Metropolitan Lights & Urban Flashes

Kurzfilme von Peter Hutton, Stan Brakhage, Marie Menken, D.A., Pennebaker und Helen Levitt

Min.82

Mit den Filmen (gesamt 82 min):

In the Street
Helen Levitt | USA 1948-51 | 16min | SW | stumm | 16mm

Im Mittelpunkt des poetischen Films stehen die spielenden Straßenkinder der Upper Westside von Manhattan, die die damals noch autofreien Straßen oder leeren Baustellen zum Spielfeld oder Straßentheater machten. Der unprätentiöse, äußerst liebevoll gemachte Kurzfilm entstand aus dem Restmaterial von Sidney Meyers Spielfilm The Quiet One (1949), der als erstes Dokument der amerikanischen „Cinéma-Vérité“-Bewegung von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung im Bereich des „unabhängigen“ Films sowie des Genres der „street photography“ wurde. Die beiden LIFE-Fotoreporterinnen Helen Levitt und Janice Loeb, gemeinsam mit dem bekannten kritischen Journalisten und Schriftsteller James Agee, fingen das lebendige Milieu der New Yorker Gettos mit einer versteckten Filmkamera ein.

Daybreak Express
D. A. Pennebaker | USA 1953 | 6min | Farbe | 16mm | Musik: „Daybreak Express“ von Duke Ellington.

Unter Verwendung der Tonspur einer alten Schallplattenaufnahme von Duke Ellingtons gleichnamiger Komposition „Daybreak Express“ aus dem Jahr 1934 schuf der gefeierte Dokumentarist Don Pennebaker aus der „Primary Group“ um Richard Leacock, Robert Drew und den Brüdern Maysles ein kleines filmisches Meisterwerk von einer stakkato-artigen Zufahrt über Manhattans ehemaliges Hochbahnnetz der „Third Avenue E1“ ins Stadtzentrum zum Times Square hinein zu den riffartigen Klängen des schwingvollen Orchesters von Duke Ellington. Das programmatische Musikstück betont zudem den Rhythmus, das Tempo und den Gehalt des experimentellen, handgekurbelten und allerersten Farbfilms von Pennebaker in virtuoser Art und Weise.

Go-Go-Go
Marie Menken | USA 1962-64 | 11min | Farbe | OF | 16mm

Menkens meist stumm gedrehte, unter sagenhat unzulänglichen Amateurbedingungen hergestellte Filmwerke gleichen privaten Filmskizzen oder tagebuchartigen Notizen ihrer Wohnwelt und Reisen. Go, Go, Go! zeigt ein privates New York im Zeitraffer mit unterschiedlichen Schauplätzen und Menschentypen. „Eine Tour-de-France“, so Marie Menkel einmal, „von menschlicher Aktivität in meiner Heimatstadt“.

The Wonder Ring
Stan Brakhage | USA 1955 | 4min | Farbe | stumm | 16mm

Auf Anregung des Malers Joseph Cornell drehte Filmkünstler Stan Brakhage das seltene Dokument auf der abgerissenen Städtischen Hochbahn „Third Avenue E1“. Im schnellen Rhythmus der Montage untersucht dabei Brakhage querschnittartig den Charakter des U-Bahnnetzes der Stadt an den verschiedensten Stationen und Orten der Bahnlinie, um ein Bild von der Dynamik und Rasanz des innerstädtischen Verkehrs zu vermitteln. Die Vielfältigkeit und Komplexität der urbanen Zwischenräume und Ballungszentren von Manhattan wird durch entsprechende Einstellungen und Bildsequenzen zu einer „Bild-Collage“ zum Ausdruck gebracht. Die Vision des Zuschauers hat seinen privaten Platz in den Lücken der Wahrnehmung.

New York Chapters [Folge #1, #2, #3]
Peter Hutton | USA 1973-90 | 45min | SW | stumm | 16mm

Diese filmische Trilogie ist sowohl poetisches, urbanes Stilleben, als auch eine eigenwillig persönliche Darstellung der Atmosphäre und des düster-heiteren Innenlebens von Manhattan aus der Sicht eines teilnahmslosen Flaneurs mit der Kamera. Der Film zeigt Ausschnitte von Manhattan, den Wandel und den temporären Stillstand einer Stadt bei Naturereignissen wie einem Blizzard. Die Trilogie widersteht aber auch der kalten, formalen Ironie der New Yorker Filmschule und kultiviert stattdessen eine introspektive, verletzbare Empfindsamkeit, die sich darum bemüht, eine intensive Beziehung zu den Kräften der Natur herzustellen.

Für diesen Film gibt es leider keine Vorstellungen.