Michael J. Fox ist 65: Sein mutiger Kampf gegen Parkinson
Schauspielstar Michael J. Fox
Als Marty McFly in "Zurück in die Zukunft" schrieb er Filmgeschichte und wurde zu einem der prägenden Gesichter der Achtzigerjahre: Am 9. Juni 2026 feiert Michael J. Fox seinen 65. Geburtstag. Doch seine öffentliche Geschichte erzählt längst nicht nur von Ruhm, Rollen und Hollywood-Erfolg. Über die Hälfte seines Lebens lebt der Schauspieler inzwischen mit Parkinson.
Über Michael J. Fox zu sprechen, ohne Parkinson zu erwähnen, ist kaum möglich. Zu eng ist seine Biografie mit der Krankheit verbunden, zu entschlossen hat er sie aus der Tabuzone geholt - und sich selbst zu einem der wichtigsten Botschafter im Kampf gegen Parkinson gemacht. Die unheilbare Nervenkrankheit wurde bei ihm 1991 diagnostiziert. Erste Anzeichen bemerkte Fox während der Dreharbeiten zu "Doc Hollywood", als sein kleiner Finger plötzlich zu zucken begann.
Erst 1998 machte Fox seine Erkrankung öffentlich - weniger aus freien Stücken als unter wachsendem Druck. Paparazzi hätten ihn damals immer wieder auf seinen Zustand angesprochen und sein Haus belagert, erzählte er Jahre später in einem Interview. Zwei Jahre nach seinem öffentlichen Bekenntnis gründete er die Michael J. Fox Foundation, die sich der Erforschung von Parkinson widmet.
Dass seine Krankheit heute so eng mit seiner öffentlichen Wahrnehmung verbunden ist, überlagert manchmal, wie früh und rasant Michael J. Fox in Hollywood aufstieg. Der gebürtige Kanadier zog Ende der 1970er-Jahre nach Los Angeles, um es als Schauspieler zu schaffen. Nach einer Reihe kleiner Gastauftritte landete er in der Serie "Familienbande" eine seiner ersten großen Rollen. Von 1982 bis 1989 spielte er darin den konservativen Sohn von Alt-68er-Eltern. Die Serie traf den Zeitgeist in den USA, der von der Präsidentschaft des Republikaners Ronald Reagan geprägt war. Reagan war ein Fan der Serie und wollte Fox für seinen Wahlkampf gewinnen. Der Schauspieler sagte jedoch ab, da er privat nicht mit den Ansichten seiner Figur übereinstimme.
1985 als entscheidendes Jahr für Michael J. Fox
Der endgültige Durchbruch ließ nicht lange auf sich warten. 1985 wurde zum Wunderjahr von Michael J. Fox: Er übernahm von Eric Stoltz, der während der Dreharbeiten entlassen worden war, die Hauptrolle in "Zurück in die Zukunft". Der damals 23-Jährige spielte den 17-jährigen Marty McFly - und wurde über Nacht zum Weltstar. Das Zeitreisespektakel wurde in den USA zum erfolgreichsten Kinofilm des Jahres.
Auf Platz 26 der Kinocharts des Jahres 1985 landete ein weiterer Film mit Michael J. Fox: "Teenwolf". Wie in "Zurück in die Zukunft" verkörperte der Mittzwanziger erneut glaubwürdig einen Teenager. Diesmal einen, der nicht in die Vergangenheit reist, sondern sich in einen Werwolf verwandelt.
Michael J. Fox: Karriere als quirliger Yuppie
Bis etwa Mitte der 90er-Jahre verkörperte Fox in etlichen Filmen ähnliche Typen. Den smarten, quirligen Yuppie, meist mit Erfolg im Job und bei den Frauen. Dabei kam dem 1,63 Meter kleinen Mann einmal mehr sein jugendliches Aussehen zugute. 1989 und 1990 stieg er erneut als Marty McFly aufs Hoverboard.
Nachdem er seine Erkrankung öffentlich gemacht hatte, ließ es Michael J. Fox beruflich ruhiger angehen. Sein letztes großes Serienprojekt war "Chaos City": Von 1996 bis 2001 spielte er darin die rechte Hand des New Yorker Bürgermeisters. Zu Beginn versuchte er beim Dreh noch, die immer stärker werdenden Parkinson-Symptome zu kaschieren. Am Ende der vierten Staffel verließ er die Serie. Charlie Sheen übernahm anschließend die Hauptrolle.
Mit "The Michael J. Fox Show" kehrte der Darsteller 2013 noch einmal ins Sitcom-Fach zurück. Darin spielte er eine fiktive Version seiner selbst: einen an Parkinson erkrankten Nachrichtensprecher, der nach einer beruflichen Pause wieder vor die Kamera tritt. Der Erfolg blieb jedoch aus. Die Serie wurde nach nur einer Staffel eingestellt, in den USA liefen nicht einmal alle produzierten Folgen.
So lernte er seine große Liebe Tracy Pollan kennen
1985 wurde für Michael J. Fox auch privat zu einem der wichtigsten Jahre seines Lebens. Am Set von "Familienbande" lernte er die Schauspielerin Tracy Pollan (65) kennen. Verliebt haben sollen sich die beiden allerdings erst später: Nachdem Pollan die Serie wieder verlassen hatte, kamen sie sich 1987 bei den Dreharbeiten zu "Die grellen Lichter der Großstadt" näher.
Ein Jahr später heiratete das Paar, aus der Ehe gingen vier inzwischen erwachsene Kinder hervor. Tracy Pollan stand ihrem Mann auch nach dessen Parkinson-Diagnose zur Seite - in einer Zeit, in der Fox zunächst in ein Loch fiel und versuchte, seine Angst mit Alkohol zu betäuben. Bis heute sind die beiden verheiratet.
Nachdem er vor den Folgen der Krankheit zunächst geflohen war, stellte sich Michael J. Fox seinem Leben mit Parkinson zunehmend offen. In mehreren Büchern schrieb er über Krankheit, Angst und Zuversicht - und bezeichnete sich immer wieder als Optimisten. "Die Abenteuer eines unheilbaren Optimisten" lautet etwa der deutsche Untertitel seines Buchs "Always Looking Up". 2024 zeigte er sich in einem Interview mit dem "Guardian" hoffnungsvoll, dass es innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre ein Heilmittel gegen Parkinson geben könnte. Den Stand der Forschung verfolgt er seit Jahrzehnten aus nächster Nähe.
Rücktritt vom Rücktritt: Michael J. Fox ist zurück
2020 verkündete Michael J. Fox seinen Rückzug von der Schauspielerei. Seine Erkrankung erschwere ihm das Sprechen, erklärte er damals. Auch das Lernen von Texten falle ihm zunehmend schwerer.
Doch 2025 folgte der Rücktritt vom Rücktritt: In der dritten Staffel von "Shrinking" stand Fox noch einmal vor der Kamera - an der Seite von Harrison Ford und in der Rolle eines Parkinson-Patienten.
Bei aller Zuversicht spricht Michael J. Fox inzwischen auch offen über die Grenzen seines Optimismus. Wie viele Geburtstage er noch erleben wird, wisse er nicht. 80 Jahre alt werde er wohl nicht werden, sagte der Schauspieler einmal. Es ist ein nüchterner Satz von einem Mann, der seiner Krankheit seit Jahrzehnten mit bemerkenswerter Offenheit begegnet - und dennoch nie aufgehört hat, nach vorn zu schauen.