wie ich, aber es gibt sicher auch Menschen mit anderer Meinung. Ich kannte Scarlett johannson zuvor noch nciht aus anderen filmen und Joonathan Ryes Meyers schon, also cih find sie hams super gemacht. Vorallem das Ende is ur cool, also dass er sie umbringt, hab ich nicht gedacht! Ja also das wars dan auch wieder von mir, viel Spaß beim schauen!

  • sehr gut gespielt - Teil 1
    Infos, Inhalt, Meinung:

    Ach herrje, der Film ist irgendwie vergeigt. Oder nicht vergeigt, aber es wird so viel gesprochen, so viel gejault, mit den ganzen Klassikinstrumenten während 2 schöne Menschen Sex haben, die Geschichte einschläfernd, also Leute die auf Klassische Musik und eine wertvolle Geschichte stehen werden hier Gefallen finden. Nicht das der Film jetzt ein Blödsinn ist, aber er ist so Woody Allenmässig, ja eigentlich Woodelig. Künstlerisch wertvoll und Tittenmässig fade.

    Die Geschichte ist ja nett, CHRIS WILTON will Tennislehrer werden im besten Club von London. So das war mal der Anfang. Er findet auch einen, TOM HEWETT, der Typ kommt aus einer sehr reichen Familie in England. Was für ein schönes Gefühl sich um nichts zu kümmern. Rund herum sterben die Leute, und er kümmert sich um Tennis. TOM will dass seine Schwester CHLOE HEWETT WILTON, CHRIS heiratet, oder zumindestens soll er mit Ihr ausgehen.

    CHRIS freut sich wirklich, vor allem weil er endlich Zugang zum Schotter hat, das ja sehr wichtig ist wie wir aus ¿Jerry Maguire¿ wissen. Doch es geht einiges schief, denn TOM ist mit NOLA RICE (Scarlett Johanssen) verlobt, einer wunderschönen stark erotischen Frau.

    Dieser 2 Stündige Film wurde gänzlich in England gedreht, was verwunderlich ist, das Woody Allen als Regisseur bei seinem 40. Film als Jubiläum außerhalb von Amerika dreht. Scarlett ist am 22.11.1984 geboren. Hat 30 Filme hinter sich. Sie ist 1,63 Meter groß, hat einen Zwillingsbruder Hunter. Der Vater ist Architekt, die Mutter eine Managerin, jeder ist berühmt und erfolgreich in der Familie. Ihr Halb Bruder Christian ist älter und erfolglos, sie hat eine Schwester Vanessa, einen älteren Normalen Bruder Adrian, und wurde schon einige Male zu einer der sexiesten Frauen der Welt gewählt, was leicht verständlich ist bei der Frau.

    Der Film ist irgendwie eine herbe Mischung aus Verrat, kühlen Farben und der Unschuld der Lust zu einer anderen Frau die eine Verbotene Frucht ist, denn die Frau vom zukünftigen Schwager zu lieben ist wirklich ein Wahnsinn. Man kann den Film lieben oder hassen, er ist eine Art Extrem, denn der Film verkörpert Kunst.

    Der Film der sich Match Point, oder Match Ball nennt, ist wie das Leben. Ein Cm nach links oder nach rechts, und es kann das ganze Spiel beherrschen, das Leben entscheiden, und bietet so eine Analogie, die verdammt leicht ist rauszufinden wenn man nachdenkt oder ein Hirn in einer weiblichen Freundin hat. Möpsefaktor hat der Film eigentlich keinen, denn man muß sich viel zu sehr konzentrieren. Einerseits um der Handlung zu folgen, es wird viel klassische Musik gespielt, TOM ist Klassikfan, aber auch weil der Film zum Einschlafen neigen läßt wenn er nicht so laut wäre.

    Glück und Pech sind die Überraschungen zwischen den ermüdenden Konstanten. Sie kennen keine Gerechtigkeit, lehrt uns Woody Allen. Wenn es eine höhere Macht gibt, dann ist sie keine gerechte. Der etwas zynische Film richtet sich irgendwie gegen die Falschheit der Upperclass, des ewigen Nachgelaufe einer Gesellschaft die sich lieber um neue Schnürchenschuhe interessiert, als für Obdachlose vor der eigenen Haustüre.

    Am Anfang entscheidet sich der Film für die Darstellung eines Tennisballes auf einem Tennisnetz, wohin wird er fallen, was wird er dann entscheiden? Zum Schluss des Filmes fliegt der Ehering eines Mannes auf einem Flussufer, was wird passieren, landet er im Fluß ist die Frau dahin, und seine Entscheidung getroffen, und wir überlassen unsere Entscheidungen die wichtig sind dem Zufall, denn wir sind oft gar nicht in der Lage sich für etwas zu entscheiden weil beide Wege gleich viele Lösungen aufbieten.

    Der Film ist eigentlich reines Erzählkino, für die Leute geeignet, die selten ins Kino gehen und einen Kulturell hoch stehenden Film sich ansehen wollen, ohne viel Geplärr und Gekrache, einfach gut, aber so als Geschichte für Leute die auf Blockbuster stehen wie mich, ist der Film irgendwie nicht so gut da ich ihn langwe

    etwas zu langweilig - Teil 2
    nicht so gut da ich ihn langweilig fand.

    Die Szenen sind alle sehr ästhetisch angelegt, also jeder Spruch paßt, jede Szene ist genau und nicht übertrieben, und hinter jeder Aktion steht der Funken eines großen Gedankens, nichts wird dem Zufall überlassen, außer der Anfang und das Ende.

    Woody Allen der seit dem 22.12.1997 als 62 Jähriger die Chinesin Soon Yi Previn geheiratet hat, hat 2 kleine Kinder. Am 1.12.1935 ist er als Allen Königsberg geboren, natürlich in Brooklyn. Chris wird hier im Film gezeigt als Opernliebhabender Junger Mann der Chloe die Tochter eines reichen Magnaten liebt und dann eben auf Nola trifft, die ja mit Tom verlobt ist, die aber von seiner Mutter nicht gemocht wird, und dann eben sieht man die ganze Geschichte die täglich oft vorkommt, Mann liebt andere falsche Frau die gefährliche Frucht ist, er der Adam, sie der Apfel, obwohl er eine Eva hat. Eine wirklich einfache Geschichte doch gut umgesetzt finde ich.

    Schlimm fand ich die Geschichte, als Chris meinte, das er mit Chloe keinen Sex haben könne da er zu viel Stress in der Arbeit hat, und eigentlich mit Nola Sex hat, die ihn anfangs nicht will, und sie will sich auch nicht zwischen ihn und Chloe stellen die sich beide kennen, und das ist dann schon eine arge Steigerung zu der eigentlich viel Fingerspitzengefühl in der Erzählung gehört, denn die Story ist schon irre oft dagewesen.

    Dann wird Nola schwanger, was eigentlich Chloe die ganze Zeit will, und Nola verlangt von Chris sich von Chloe zu trennen und sie zu heiraten. Tja und dann heißt es entscheiden, glücklich und arm mit der Schauspielerin Nola zusammen sein, die dauernd wo durchfällt beim Vorsprechen weil sie ne Niete ist, oder ne reiche Freundin wie Chloe zu haben, Tom als Freund, der sich ja von Nola trennte, und die High Society geniessen.

    Der Film endet dann wie eine Mischung aus ¿Frenzy¿ und ¿Psycho¿, es stirbt wer, einer geht frei aus, und keiner wird verurteilt. Ja Geld und Macht regeln alles. Jonathan Rhys Meyer als Chris spielt hier natürlich sehr gut, ein wahrer Charakterdarsteller den man hoffentlich noch öfters sehen wird. Und mir fiel nur eines ein, in anderen Ländern töten reiche und berühmte Leute für Geld Menschen und kommen frei aus, es werden wegen den Scheißaktien Leute umgebracht und keiner kommt ins Gericht, und keiner schreibt darüber, wieso denn eigentlich nicht? Aber dafür haben wir Woody.

    Er hat 60 er Jahre Brillen, hat in fast allen Filmen 2 unterschiedlichen Frauentypen, wurde von der New Yorker Universität entlassen, spricht gut französisch, wurde mal der 19. Beste Regisseur aller Zeiten, wurde für 136 Preise nominiert, mehr als Charlie Chaplin, Buster Keaton und Harold Lloyd zusammen, wurde vom Empire Magazin gewählt als Nr. 89 der sexiest Männer die Leben, von 100, das war 1995, ist Fan von Alfred Zitarrosa, den wohl besten Klassischen Musiker aus Uruguay, machte Diane Keaton berühmt mit der er 8 Filme drehte, will nicht das in seinen Filmen TV Werbungen gebracht werden, hat 2 Immobilien verkauft und damit mehr Geld gemacht als mit allen Filmen zuvor verdient hat, das war mal seine Wohnung in der 5th Avenue in New York die er für 600.000 US $ kaufte und für 17 Millionen verkauft hat, und ja, er kriegt ja nicht viel Geld pro Film, eigentlich ein Armer Klotz, andere sind da viel reicher, aber er ist berühmter.

    Ein Film der so ähnlich ist, ist ¿September¿.

    Künstlerisch müßte man dem Film 90 von 100 geben, mir gefiel er nicht so ganz, aber ich gebe ihm trotzdem 77 von 100.

  • So ein Sch...
    Ich kann den Kritiken hier nicht folgen. Für mich und meine Belgleiterin der schlechteste Film seit "Das Haus der tausend Leichen" Das Ende mag genial erscheinen, doch wohl nur nachdem durch 2 Stunden Fadesse pur die Erwartungshaltung im tiefsten Keller ist. Die Handlung ist von Beginn an vorhersehbar, sodass man nur auf das Ende wartet und der Humor ist schlicht nicht vorhanden. Der Plot ist leider auch nicht neu und die Schauspieler sind insofern gut, dass ihnen die Rollen auch nicht allzuviel abverlangen. Es dümpelt so vor sich hin... Die Bezeichnung Komodie ist wohl der einzige Witz an dem ganzen -weder unterhaltsam noch lustig. Reine Zeitverschwendung!

  • Großartig
    Der Film packt und lässt nicht mehr los. Gute Idee, ausgezeichnet umgesetzt. Sehr gute Darsteller. Wir waren zuletzt mit tollen Filmen nicht sehr verwöhnt. Dieser ist wirklich empfehlenswert.

  • enttäuschend
    War echt enttäuscht von dem Film.Bei so viele positiven Kritiken hab ich vielleicht zu viel erwartet. Aus der Story hätte man mehr machen können, doch das Drehbuch ist zu schwach, sorry Woody ...
    Gegen Ende blitzt kurz ein wenig Genius auf, doch bis dahin ist man von der Trägheit und Langatmigkeit des Film schon rettungslos zugedröhnt. Auch die Charakterzeichnung bleibt seltsam flach ...

  • Genial
    Also muss echt sagen, der Film hat mich umgehauen und jetzt auch noch 5 Tage später, geht er mir nicht mehr aus dem Kopf.
    Endlich wieder ein Film der nen bleibenden Eindruck hinterlässt.
    War mein erster Woody Allen Film, und wollt mich überraschen lassen und hab deshalb nicht mal wirklich die Inhaltsangabe gelesen...war von der Wendung am Schluss kurz mal echt baff...

    Unbedingt ansehen!

  • Ein Mann allein
    Sozialer Aufstieg: vom Tennislehrer in die High Society, wo Geld keine Rolle spielt - und sich das Glück dennoch nicht einstellen will. Allens Film ist ein grausames Kammerspiel über Schuld ohne Sühne. Die Kamera gleitet durch die Szenen und beobachtet gnadenlos den Sündenfall. Zunehmende Einsamkeit: ein Kainszeichen. Empfehlung!

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