My Terrorist

Israel, 2001

Dokumentation

"Als ich Fahad Mihyi im August 1978 zum ersten Mal erblickte, war er mir sofort verdächtig. Ich war Teil einer israelischen El-Al-Crew, und wir waren gerade in London gelandet. Wenige Minuten später richtete Fahad Mihyi eine Maschinenpistole auf uns und eröffnete das Feuer. Er und sein Partner töteten eine Stewardess und verwundeten drei von uns, darunter auch mich. Die, Volksfront für die Befreiung Palästinas' (PFLP) übernahm die Verantwortung für den Anschlag. Ein Jahr später trat ich in London im Prozess gegen Mihyi als Zeugin auf. Er wurde zu viermal lebenslänglich verurteilt. 22 Jahre später begann ich, mich nach 'meinem' Terroristen zu fragen. Ich wollte ins Reine kommen mit dem Mann, der versucht hatte, mich zu töten, wollte seine Motive verstehen.
Wider Erwarten fand ich Fahad Mihyi in einem englischen Gefängnis, alleine und verlassen. Sowohl seine Familien als auch die 'PFLP' hatten sich von ihm distanziert. Nachdem wir mehrere Briefe ausgetauscht hatten, besuchte ich ihn im Gefängnis. Er drückte mir gegenüber sein tiefstes Bedauern aus, beteuerte, dass er sich gänzlich von politischer Gewalt abgewandt hätte. Ich beschloss, mich für seine Freilassung einzusetzen. Als ich begann, mich mit Fahad auseinander zu setzen, schien der Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern auf einem guten Weg zu sein. Mit der Intifada im Oktober 2000 verlor er sich aber wieder im Sande. Palästinensische Selbstmordanschläge und israelische Vergeltungsanschläge wurden wieder zu einer beängstigenden und schmerzlichen Realität. Plötzlich wurden keine Akte der Versöhnung mehr unterstützt.
My Terrorist ist meine filmische Reise, mit der ich meine Umgebung überzeugen möchte, dass es Zeit ist, zu vergeben, dass die israelische Okkupation seit 35 Jahren eine entscheidende Rolle dabei spielt, dass die palästinensischen Angriffe andauern, dass Versöhnung besser ist als Rache." ---
Yulie Cohen Gerstel

  • Regie:Yulie Cohen Gerstel

  • Kamera:Oded Kirma, Yulie Gerstel

  • Autor:Yulie Cohen Gerstel

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