The Last Lumberjacks

 China 2007
Dokumentation 90 min.
film.at poster

In den verschneiten Wäldern der chinesischen Provinz Heilongjiang gehen Männer ihrer Arbeit als Holzfäller nach. Auf Grund der abgeschiedenen Lage ihrer aus einfachen Hütten bestehenden Siedlung sind sie völlig von der Außenwelt abgeschlossen. Der Wald sorgt für ihren Lebensunterhalt, den sich die Männer durch eine mehr als hundertjährige Tradition im Fällen der Bäume sichern, während der Kampf mit einer übermächtigen Natur ihren Alltag bestimmt. Yu Guangyi begleitet diesen Alltag der Holzfäller: den schwierigen Transport ins Lager, das Fällen der Bäume, das Leben in den Hütten. Dabei sucht seine Kamera stets die unmittelbare Nähe des Geschehens und macht die Enge dadurch umso deutlicher spürbar. Das Feuer im kleinen Ofen sorgt für Schutz vor der bitteren Kälte, während im Freien die Pferde mit dampfendem Fell das Holz erst nach mehreren erfolglosen Versuchen durch den Schnee vorwärts bringen. Im Laufe des Films wird nach und nach ersichtlich, wie sehr dieser Mikrokosmos auch als Netzwerk funktioniert, wenn die Hilfe des anderen auch über Leben und Tod entscheidet. Mit großer Beiläufigkeit und dennoch insistierendem Blick hält Yu Guangji das Leben in Eis und Schnee fest, die großen Sorgen, wenn eines der Lasttiere verendet, ebenso wie den Spaß, den die Männer haben oder wenn sie von der Freundin in der Stadt erzählen. Dies alles geschieht nicht, ohne Hilfe und Schutz von dem zu erbitten, dem sie sich anvertrauen: Dem Berggott muss alljährlich ein Opfer in Form eines Schweins dargebracht werden, dessen Übergabe mit einem Feuerwerk gefeiert wird. In The Last Lumberjacks schließt sich aber auch ein anderer Kreis: Das Holz, das die Männer fällen, kehrt vielleicht in Form eines Sarges wieder, der einen von ihnen in seiner letzten Ruhestätte umschließt.

(Text: Viennale 2007)

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Yu Guangyi

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