Reanglao jak meangnue (Stories from the North)

 Thailand 2005
Independent, Avantgarde, Dokumentation 88 min.
film.at poster

Stories from the North entstand ursprünglich aus einer Reihe von kurzen Dokumentarfilmen, die Regisseur Uruphong Raksasad über einen Zeitraum von mehreren Jahren gedreht hatte. Nunmehr als Langdokumentarfilm fertiggestellt, bildet das Material eine Filmcollage über das Leben in jenem Dorf im Norden Thailands, in dem der Filmemacher aufwuchs. Der Film schildert detailliert gewöhnliche Alltags- und Lebenssituation der Menschen - von der jährlichen Ernte, dem Fehlen der jüngeren Generation, die das Dorf verließ, um in der Stadt zu arbeiten oder zu studieren, bis hin zu faszinierenderen Ereignissen wie der Gründung eines Fahrrad-Klubs durch den Dorfältesten. Durch seine Wurzeln in dem Dorf gelingt es Uruphong, eine seltene Intimität zu seinen Nachbarn aufzubauen: Während manches Material nachdenklich und beobachtend ist, nähert sich die Kamera zu anderen Zeitpunkten ganz nahe den Dingen und Menschen. Uruphong Raksasad entschloss sich nach vier desillusionierenden Jahren in der Film- und Fernsehindustrie Bangkoks, unabhängiger Filmemacher in seiner Heimat zu werden. Und schuf mit seinem Debüt einen Glücksfall des Dokumentarfilms: Erzählungen über Kinder, die sich mit Geistergeschichten unterhalten, eine alte Frau, die freudig den Tod erwartet, einen Farmer, der seine Büffelherde vor einer Biker-Gang beschützt - all diese Miniaturen entfalten sich wie surreale Märchen. Durch Raksasads konzentrierten Blick wirken sie nie romantisierend; hier filmt vielmehr einer, der der Kraft und dem drohenden Verfall traditioneller Lebensformen ins Auge blickt.

(Text: Viennale 2006)

Details

Kon Chaitha, Sak Punkum, Tan Kongwan
Uruphong Raksasad
Padang Bicycle Band
Uruphong Raksasad
Uruphong Raksasad

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